Was ist "dekantieren"? Und braucht man dazu wirklich eines dieser merkwürdigen Glasgefäße, oder ginge nicht auch ein Krug?
Dekantieren bedeutet, dass man den Wein langsam in eine spezielle Glaskaraffe gießt. Der Sinn dahinter ist, einerseits Trübstoffe abzutrennen, die sich etwa am Boden abgesetzt haben. Und natürlich, dem Wein Luft zu geben, ihn also schneller atmen zu lassen. Und auch wenn viele Weinspezialisten mich jetzt dafür prügeln möchten – ja, im Grunde reicht für das Dekantieren auch ein bauchiger Glaskrug.
Was heißt das eigentlich, "den Wein atmen lassen"? Und wie macht man das?
Man öffnet einfach die Flasche – so gelangt Luft, also Sauerstoff, an den Wein. Und der öffnet die Gerüche, die Aromen, die ganze Geschmacksvielfalt, die sich
in der Flasche versteckt. Wie lange ein Wein atmen muss, hängt vom Typ ab, das ist ein Erfahrungswert. Lässt man den Wein zu lange offen stehen, kann er auch viele seiner Aromen verlieren.
Tipp
Ob zum Kochen oder für den Punsch: Den billigsten Rotwein sollte man nicht nehmen, denn schlechte Aromen werden weder von Zucker noch von Gewürzen überdeckt. Den teuersten aber auch nicht, weil durch das Erhitzen schon Geschmack verloren geht. Ein Wein, der sich zum Trinken eignet, lässt sich auch gut erwärmen. Für Saucen oder Ragouts sollte man den Rotwein um etwa die Hälfte reduzieren, damit sich sein Geschmack voll entfaltet – dafür ordentlich ohne Deckel köcheln lassen. Dann verlieren sich auch die alkoholischen Noten. Beim Punsch ist es genau andersherum: Höchstens
10 bis 15 Minuten, aber zugedeckt köcheln, danach kurz ziehen lassen.