Sommergefühle im Winter

Wenn bei uns Winter ist, wachsen auf der anderen Seite der Erde Früchte, mit denen wir uns an einen Südseestrand träumen können. Wir sagen Ihnen, wie man sie am besten genießt.

Darf man das überhaupt?
Gerade bei Mangos sind inzwischen häufig "Flug-" oder „Ready to eat“-Mangos erhältlich. Die Früchte werden reif geerntet und dann sofort ins Flugzeug verfrachtet. Sie kosten etwa doppelt so viel wie die "Schiff-Mangos". Betrachtet man die eingeflogenen Früchte allein unter Aspekten des Umweltschutzes, sind die Schiff-Mangos deutlich verträglicher: "Bei einem Transport von einem Kilo Früchten per Flugzeug ist von einem Klima-Emissionswert von rund elf Kilo Kohlendioxid auszugehen. Der Schiffstransport dagegen verursacht nur rund 570 Gramm Kohlendioxid", sagt Reinhild Benning vom Bund für Umwelt und Naturschutz BUND. Für eine Schiffsreise werden Früchte wie Banane, Ananas, Mango oder Papaya etwas vorzeitig geerntet und reifen dann während der mehrwöchigen Fahrt nach. Dass dabei nicht ganz so viele sonnendurchwärmte Aromen entstehen wie bei einer Reifung an Baum oder Staude vor Ort, erklärt sich fast von selbst.

  • Mango

    Die Prinzessin aus dem tropischen Regenwald hat süß-exotische Aromen, die leicht an Pfirsich erinnern. Und obendrein hat sie noch königliche Mengen an Betacarotin im Gepäck. Der auch Provitamin A genannte Radikalfänger stärkt das Immunsystem und kann tatsächlich einen Schimmer-Teint zaubern.
    Reifeprüfung: Die Farbe der Schale sagt nur etwas über die Sorte, aber nichts über den Reifegrad aus. Den erkennt man am besten durch leichten Fingerdruck: Gibt die Frucht etwas nach, ist sie reif. Harte Mangos können Sie einfach zu Hause nachreifen lassen, das dauert etwa zwei bis drei Tage. Schneller geht’s, wenn man sie in eine Schale mit Äpfeln legt, die wirken als „Reifebeschleuniger“.
    Auspacken: schälen, und zwar am besten mit einem gebogenen Messer. Anschließend wird das Fleisch in Streifen vom Kern geschnitten.

  • Papaya

    Was aussieht wie eine Melone, ist botanisch gesehen eine riesige Beere. Die hier erhältlichen Papayas können bis zu ein Kilo wiegen. Das butterweiche goldgelbe Fruchtfleisch enthält viel Vitamin C und Betacarotin – beide halten unser Immunsystem winterfit.
    Reifeprüfung: Reife Früchte sind gelb bis gelborange. Grüngelbe Exemplare kann man wie Mangos nachreifen lassen. Eine völlig grüne Papaya dagegen besser im Obstregal lassen, sie wird nicht mehr nachreifen. Unsere Riesenbeere ist eine kleine Diva: Bei Temperaturen unter zehn Grad wird ihr Fleisch gummiartig und verliert deutlich an Aroma.
    Auspacken: halbieren, die glänzenden schwarzen Kerne herauskratzen – und loslöffeln! Doch Vorsicht: Das PapayaEnzym Papain verträgt sich überhaupt nicht mit Milchprodukten!

  • Litschi

    Unser Aschenbrödel unter den Tropenprinzessinnen kommt ursprünglich aus China: Die Frucht ist unscheinbar, ihr Fleisch weißlich durchsichtig, ein klein bisschen glibberig – aber im Mund machen sich unglaublich feine, frische Aromen breit.
    Reifeprüfung: je dunkler die rosa- bis dunkelrote Schale, desto reifer. Diese kleine Exotin verträgt Kälte gut. Im Kühlschrank hält sie sich bis zu einer Woche.
    Auspacken: Die kleinen stacheligen Kugeln sind was für Fummel-Freaks: Denn die feste Schale lässt sich am besten vorsichtig abpulen. Wer die Früchte in den Obstsalat geben möchte, schneidet sie auf und nimmt dann noch den Kern heraus.

  • Physalis

    Die beliebte Tellerdekoration der gehobenen Gastronomie wird auch Kapstachelbeere genannt. Stachelig ist die pektinreiche und damit verdauungsfördernde Frucht jedoch gar nicht, dafür ähnlich süßsäuerlich wie unsere Stachelbeere. Und sie ist mit den papierartigen Fruchtblättern wunderbar verpackt und hat einen fast parfümartigen, exotischen Duft.
    Reifeprüfung: Ob die papierene Hülle offen oder geschlossen ist, ist unwichtig. Einen Blick auf die Beeren sollte man allerdings schon werfen: Die sollten schön tieforange sein.
    Auspacken: Hülle abziehen und ab in den Mund!


  • Pitahaya

    Das Fleisch der Drachenfrucht aus Mittelamerika sieht aus wie Grießpudding mit Mohn – schmeckt aber frisch-exotisch und nach einem Hauch Erdbeere und Kiwi. Die Wunderhübsche enthält viel Vitamin C, B und Antioxidantien. Zu viel auf einmal sollte man trotzdem nicht essen: Die Früchte wirken leicht abführend.
    Reifeprüfung: Die Schale sollte gleichmäßig gefärbt sein und sich nur leicht eindrücken lassen.  
    Auspacken: die gut gekühlte Pitahaya halbieren, dann auslöffeln. Die innere Schicht der Schale kann man mitessen. Bei reifen Früchten lässt sich die Schale einfach abziehen und das Fruchtfleisch würfeln. Eine Marinade aus Sirup oder Rum macht das Fruchtfleisch noch aromatischer.

Von: Katrin Steffens

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