Sich zu verlaufen im eigenen Haus liegt für Christine an der Tagesordnung. Denn ihr Anfang des 17. Jahrhunderts erbautes Zuhause ist mit seiner verschachtelten Architektur, Gängen und versteckten Zimmern ein Labyrinth. "Aber wir finden uns immer alle wieder. Die Küche ist das Zentrum des Hauses", sagt Christine, die mit ihrem Mann Jean-Paul und ihren vier Kindern in Uzès in Südfrankreich wohnt. Im Sommer verschiebt sich der Familienmittelpunkt raus in den Innenhof. "Als wir das Haus vor acht Jahren besichtigten, haben wir schon die Partys geplant, die wir hier feiern wollten", erzählt sie. Im Sommer ist das Atrium stets mit Gästen bevölkert – ob Nachbarn, Freunde oder Spielkameraden der Kinder.
Das alte Bauernhaus hat das Paar selbst renoviert und dabei versucht, den Originalzustand beizubehalten. "Nur in der Küche und im Bad haben wir etwas modernisiert", verrät die notorische Sammlerin, die nach norwegischen Wohnzeitschriften süchtig ist. Christine sind Seifen, Uhren, Krüge, Geschenkbänder und Vogelkäfige ans Herz gewachsen, und sie präsentiert ihre Lieblingsstücke überall im Haus. Die Passion für Vintage Möbel ist bei der 45-Jährigen beruflich bedingt. Sie ist Besitzerin eines Trödelladens und streift für ihr Geschäft am liebsten über die Flohmärkte in der Umgebung. "Was ich kaufe, überlege ich mir nie vorher. Die Patina eines Gegenstands muss mich beeindrucken, dann nehme ich es mit und schenke ihm ein zweites Leben", sagt sie. Das letzte recycelte Stück war ein Sessel, den eine Nachbarin zu ihr brachte. Mit alten Stoffresten bepolstert, steht er nun im Flur. "Aber es kann sein, dass er mit der Zeit auch wieder in eine ganz andere Ecke des Hauses wandert. Wer weiß, wann und wo ich ihn eines Tages wiederfinde."