Die Psychologie des Wohnens

Sie haben eine sonnenhelle Wohnung, eine nagelneue Couch, aber die Gemütlichkeit fehlt trotzdem? Wohnpsychologin Dr. Barbara Perfahl gibt 7 Wohlfühl-Tipps.

1. Wünsche äußern!

"Dem einen ist Privatsphäre wichtig, um sich zurückzuziehen und zu erholen. Jemand anderer hat vielleicht viel Besuch und wünscht sich, dass seine Wohnung auch nach außen was hermacht", sagt Wohnpsychologin Barbara Perfahl. "Sie sollten sich fragen, ob Sie mit Ihrer Wohnung etwas ausdrücken wollen oder sich lieber mit ganz persönlichen Dingen umgeben möchten. Und zu guter Letzt ist natürlich entscheidend: Wer wohnt mit Ihnen zusammen? Und welche Bedürfnisse haben die anderen?"

2. Jedem Tierchen seine Höhle!

Das Leben verändert sich ständig, und das sollte sich auch in Ihrer Wohnung widerspiegeln. Perfahl: "Das älteste Kind bekommt zum Beispiel fast immer automatisch das größte Zimmer – und behält es, obwohl das gar nicht sinnvoll ist. Ein Säugling schläft logischerweise am besten in der Nähe des Elternschlafzimmers, aber für einen Teenager ist das eher lästig." Überprüfen Sie von Zeit zu Zeit, ob Sie nicht innerhalb Ihrer Wohnung umziehen sollten.

3. Ein Wohnzimmer kann ein Schlafzimmer sein!

Der Grundriss lässt scheinbar keine Wahl: "Oft lassen wir uns durch die Anordnung von Steckdosen oder Antennenanschlüssen die Einrichtung der Räume diktieren. So wird der Elektriker unbewusst zum Inneneinrichter", sagt Barbara Perfahl. "Lösen Sie sich von solchen praktischen Erwägungen. Ein Zimmer mit Balkon kann man doch auch herrlich als Schlafrefugium nutzen, wenn ein anderer Raum dafür in Südlage das bessere Licht fürs Wohnzimmer hat. Und wer sagt, dass ein Wohnzimmer nicht auch im Obergeschoss ein kann?"

4. Ein Fernseher ist kein Lagerfeuer!

Früher war es so einfach: Da scharten sich die Bewohner einer Höhle einfach ums Lagerfeuer, und schon war’s irgendwie gemütlich. Heute richten die meisten Menschen die Wohnzimmereinrichtung unbewusst auf die Flimmerkiste aus – und wundern sich, dass bei ihnen kein Gespräch aufkommt. "Der Fernsehbereich wird mit einem gemütlichen Sessel ausgestattet, der andere Teil des Raumes wird mit einem Sofa zum Kommunikationstreff. Die Couch sollte keine direkte Sicht zum Fernseher haben, sonst steht das Gerät wieder total im Mittelpunkt", rät die Wohnpsychologin. Ein effektiver Tipp aus Omas Zeiten: Der Fernseher verschwindet in einem Schrank – muss ja nicht gleich aus Eiche rustikal sein.

5. Licht an!

"Kümmern Sie sich um die Beleuchtung." Die Faustregel für ein gemütliches Licht: eine Allgemeinbeleuchtung für die Grundhelligkeit wählen und dazu mehrere kleinere Lichtquellen, die zwei- bis dreimal heller sind, aufstellen.

6. Mut zur Farbe!

Ganz Mutige streichen die Wände blutrot. Aber auch ein breiter Querstreifen in dieser Farbe an der Wand wirkt. "Rot und Orange sind aktivierende Farben, Grün und Blau beruhigen", sagt Perfahl. "Orange im Schlafzimmer ist also für die meisten Menschen keine gute Idee."

7. Finden Sie Ihren eigenen Stil!

"Bevor Sie den Landhaus-Look der Nordsee-Ferienwohnung in den eigenen vier Wänden umsetzen, prüfen Sie genau, ob dieser in einer Neubauwohnung Sinn macht. Besser: kleine Erinnerungsstücke mitbringen und damit zum Beispiel die Lieblingsleseecke dekorieren", so Perfahl.

Von: Jana Rätke

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