Schlaf gut: Diese Getränke helfen beim Einschlafen

Guten Schlaf kann man sich antrinken. Wir verraten Ihnen, welche flüssigen Betthupferl wirklich funktionieren – und warum.

Nicht schon wieder: im Bett liegen, an die Decke starren, das sonst so fluffige, aber heute störrische Kopfkissen zurechtknuffen. Augen schließen, das Gedankenkarussell des Alltags rasen sehen. Augen wieder auf, an die Decke starren … Wer an diesem Punkt angelangt ist, sollte lieber aufstehen und dem Schlaf ein bisschen nachhelfen. Aber bitte: Der Anlaufpunkt ist nicht das Medizinschränkchen im Bad, sondern die Küche!

  • Mamas Klassiker

    Wenn etwas so gängig ist wie heiße Milch mit Honig, dann glaubt man schon nicht mehr daran, dass es auch wirklich hilft. Doch die Wirkweise von Mamas Lieblingskombi für hyperaktive Nachteulen lässt sich sogar wissenschaftlich erklären: "Milch enthält relativ viel Tryptophan. Dieser Stoff ist eine Vorstufe des schlaffördernden Melatonins", sagt Prof. Guido Ritter, Ernährungswissenschaftler an der FH Münster. Haben wir viel vom Schlafhormon im Blut, hilft das beim Wegdämmern. Sogar der Honig ist nicht einfach nur lecker: "Die Glukose im Honig hilft, das Tryptophan an seinen Wirkort zu bringen, damit es dort umgewandelt werden kann. Und grundsätzlich vermittelt ein süßer Geschmack immer auch Geborgenheit – wichtig für die Entspannung." Und Kakao? Lieber nicht: Der enthält zwar auch Tryptophan und Glukose, aber leider dazu Theobromin und Koffein – gleich zwei Wachmacher, das Theobromin sogar mit Langzeitwirkung.

  • Und jetzt ein kühles Blondes?

    Ebenfalls altbekannt: ein Bier als Schlummertrunk. Hartgesottene schwören sogar auf ein warmes Bier – eindeutig Geschmackssache. Ob kalt oder warm, beide Varianten enthalten Hopfen, und der wirkt beruhigend und schlaffördernd. Wer nicht nur gut einschlafen, sondern auch erholsam durchschlummern möchte, sollte lieber zur alkoholfreien Pulle greifen. Denn der Alkohol im Bier macht zwar erst mal müde, aber: "Gesunder Schlaf ist dann nicht möglich, denn der Körper ist damit beschäftigt, den Alkohol abzubauen", weiß der Regensburger Schlafforscher Professor Jürgen Zulley.

  • Mmh, Kirschsaft

    Zum Glück für alle Milchmuffel hat die Ernährungsforschung aber auch noch andere natürliche Schlafpillen identifiziert – diesmal im Obstregal: Kirschen (besonders Sauerkirschen) und auch Walnüsse enthalten nennenswerte Mengen des Schlafhormons Melatonin. Fix und fertig, ohne Umbau wie beim Tryptophan in der Milch, steckt es in den kleinen Früchtchen. Und der Stoff landet auch nachweislich im Blut: Eine Studie der Universität San Antonio in Texas zeigte etwa, dass das Melatonin aus Walnüssen den Blut-Melatoninspiegel deutlich erhöht.

  • Oder lieber einen heißen Tee?

    Kräuter, die nachweislich beruhigend und schlaffördernd wirken, gibt es einige: etwa Melisse, Hopfen, Lavendel oder Passionsblumen. Helfen tun sie, und ein großer Löffel Honig macht sie meist deutlich trinkbarer. Wer diesen Schlummertrunk trotzdem eher in sich hineinquält, als ihn entspannt zu genießen, sollte vielleicht auf Gewürztees (in Reformhäusern und Bioläden erhältlich) umsatteln: In den Mixturen wirken vor allem die ätherischen Öle aus Zimt, Kardamom, Anis oder Fenchel beruhigend und ausgleichend. Und ihr exotisches Aroma lässt uns fast schon von den Märchen aus Tausendundeiner Nacht träumen.

  • Rezepte für schlaflose Leckermäulchen

    Am besten wälzen Sie sich gar nicht erst im Bett herum, sondern sorgen
    vor: Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen getrunken, entfalten diese Müdemacher ihre Wirkung am besten.

    Kirsch-Mix mit Zimt
    (Doppelt hält besser: In diesem Saft tummeln sich melatoninhaltige Kirschen in gleich zwei Varianten. Wer keine flüssigen Betthupferl mag, knabbert einfach eine Handvoll getrocknete Sauerkirschen.)
    2 EL getrocknete Sauerkirschen
    200 ml Sauerkirschsaft
    1–2 Prisen Zimt
    Die Sauerkirschen in 50 ml Saft etwa 10 Minuten einweichen. Anschließend beides gründlich pürieren. Mit dem restlichen Saft und dem Zimt in einen Topf geben und erhitzen – fertig. Schmeckt natürlich auch kalt.

    Heiße Gewürzmilch mit Nüssen und Honig
    (Der Milch-Mix enthält eine ordentliche Portion an schlaffördernden Hormonen und Gewürzen.)
    2 Kardamomkapseln
    5 Walnuss­hälften
    200 ml Milch
    1 TL Honig
    Die Kardamomkapseln vorsichtig andrücken (aber nicht aufbrechen). Die Walnüsse mit 3–4 EL Milch pürieren. Das Püree mit der restlichen Milch und dem Kardamom in einen kleinen Topf geben und einmal aufkochen. Etwas abkühlen lassen und den Honig einrühren.

Von: Katrin Steffens

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