Das Pflege-SOS: Was bei Hautproblemen hilft

Unsere Gesichtshaut funkt am Winterende besonders oft SOS. Was hilft gegen Trockenheit, Pickel und Rötungen? Wir baten Profis um Hilfestellung.

1_Mattiert: Abdeckpuder „Blemish Remedy“ von Bare Minerals, 1 g ca. 16 Euro. 2_Trocknen aus: "Anti-Pickel Patches" von Yves Rocher, 24 Stück ca. 6 Euro. 3_Antibakteriell: "Masque Purifiant" Reinigungsmaske von Melvita, 75 ml ca. 18 Euro.

Problem Nr. 1: Pickel - keine reine Freude

Verflixt! Er prangt unübersehbar auf dem Kinn – ein Pickel. In einem sind sich die von uns befragten Hautfachleute einig: Drücken kommt nicht infrage. "Das macht die Lage immer nur schlimmer", sagt Daniela Wiebels, Dermatologin aus Hamburg. Ihre Tipps: akute Entzündungen von einer Kosmetikerin öffnen lassen. Zur Sofortbehandlung in der Apotheke eine Zink-Schüttelmixtur kaufen, die über Nacht austrocknet (viel besser als Zahnpasta!). Henrike Neuhoff aus dem Nivea-Hautforschungslabor schwört auf Hautreinigung: "Vorher die Hände gründlich waschen, dann ein Reinigungsgel sanft massierend auf das feuchte Gesicht verteilen, gut einschäumen, gründlich abspülen." Danach das Gesicht mit einem sauberen Handtuch trocknen. Beide Fachfrauen betonen: Pickel werden häufig durch zu reichhaltige Pflege gefördert – also lieber fettarme Lotions, Seren und Gele verwenden als üppige Cremes.

Gut zu wissen: Pickel können auf ein geschwächtes Immunsystem hinweisen, sagt Dr. Harald Bresser, Dermatologe und Naturheilkundler. "Wenn man Hautunreinheiten naturheilkundlich behandelt, schaut man, ob ein Problem im Darm vorliegt. Wenn dort die Bakterien z. B. durch Antibiotika aus der Balance geraten sind, kann sich das durch Pickel zeigen."

1_Schützt: Tagescreme mit Mandelöl, von Nivea, 50 ml ca. 6 Euro. 2_Erfrischt: Make-up "Total Effects Touch of Foundation" von Olaz, 50 ml ca. 19 Euro. 3_Pflegt: "Omegaserum" von Daniel Jouvance, 15 ml ca. 25 Euro.

Problem Nr. 2: Trockenheit - die große Dürre

Die Geheimwaffe gegen trockene Winterhaut kommt nicht aus dem Tiegel: Eine einfache Schüssel mit Wasser, auf die Heizung gestellt, gilt im klirrend kalten Tromsö in Norwegen als Hausmittel – weiß Dr. Thomas Schopf, Dermatologe an der dortigen Universitätsklinik. Marion Detert aus dem Nivea Hautforschungslabor setzt dagegen auf intensiv Feuchtigkeit spendende Seren, denn die Pflegeturbos enthalten Moleküle, die das Wasser in der oberen Schicht der Haut festhalten (z. B. Hyaluronsäure). "Ruhig morgens, mittags und abends auf trockene Stellen auftragen. Das Serum durchfeuchtet die Haut, ohne sie glänzen zu lassen." Wie wichtig häufiges Nachcremen ist, weiß auch Dr. Schopf: "Anfangs zweimal täglich, dann sollte sich schnell eine Besserung zeigen."

Gut zu wissen:
Vielleicht liegt die Ursache für Ihre trockene Haut ja ausgerechnet im Nassen. Dr. Joachim Kresken von der Gesellschaft für Dermopharmazie weiß: "Bei Wasserhärtegraden von 3 bis 4 können sich Probleme wie Neurodermitis verschlimmern." Was tun? Nach der Wäsche Gesichtswasser verwenden – das entfernt Kalkreste von der Haut.

1_Neue Wirkstoffe: "Rosaliac AR Intense" von La Roche-Posay, 40 ml ca. 24 Euro. 2_Immer hilfreich: Thermalspray "Eau Thermale" von Vichy, 50 ml ca. 4 Euro. 3_Intensiv beruhigend: "Antirougeurs Calm Mask" von Avène, 50 ml ca. 20 Euro.

Problem Nr. 3: gereizte Haut - Alarmstufe Rot

Knallrote, brennende Wangen – kennen Sie und hassen Sie? "Fluch der Kelten" wird das Phänomen genannt, weil es nur bei hellhäutigen Menschen vorkommt. Carina Bender, die an der PharmaSell Akademie Apothekenkosmetik lehrt, hat einen pragmatischen Tipp: "Am besten erst einmal tief durchatmen und nicht stressen lassen." Zur schnellen Hautberuhigung empfiehlt sie ein Thermalwasserspray, das kühlt und beruhigt. Am besten, man vermeidet jeglichen Hitzestress. Wenn die Wangen dennoch anfangen zu glühen, kann man sie mit einem Make-up mit kaschierenden Grünpigmenten abdecken (gibt’s in der Apotheke). Wichtig: Viele Cremes auszuprobieren, schadet eher. Bender: "Wechselnde, unterschiedliche Inhaltsstoffe in Kosmetika irritieren häufig empfindliche Haut zusätzlich."

Gut zu wissen:
Es gibt in der Forschung neue Erkenntnisse zu oft geröteter Haut. "Entzündung ist der Schlüssel", sagt Dr. Thomas Janssen von der Uni Essen. "Eine angeborene Besonderheit des Immunsystems lässt die Haut überreagieren und sich immer stärker röten." Das erste Mittel, das gegen diesen Teufelskreis vorgeht, kommt von La Roche-Posay (l.).

Von: Angelika Brodde

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