Fragt man Frauen, worin sie die Hauptursache für Hautprobleme auch jenseits der Pubertät sehen, fallen vor allem zwei Stichworte: Stress und schlechtes Essen. Dass innerer Druck Pickel auslösen kann, stimmt. Darin sind sich die Fachleute einig. "Einige Menschen reagieren auf Stress über den Magen-Darm-Trakt, andere über die Haut", erklärt Dr. Daniela Wiebels, Hautärztin in Hamburg. Stress fördert Hautprobleme durch einen ganz einfachen Mechanismus: Stehen wir unter Strom, kann uns schon der kleinste Minipickel auf die Palme bringen. Wenn wir dann kratzen und pulen, verteilen wir die Bakterien im Gesicht – die Pickel breiten sich aus. Aber mehr noch: "Es steht fest, dass Stress das gesamte Immunsystem negativ beeinflusst", so Daniela Wiebels. Die Folge für die Haut: Pickel auslösende Bakterien haben leichteres Spiel.
Bekommt man von schlechter Ernährung unreine Haut?
Ob hingegen schlechtes Essen die kleinen Nervensägen hervorlocken kann, wird heftig diskutiert. Jahrelang haben Dermatologen jeden Zusammenhang zwischen Nahrung und Pickeln angezweifelt. Heute schwenkt die Forschung um: Aktuell steht zur Debatte, ob Kuhmilch ein Auslöser für Akne sein kann. Aber immerhin eins ist zum Glück sicher: Die Tüte Chips oder der Riegel Schokolade kommen als Verdächtige nicht infrage. Daniela Wiebels: "Nur eine sehr einseitige Ernährung kann das Hautbild verschlechtern. Sie müssten schon drei Tafeln Schokolade jeden Tag essen, bis sich das negativ auswirkt." Von kleinen Naschereien zwischendurch bekommt hingegen niemand Pickel.
Dafür spielen oft die Hormone eine Rolle, so die Hautärztin. "Häufig treten Pickel vor der Menstruation auf, nach der Schwangerschaft oder nach dem An- bzw. Absetzen von Antibabypillen." Am besten beugt man den ungeliebten Hautunreinheiten mit regelmäßigen Peelings vor, die den Pickeln ihre Grundlage entziehen: verstopfte Talgdrüsen. Der Talg kann nicht mehr abfließen, die Bakterien haben reichlich Nahrung – da fühlen sich Pickel willkommen.
Unreine Haut als Folge falscher Pflege
Was wenig bekannt ist: In sehr vielen Fällen werden die punktuellen Probleme dadurch begünstigt, dass man es zu gut mit seiner Haut meint. "Viele Menschen glauben, sie hätten eine trockene Haut und nehmen deshalb reichhaltige Pflegeprodukte, die die Poren verstopfen." Was dann hilft: kurzfristig eine Creme-Diät, langfristig ein Wechsel hin zu Produkten für Mischhaut.