Aber könnte es nicht trotzdem sein, dass die Wirkung der Cremes unserer Haut eine zweite Jugend beschert? "Unwahrscheinlich", sagt Prof. Volker Steinkraus, Dermatologe aus Hamburg. "Je nach Mode finden sich Stoffe wie Rindenextrakte von exotischen Bäumen in der Luxuspflege. Die Hautzelle interessiert sich aber, wenn überhaupt, nur minimal dafür." Steinkraus, der unter seinem Label SBT Kosmetik entwickelt, rät eher zu einer gesunden Work-Life-Balance, als auf Blattgold zu setzen, denn: "Hautpflege kann ein Antifaltenkonzept nur unterstützen, nicht ersetzen."
Bleibt die Frage, ob nicht vielleicht gigantische Entwicklungskosten an den hohen Preisen schuld sind. Die Antwort gibt die Branche selbst: 150 Millionen Euro pumpt zum Beispiel das Hamburger Unternehmen Beiersdorf jährlich in Forschung und Entwicklung – für preisgünstige Marken wie Nivea, Eucerin, Labello und Florena. Und auch der L’Oréal-Konzern steckt ein Vermögen in die Entwicklung der Cremes der Zukunft. Gerade wurde in Lyon ein 16 Millionen Euro teures Zentrum eröffnet, in dem neue Formeln und Rohstoffe auf Sicherheit und Wirksamkeit bewertet werden – für bezahlbare Labels wie Elvital, L’Oréal Paris, Garnier und Maybelline.
Warum greifen wir überhaupt ab und zu zu Kaviar und Platin, wenn sie uns doch gar nicht messbar jünger, schöner, straffer machen? Die Antwort ist simpel: weil Luxus Spaß macht. Aber eben auch allen Nicht-Millionären. Denn zum Glück ist Beauty-Luxus ein dehnbarer Begriff. Für die eine mag es der 500-Euro-Tiegel sein, für die andere ein ausgedehntes Bad, nach dem man sich mit einer leckeren Lotion eincremt. Die gibt’s meist schon für ein paar Euro. Wer einen solchen Moment genießen kann, hat wahren Luxus gefunden – Kaviar, Gold, Platin oder Perlen würden da nur stören.