Reise

Reise: Die schönsten Sonnenuntergänge Europas

Es müssen nicht immer die "Caprifischer" sein, die uns den Weg zu den tollsten Sonnenuntergängen weit und breit weisen. An anderen Horizonten zwischen Ägais und Nordkap glühen auch schöne Abendhimmel. Laviva.com zeigt Ihnen die Top 10 Europas.

Auf den Klippen von Oia im Norden von Santorini

Santorini
© Photocase

Schöneres gibt es in ganz Europa nicht. Da sind sich die meisten einig, die einmal Santoriner Sonnenuntergänge erlebt haben: Die Caldera aus lavaschwarzem Gestein, deren Reste noch aus der gen Abend silbrigen Ägäis ragen, erinnern noch elementar an den Vulkanausbruch, der diese bizarren Felseninseln vor etwa 4.000 Jahren schuf.

Da dürfen Sie durchaus von einem rotglühenden Sonnenball sprechen, der hier unvergleichlich spektakulär im Meer versinkt. Auf einer Terrasse hoch über den Klippen, in romantisch gesonnener Begleitung und mit einem Glas kalten Retzina in der Nähe, lässt sich dieser Moment am besten genießen.

An der Strandmauer im Valle Gran Rey auf Gomera

La Gomera
© Patronato Insular de Tourismo

Auch ganz oben auf der Favoritenliste: Das grandiose Spektakel auf der Aussteigerinsel La Gomera im Süden der Kanaren. Vor der Casa Maria treffen sich die Romantiker kurz zuvor zum Staunen und versorgen sich mit einem kühlen Dorada-Bier.

Dazu gesellen sich meist Feuerschlucker, Jongleure und Trommler, um die Stimmung noch weiter aufzuheizen. Doch der Star des Abends bleibt immer der Sonnenuntergang. Gelegentlich bekommt er sogar Applaus für seine tolle Performance.

Weitere Infos:www.tourismodecanarias.com

An der norwegischen Küste zwischen Narvik und Nordkap

Norwegen
© Innovation Norway

Fiederfarben färbt sich der Himmel über dem Nordmeer und den zerklüfteten Inseln im sanften Licht der Mitternachtssonne.

Wie eine surreale Fantasie wirkt die Natur hier weit nördlich des Polarkreises – mit glasklaren Seen, schroff und tief abfallenden Fjorden, weißen Stränden, Wasserfällen und Bilderbuchdörfern mit ochsenblutroten Holzhäuschen.

Weitere Infos:www.norwegen.no

Im Golf von Neapel mit Blick auf Capri

Capri
© Corbis

Der deutsche Lieblingssonnenuntergang schlechthin bleibt wohl ewig jener der "Caprifischer", mit dem Rudi Schuricke einst im Nachkriegsdeutschland die Italiensehnsucht beflügelte: "Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt, / und vom Himmel die bleiche Sichel des Mondes blinkt, / ziehn die Fischer mit ihren Booten aufs Meer hinaus, / und sie werfen im weiten Bogen die Netze aus …".

Das schräge Bild soll selbst Gerhard Schröder noch in beste Ferienlaune versetzt haben. Doch wo ist wohl "bei Capri"? Am besten, Sie chartern selbst ein Boot und segeln im letzten Abendlicht über den Golf von Neapel – aber nicht vor lauter Begeisterung kentern! Der Anblick lässt sich auch gut vom Festland auf einer Terrasse in Sorrent genießen; da gibt’s auch gleich Vino Rosso und Pizza Napolitana dazu.

Weitere Info:www.capritourism.com

An der Bucht der Poeten in Portovenere

Golfo dei Poeti

Lord Byron, der dichtende Bad Boy der britischen Romantik, schwamm besonders gern in der Bucht von Portovenere, am Südzipfel von Cinqueterre. Die Italiener waren so beeindruckt von dem schwimmenden Dichter, dass sie ihre schönste Grotte in dieser Bucht nach ihm benannten.

Mit Blick über die kleine gestreifte Kirche auf der Felsnase über dieser Grotte im Vordergrund wirkt der Sonnenuntergang hinter dem Golf von Genua so romantisch wie das wild bewegte Leben von Lord Byron.

Der schwamm (abgesehen von seiner Überquerung des Bosporus) auch quer über die Bucht von La Spezia, die später "dei Poeti" genannt wurde, von Portovenere nach Lerici, wo sein Freund Percy Shelley in jenem Sommer wohnte. Noch heute findet auf dieser kilometerweiten Strecke alljährlich im August ein Wettschwimmen statt.

Der poetische Sommer 1822 endete jäh, als Percy Shelley im Juli beim Segeln ertrank. Seine Frau Mary Shelley verfasste unter dem Eindruck von Byrons dämonischer Ausstrahlung und dieser Katastrophe später den Klassiker "Frankenstein". Später pilgerten weitere Schriftsteller an den "Golfo dei Poeti": Henry James (1909) sowie D.H. Lawrence und Virginia Woolf (1933).

Weitere Infos: www.navigazionegolfodeipoeti.it

Bretagne, Cap du Raz, Finistère

Cap du Raz
© Photocase

An der Pointe du Raz, ganz im Westen der bretonischen Halbinsel, ist die Alte Welt zu Ende und die Sonne versinkt im dramatisch aufbrausenden Meer. Hier reicht der Blick fast bis nach Amerika – über markante Felsspitzen und Leuchttürme in der Gischt hinweg.

Das Kap wurde kürzlich vom Autoverkehr und allzu heftigen Spuren des Tourismus befreit und liegt nun wieder in seiner weitgehend ursprünglichen Naturschönheit da. Und angeblich hört man manchmal gegen Abend die gequälten Seelen der vor diesen Klippen ertrunkenen Seeleute schreien …

Weitere Infos und Film:www.lapointeduraz.com

Schweden, Küste nördlich von Göteborg

Schweden
© Kjell Holmner

Skandinavienfans schätzen für den ultimativen Sonnenuntergang auch die zerklüftete Felsenküste nördlich von Göteborg.

Am Horizont des Skagerraks verglüht nicht nur die Sonne, hier fließen auch Nord- und Ostsee zusammen und noch weiter westlich lockt der Nordatlantik mit größeren Abenteuern.

Engadin, Seen bei Sils Maria

Engadin

Wo das Oberengadin jenseits des mondänen St. Moritz fast in den Himmel reicht, glüht die Abendsonne am Horizont hinter dem Silser- und dem Silvaplanersee zwischen den majestätischen Berggipfeln. Da hinten liegt Italien wie eine leuchtende Verheißung.

Der Abglanz der Abendsonne spiegelt sich wunderbar malerisch auf der Wasseroberfläche oder – fast noch schöner – auf dem winterlichen Eis.

Dieser magischen Landschaft mit ihrem zauberhaften Licht sind schon viele verfallen; der von ihr inspirierte Philosoph Friedrich Nietzsche kam Ende des 19. Jahrhunderts sogar sieben Sommer lang her und genoss einen wahren Schaffensrausch. Ihm folgten neben vielen anderen auch Hermann Hesse und David Bowie.

Weitere Infos: www.engadin.stmoritz.ch

Amrum, jenseits des Kniepsandes

Amrum
© Photocase

Das Dünengebiet und der Sandstrand von Amrum sind viel breiter als die auf Sylt – aber die kleinere und südlichere Nordfriesische Insel ist immer etwas im Schatten der mondäneren Schwester verblieben.

Wer also mit seinem spektakulären Sonnenuntergang über der Nordsee gern weitgehend allein bleiben möchte, ist hier richtig – denn Sand gibt es auf der Insel so reichlich, dass jeder sein eigenes Plätzchen mit viel Leere drum herum finden kann. Schließlich ist der Dünenstreifen von Amrum bis zu zwölf Kilometer breit und bis zu 30 Meter hoch.

Die ausgedehnten Schutzgebiete hier sind die einzigen der Westküste, die von Möwen und Enten zum Brüten genutzt werden. Der Kniepsand dahinter ist mit 1,5 Kilometern rekordverdächtig breit – es handelt sich um eine hochgelegene Sandbank, die nur bei Sturmfluten überspült wird und daher zu ausgedehnten Spaziergängen bei Wind und Wetter einlädt.

Weitere Infos:www.amrum.de

Mecklenburg-Vorpommern, Seenplatte

Mecklenburgische Seenplatte
© Photocase

Weitaus lieblicher geht es über den Seen des neuen deutschen Urlaubsfavoriten Mecklenburg-Vorpommern beim Sonnenuntergang zu. Da dümpeln die Bötchen am Steg, der Wind rauscht im Schilf am Ufer, das letzte Licht spiegelt sich hübsch im Wasser und mit etwas Glück liegt eine feierliche Ruhe über der Szenerie.

Weitere Infos:www.mecklenburgische-seenplatte.de

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