Reise

Süß in der City: Köstliche Stadtausflüge für Schleckermäuler

Brighton, Lübeck, Wien: Jede Stadt birgt ein süßes Geheimnis. Wir verraten Ihnen wie es heißt und wo Sie es finden.

© Tom Paiva/moodboard/Corbis

Triest

Wiener Kaffeehauskultur in Italien – das kann nur Triest sein. Hier sitzen die Menschen mit Büchern vor ihrem Café, während draußen kalter Wind durch die Hafenstadt pfeift. Schon Dichter wie James Joyce und Rainer Maria Rilke schätzten die Süßigkeiten - Überbleibsel der österreichischen Monarchie, zu der Triest bis 1918 gehörte. Kaiser Franz ist längst vergessen, geblieben sind Torten und Marzipangebäck.

Die süße Adresse:

Bei der berühmtesten Konditorei der Stadt, La Bomboniera, kommen die Kuchen aus einem Backofen von 1850. Überhaupt scheint sich seitdem nichts verändert zu haben: Eine reich verzierte silberne Klingelkasse auf dem Verkaufstisch, daneben türmen sich Bonbons, Pralinen und der berühmte Presnitz, eine Blätterteigrolle aus kandierten Orangen, Nüssen, Mandeln, Pinienkernen und Rosinen. www.triesteturismo.net

Wo übernachten?

Hotel Riviera: Alle Zimmer mit Blick auf den Golf von Triest, liegt dieses Hotel an der kurvenreichen Küstenstraße. Doppelzimmer ab 99 Euro pro Nacht. www.rivieramax.eu

Arbois

Gelber Wein, würziger Käse und natürlich die feine Schokolade kommen aus dem französischen Juragebirge. Schon in der vierten Generation führt der preisgekrönte Chocolatier Edouard Hirsinger seine Manufaktur im westfranzösischen Arbois.

Hier ist nicht nur alles handgemacht. Hirsinger arbeitet außerdem ohne Konservierungsstoffe und mit Milch aus der Region. Deswegen behalten die Pralinen auch nur zwei Wochen ihren köstlichen Geschmack – bis dahin sind sie sowieso längst weggenascht. www.chocolat-hirsinger.com

Die süße Adresse:

Kinder drücken die Nasen platt an seinen Schaufenstern, wo sich die viereckigen Pralinen sauber aufreihen, manche mit Flitter aus echtem Gold, andere mit hauchdünnem Sesamkrokant. Besondere Spezialität ist Le Galet – eine Schokoladenmischung von einer Baiserschicht umhüllt. Das Rezept stammt noch original vom Großvater.

Wo übernachten?

Im Privat-Schloss bei der Schweizerin Brigitte Keller gibt es zum Frühstück hausgemachte Marmelade aus grünen Tomaten, die Zimmer sind riesig und nachts hört man den Uhu rufen. Doppelzimmer ab 100 Euro. www.juranatura.fr

© Daniella Nowitz /Corbis

Paris

Zu Paris gehören nicht nur Käse oder Baguette, ganz typisch sind auch die Macarons. Eine Köstlichkeit, angesiedelt zwischen Baiser und Keks und gefüllt mit Buttercreme. Das Reinbeißen wird zum sinnlichen Genuss: Die dünne Außenschicht ist herrlich knusprig und erinnert ein wenig an Baiser oder Amarettini. Innen sind die Macarons dann ganz weich, die Füllung gibt den Geschmackskick.

Die süße Adresse:

Es muss einfach Ladurée sein: Macarons mit Rosenaroma, zartem Pistaziengeschmack oder frischer Limone, dunkler Schokolade oder gar mit Erdbeere? Ladurée legt jede Saison ein neues Aroma auf. Zum Schlucken ist nur der Preis: Drei Euro pro Stück – aber wer einmal versucht hat, Macarons selbst zu backen, greift für diese perfekten Köstlichkeiten gern tiefer in die Tasche. www.laduree.fr

Wo übernachten?

Trendy und günstig ist das neue Hotel Mamashelter. Designer Phillippe Starck hat es gestaltet mit schwarzweißen Zimmern und dünnen Chromduschköpfen - stylischer geht es kaum. Doppelzimmer ab 79 Euro. www.mamashelter.com

Wien

Hochburg aller Naschereien ist Wien mit seiner Sachertorte, heißer Schokolade und Apfelstrudel. Wer durch die österreichische Hauptstadt schlendert, trifft überall auf Spuren von Kaiserin Sissi, auch bei den Süßigkeiten. Denn obwohl die junge Herrscherin so figurbewusst war, konnte sie einer Leckerei einfach nicht widerstehen: den kandierten Veilchen. Immerhin sollen die Blüten den Appetit zügeln.

Die süße Adresse:

Der königliche Hoflieferant Gerstner hat nicht nur Sissis Gaumen verzaubert, sondern rühmt sich auch heute noch blaublütiger Fans: Königin Elisabeth von England und König Carl Gustav von Schweden. Neben den Veilchenblütenblättern ist vor allem die handgeschöpfte Schokolade eine Kaloriensünde wert. www.gerstner.at

Wo übernachten?

Carlton Opera Hotel: Das Jugendstilhotel liegt in einer ruhigen Seitenstraße in der Nähe des Naschmarkts, Doppelzimmer ab 80 Euro pro Nacht, www.carlton.at

Brighton

Die Neuigkeiten aus London sind in Brighton schon längst gelaufen: Das englische Seeband am Ärmelkanal gilt nicht nur als feines Wochenendziel für Hauptstadtflüchtige, sondern ebenso als Trendsetter. Ob bunte Kleider, ganz nach Kylie Minogues Geschmack, handgemachte Schuhe oder Tortenkunstwerke aus Schokolade – Brighton lockt mit ausgefallenen Sachen.

Die süße Adresse:

Florist für Schokoladenblumen? Auf so was können nur die Engländer kommen! Bei Choccywoccydoodah entstehen wahre Kunstwerke aus feinster Kakaomasse und Zucker. Pummelige Engelsfiguren, zarte Feen und sogar Totenköpfe zum Vernaschen. Ladies stehen ungläubig vor den weißen Zucker-Pumps mit hellblauen Punkten. www.choccywoccydoodah.com

Wo übernachten?

Brightons einzige Fünf-Sterne-Herberge besitzt nur neun Zimmer und liegt in einem typisch britischen Reihenhaus. Edel und moderne in einer familiären Atmosphäre. Günstigstes Doppelzimmer am 99 Euro. www.kemptownhousebrighton.com

© Image Source/Corbis

Zürich

Der größte Geldumschlagplatz der Schweiz hat ein süßes Fundament: Der Zuckerbäcker David Sprüngli hat hier mit den Tiefenhöfen als erster sein Geschäftshaus gebaut, weitere Unternehmer und Geldinstitute folgten. Heute gilt der Platz mit der angrenzenden Bahnhofsstraße als teuerstes Pflaster der Bankenstadt. Lindt und Sprüngli locken hier noch immer mit extra zart schmelzender Schokolade.

Die süße Adresse:

Die kleinen Früchte des bolivianischen Wildkakaos gehören zu den besten Zutaten der Schweizer Schokoladen. Pralinen aus diesen erlesenen Bohnen tragen das Siegel Grand Cru. Besondere Spezialität am Paradeplatz aber sind die Schokoladentorte sowie die Luxemburgerli, feine Makronen mit cremiger Füllung. www.spruengli.ch

Wo übernachten?

Hotel zur Stauffacherin, freundliches Hotel mit hellen Zimmern – nur für Frauen, EZ ab 84 Euro, in Einzelfällen darf auch der Partner mit. www.stauffacherin-zuerich.ch
 

Lübeck

Lübeck? Marzipan! Die Stadt an der Trave ist Zentrum der Marzipanherstellung in Deutschland. Die hier produzierte Spezialität muss mindestens 70 Prozent Mandeln beinhalten, um sich Lübecker Marzipan nennen zu dürfen. Seine Blütezeit hatte das Marzipan im Barock, als Konditoren üppige Verzierungen für Torten brauchten. Wer es sich damals leisten konnte, ließ die essbaren Miniaturen vergolden.

Die süße Adresse:

Am bekanntesten sind die Leckereien von Niederegger. Im Stammhaus in der Breiten Straße lockt eine Traumwelt zum Anbeißen und Schlürfen: Torte, Cappuccino oder Eis aus Marzipan. Glücksschweine und Kleeblätter, Aale, Robben mit Baby und Muscheln in Reih und Glied verströmen zuckrigen Mandelduft.

Wo übernachten?

Parkhotel am Lindenplatz, liegt nah am Holstentor und bezaubert mit seiner Jugendstilarchitektur. Doppelzimmer ab 79 Euro pro Zimmer. www.parkhotel-luebeck.de

Aix-en-Provence

Tröstende Fähigkeiten werden den Calissons aus Aix-en-Provence nachgesagt. Ein junger Bäcker soll sie im 15. Jahrhundert erfunden haben, um eine traurige Braut aufzuheitern, kurz vor ihrer Hochzeit mit einem alten König. Ob es gelang, verschweigt die Legende. Bis heute verwöhnt die Teigmischung aus Mandeln und kandierten Kürbissen den Gaumen.

Die süße Adresse:

In der Confiserie Parli entstehen die Calissons noch fast ganz von Hand. In dickem Zuckersirup baden kleine geschälte Fruchtkürbisse monatelang in Bottichen. Eine mechanische Drehpresse presst sie in die typische Calisson-Form: kleine Rauten mit dickem weißen Zuckerguss. www.leonard-parli.com

Wo übernachten

Das Hotel Saint Christophe liegt am Ende der berühmten Cours Mirabeau im Stadtzentrum. Elegantes Haus mit Pariser Charme, Doppelzimmer ab 86,30 Euro. www.hotel-saintchristophe.com

Von: Andrea Lammert

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