Franken
Das Anbaugebiet
Am Nordrand von Bayern wird der Frankenwein bereits seit mehr als 1.200 Jahren angebaut – ursprünglich ein Privileg der Klöster. Wo der Main die Region in Form eines großen Ws durchfließt, gedeihen die Reben an den südwärts gerichteten, windgeschützten Talhängen meist auf Muschelkalk.
Knapp 85 Prozent sind Weißweinsorten, wesentlich Silvaner, Müller-Thurgau und Bacchus; für Rotweine werden Spätburgunder geschätzt. Kennzeichen der Frankenweine sind die bei Zugereisten populären, aber durchaus nicht obligatorischen "Bocksbeutel", eine Flachkugelflasche.
Der Wein
Weiße Frankenweine sind überwiegend trocken, konzentriert fruchtig und langlebig. Der für Franken typische Silvaner feiert hier gerade sein 350. Anbaujubiläum – und passt heute zur heimischen Forelle ebenso wie zum Sushi. Für seinen "Eschdorfer Lump" wurden Horst Sauer gemeinsam mit seiner Tochter Sandra in London zum "German Wine Producer auf the Year 2007" gewählt. Weitere Infos: www.weingut-horst-sauer.de
Reisetipp
Erlebnisse zum besseren Verständnis des Frankenweins gibt es fast so viel wie Weinberge: Weinfeste in lauschigen Winzerstädtchen, Weinproben mit und ohne kulinarischer Begleitung, Wanderungen in den Weinbergen und oder Führungen durch die Weingüter. Ein "Weinguide" weist hier den Weg zu ausgezeichneten Weinen und Winzern: www.frankenwein-aktuell.de.
An einem Vogel- und Landschaftsschutzgebiet in der Nähe von Würzburg liegt das "Landidyll Wald- und Sporthotel Polisana" im Stil eines fränkischen Landsitzes, im Restaurant gibt es auch fränkische Spezialitäten. Preis pro Person im Doppelzimmer mit Halbpension ab 62 Euro (DerTour).
Frankreich: Château d'Yquem, Sauternes, Bordeaux
Das Anbaugebiet
Das Weingut, das dem legendärstem Bordeaux-Château d'Yquem den Namen gibt, liegt über den rebenbepflanzten Hügeln der Appelation Sauternes am linken Ufer der Garonne ganz im Süden der Weinregion Bordeaux. Hier werden ausschließlich edelsüße, opulente Weißweine gekeltert – überwiegend aus Sémillon-Trauben.
Die edle Süße verdanken Sauternes-Weine dem Schimmelpilz Botrytis cinerea, den die Morgennebeln des kühlen Flusses Ciron im Herbst mit sich bringen. Erst danach werden die Trauben buchstäblich handverlesen – so bleiben die Erträge niedrig und die Preise hoch.
Noblesse oblige: Das Château d'Yquem und seine Erträge gehören zum Luxuskonzern LVMH – wie auch Dior Parfums, Vuitton-Gepäck, TagHeuer-Uhren und Dom Pérignon.
Der Wein
Der süße, mächtige und exotisch-aromatische Château d'Yquem gilt als "außerirdisch", seit er vor 154 Jahren als einziger Bordeaux mit der übergeordneten Höchstklassifizierung eines "Premieur Cru Classé Supérieur" in den Himmel gehoben wurde.
Manch ein Mord soll schon für einen Schluck begangen worden sein, zumindest im Krimi. Eine 0,375-Liter-Flasche des guten 2005er-Jahrgangs kostet ca. 400 Euro. www.chateau-yquem.fr
Einen konkurrenzfähigen Wein keltert Lafite Rothschild im nahen Château Rieussec – einen sanften, honigsüßen Tropfen, von dem eine 0,75 Liter Flasche des 2005er Jahrgangs für "nur" etwa 80 Euro zu haben wäre. www.lafite.com
Literatur- und Reisetipps
In dem Band "Bordeaux Wein & Reise" (Verlag die Werkstatt, 9,90 Euro) führt Britta Wiegelmann, die lange in Bordeaux für "Vinum" arbeitete, in große wie kleine Châteaux und gibt zahlreiche Tipps für die Wahl der besten Restaurants und schönsten Hotels.
Frisch auf dem Markt ist der "Merian live!"-Band "Frankreichs schönste Weinregionen" von Beate Kuhn-Delestre und Margarete Botzian (Verlag Travel House Media, 12,90 Euro)
Die individuelle Autotour "Kultur, Wein und Gastronomie im Südwesten Frankreichs" führt eine Woche lang von Cognac bis Roquecor; Preis pro Person ab 330 Euro, Mietwagen ab 66 Euro pro Tag (DerTour).
Kalifornien: Rutherford, Napa Valley
Das Anbaugebiet
Wo einst der finnische Kapitän Gustave Niemann auf seinem Gut Inglenook mit Weinreben in kalifornischer Sonne experimentierte, gedeihen längst die besten Rotweine Kaliforniens. Rutherford im Herzen des Napa Valley nordöstlich von San Francisco gilt als berühmteste und teuerste aller American Viticultural Areas (AVA), nicht zuletzt, weil sich hier die Hollywood-Prominenz gern mit eigenen Weinbergen schmückt.
Der Wein
Die hier überwiegend aus Cabernet Sauvignon Trauben gekelterten Rotweine schmecken trotzdem, typisch für sie sind opulente Fruchtaromen, eine feste Tanninstruktur und Barrique-Nachgeschmack.
Als Winzer im Nebenberuf über alle Zweifel erhaben ist längst "Apocalypse Now"-Regisseur Francis Ford Coppola, der Inglenook aufkaufte und rekonstruierte. Mit seinem "Rubicon" (benannt nach Caesars Überschreitung desselben) kreierte er einen Kultwein mit Kirscharoma, dem zu Ehren er das Weingut jetzt in "Rubicon Estate" umtaufte. Eine Flasche des kraftvollen 2004-Jahrgangs kostet ca. 140 Euro.
Es geht auch preisgünstiger: Eine Flasche des in Rutherford gekelterten "Panamera Cuvee California 2006" mit Himbeeraromen gibt es bereits für weniger als 6 Euro.
Reisetipp
Ohne einen Verkostungsbesuch (aber nicht am Steuer!) im Napa Valley bleibt eine Kalifornien-Rundreise nur ein halbes Vergnügen – und ein Besuch im "Rubicon Estate" lohnt nicht nur für Filmfans! www.rubiconestate.com
Bei der V. Sattui Winery, einem sympathisch kleinen Familienbetrieb, lässt sich die Weinprobe im Garten unter alten Bäumen mit einem Picknick verbinden. Am zügisten lernen sie das malerische Napa Valley bei einer dreistündigen kulinarischen Rundfahrt im historischen Weinzug kennen. www.winetrain.com
Die Selbstfahrer-Rundreise "Kulinarisches Kalifornien" führt in die Kernregionen des kalifornischen Weinanbaus. Das Angebot von Meier's Weltreisen (buchbar bis 31.10,2009) mit Flug, zwölf Übernachtungen im Doppelzimmer u.a. kostet pro Person ab 1.402 Euro, der Mietwagen ab 287 Euro.