Fast forward
06
Mär

Fast forward

Warum Fasten Sinn macht und wie ihr die Zeit nutzt, euch Gutes zu tun.

Wenn wir mal vom kirchlichen Ursprung ausgehen, bezeichnet die Fastenzeit die Tage zwischen Aschermittwoch und Karfreitag. Enthaltsamkeit ist in diesen Wochen angesagt, Buße leisten. Aber katholischer soll's hier nicht werden. Denn auch jenseits strenger Fastenregeln kann Fasten sinnvoll sein, zum Beispiel, um den eigenen Körper zu entschlacken oder sich von schlechten Gewohnheiten zu lösen.

Teller leer, Glas voll

Gesundheitlich nicht empfehlenswert ist es, auf eigene Faust und frei nach Gefühl loszulegen – vor allem, wenn ihr gar keine Vorerfahrungen habt. Klärt vorab, am besten ärztlich, welche Art des Fastens für euch unbedenklich ist. Habt ihr wegen einer individuellen Krankheitsgeschichte Bedenken, solltet ihr euren Hausarzt um Rat bitten. Hier findet ihr ansonsten Adressen von Ärzten, die Fastende beraten und informieren.

Solltet ihr euch danach dafür entscheiden, für einen gewissen Zeitraum ganz auf feste Nahrung zu verzichten, gibt es zahllose Publikationen, die euch anleiten, praktische Tipps mit auf den Weg geben und auch medizinische Hintergründe erklären.

Frisch erschienen ist zum Beispiel "Mit Ernährung heilen" von Prof. Dr. Andreas Michalsen (24,95 Euro über den Insel Verlag). Wollt ihr euch speziell am Saftfasten ausprobieren, bietet "Frisch gepresste Säfte" von Diana Pyter (7,99 Euro über die NGV) leckere Rezepte, die genausogut außerhalb der Fastenzeit funktionierten.

Wasser marsch!

Eine softe Fasten-Variante ist es, nur auf einzelne Lebensmittel zu verzichten. Ihr hattet schon immer das Gefühl, dass euch Milchprodukte nicht so richtig guttun und zu viele Weizenprodukte schwer im Magen liegen? Die Fastenzeit kann eine prima Gelegenheit sein, sich mal ein paar Wochen im Verzicht zu üben und das überbackene Käsetoast am Morgen oder den halben Liter Milchkaffee daraufhin abzuklopfen, ob euch und euer Körper ohne nicht viel besser dran ist.

Besonders erfolgreich funktioniert Fasten unserer Erfahrung nach tatsächlich bei Getränken. Normal essen, aber 40 Tage lang statt Kaffee, Cola und Co. nur Wasser trinken? Apps wie "Drink Water" (für Android und iOs) erinnern euch an den Griff zum Glas und helfen dabei, auch langfristig im Blick zu behalten, dass ihr genug Wasser zu euch nehmt.

Schlechte Gewohnheiten fasten – alleine oder im Team

Wer schnell Kreislaufprobleme bekommt, einen körperlich herausfordernden Job hat oder gutes Essen einfach viel zu sehr genießt: Wir sind großer Fan davon, in der Fastenzeit auf ungesunde Gewohnheiten oder Konsummittel zu verzichten – und dadurch idealerweise ganz neue Alltagsroutinen zu entwickeln. Das kann sein, das Auto für kurze Strecken stehen zu lassen und immer mit dem Fahrrad zur Arbeit zu radeln. Vielleicht lässt sich mit Kolleg*innen, die ähnlich fit bzw. unfit sind wie ihr und auf dem Weg wohnen, ja eine Fahrgemeinschaft bilden? Das schafft bei Motivationsmuffeln wie mir eine größere Verpflichtung.

Gut vorstellen können wir uns für dieses Jahr auch, bewusst auf so viel Plastik wie möglich zu verzichten. Die Überbleibsel würden wir in einem Beutel oder einem großen Glas aufbewahren. Ein guter Ansporn ist, im Freundeskreis zu wetten, wer am Ende des Zeitraums am wenigstens gesammelt hat. Also nicht schummeln!

Ein Klassiker wäre auch, den Büro-Schubladen-Schokoriegel gegen das Mittagstief, der euch nur noch träger macht, durch einen Obstteller für dich und die Lieblingskollegin zu ersetzen. Der lässt sich super im Wechsel schnippeln. Außerdem holt ihr euch dadurch Verbündete ins Boot, die das Dranbleiben und Durchhalten fördern.

Viel Erfolg,
Eure LAVIVA


© Fotos: unsplash/rawpixel