48 Stunden in Madrid

Kultur, Schlemmen und Shopping: Laviva-Autorin Birte Mußmann hat sich Madrid im Schnelldurchlauf angeschaut.

Birte Mußmann

Madrid - Tag 1

Vormittags

Mein Madrid-Aufenthalt beginnt großartig. Ich liebe es, wenn man am Flughafen seiner Reisedestination ankommt und direkt die Jacke beiseite legen kann, weil es einfach zu warm dafür ist. Herrlich! Das Thermometer in der spanischen Metropole zeigt locker zehn Grad mehr an, als noch vor vier Stunden in Deutschland. Und das Ende April. Gut gelaunt starte ich also bei knapp 20 Grad Celsius im sommerlichen T-Shirt meinen 48-Stunden-Citytrip.

Zugegeben: Der kleine Ausflug ist ziemlich spontan zustande gekommen. Ich bin keineswegs bestens vorbereitet, daher muss ich mich in Sachen Orientierung auf mein heißgeliebtes Smartphone verlassen. Bereits beim Verlassen des Flughafens wartet die erste Aufgabe auf meinen hochmodernen Reisebegleiter. Der Auftrag lautet: Bring mich mit den öffentlichen Verkehrsmittel zum Hotel, das - wie sich in einer guten Stunde herausstellen wird - sehr stilvoll eingerichtete Only You Hotel im zentral gelegenen Stadtteil Chueca.

Überhaupt kein Problem für mein Mobiltelefon! Google Maps zeigt mir nicht nur die Route an, sondern auch welche Bus- und Metro-Linien ich nehmen muss, wann diese abfahren und wie viele Stationen passiert werden. Ziemlich praktisch. Die Fahrt kostet zwei Euro. Recht günstig.    

Mittags

Nach dem Check-In im Hotel und kurzem Bestaunen des coolen Interieurs, geht´s zur Stärkung zum Tapas-Essen ins Restaurant Los Galayos, eine der Topadressen für die landestypische Spezialität. Hier herrscht urige Gemütlichkeit. In kleinen Portionen werden lauter Leckereien serviert: Oliven, Iberico-Schinken, Bacalao (Stockfisch), Käsekroketten, würzige Kartoffelecken, frittierte Calamari, Gemüse und Frikadellen aus Hähnchenfleisch. Yammy! Tapfer kämpfe ich mich durch alle Gänge. Es ist einfach viel zu lecker, um irgendwas auszulassen.

Nachmittags

Pappsatt, aber überglücklich, breche ich zu meinem ersten Sightseeing-Ausflug auf. Das Ziel: Nicht nur dem Mainstream-Tourismus folgen, sondern ein paar der etwas versteckten Sehenswürdigkeiten in Madrid ausfindig machen. Mein Weg durch die spanische Metropole führt entlang der großen Straßen mit ihren prächtigen Gebäuden, aber auch durch kleine beschauliche Gassen mit netten Geschäften, Restaurants, Cafés, kleinen Blumen- und Obstständen. Ich könnte mir stundenlang die Nase an den niedlich dekorierten Schaufenstern platt drücken. Aber nein, mein Entdeckungsdrang lässt nicht locker. Mit erneuter Navigationshilfe meines Smartphones stratze ich drauf los.

Wo findet man das älteste Restaurant der Welt? Und wo steht in Madrid eine Straßenkehrer-Skulptur? Diese und weitere Sehenswürdigkeiten inklusive kurzer Erklärung können Sie in der nachfolgenden Karte ausfindig machen.

Abends

Puh, nach dem ausgedehnten Sightseeing-Trip sind meine Füße ganz schön platt. Höchste Zeit für ein kleines bisschen Entspannung: Auf der Dachterrasse vom "The Hat"-Hostel im Herzen der historischen Innenstadt lasse ich mir die Abendsonne ins Gesicht scheinen und genieße bei einem erfrischenden Gläschen Tinto de verano - eine Mischung aus Rotwein und Zitronenlimonade - den traumhaften Ausblick über die rot geziegelten Dächer des Viertels. Das Gute: Bis zum Abendessen kommt keine Hektik auf. In Spanien isst man nämlich relativ spät. Das bedeutet, nicht vor 21 Uhr. Nach dem Drink schlendere ich gemütlich zum Hotel, um mich dort noch mal frisch zu machen. Mein Zeitplan erlaubt sogar noch einen kleinen Powernap. Erholt und wie aus dem Ei gepellt, verlasse ich ein letztes Mal für den heutigen Tag das Hotel. Der Weg führt zum Mercado de la Reina. Hier gibt´s nicht nur leckeres Essen, sondern auch einen Gin Club mit den unterschiedlichsten Ginsorten. Wer also nach dem Schlemmen noch nicht nach Hause möchte, setzt sich einfach noch gemütlich eine Runde an die Bar. Ich höre jedoch nach dem Essen mein Hotelbett rufen. Eine Mütze voll Schlaf kann nicht schaden, schließlich steht auch an Tag 2 einiges auf dem Programm.


Madrid: Tag 2

Vormittags

48 Stunden in Madrid. Wenn man in dieser knapp bemessenen Zeit möglichst viel sehen möchte, sollte man sich ein motorisiertes Fortbewegungsmittel suchen. Die spanische Metropole ist nicht gerade klein. Meine Wahl fällt auf ein E-Bike. Das kann man sich in Madrid an jeder Ecke als Citybike ausleihen. Ähnlich wie in größeren Städten in Deutschland findet man überall Stationen, an denen man sich ein E-Bike schnappen oder wieder abgeben kann. Das Projekt hört auf den Namen „BiciMAD“. Ohne Jahresabo kostet eine Stunde gestaffelt zwei bis vier Euro. Wer sich nicht alleine auf Entdeckungstour begeben möchte, kann auch eine E-Bike-Tour mit Guide buchen - beispielsweise über www.mobeo.es oder einfach vor Ort im Hotel nachfragen. 

Da es in Madrid gerne mal bergauf geht, ist die elektronische Hilfe ziemlich nützlich. Ansonsten kommt man bei steigenden Temperaturen schnell ins Schwitzen. Mit E-Bike schwebt es sich locker-leicht durch die Straßen. Kurz antreten, dann gibt es einen seichten Ruck und der Motor springt an. Nicht gerade Warp-Geschwindigkeit, aber der Unterschied ist spürbar. Kleiner Hinweis: Man sollte etwas nachsichtig mit Fußgängern und Autofahrern sein, die den Umgang mit Radfahrern im Straßenverkehr scheinbar noch nicht komplett verinnerlicht haben. Nach ein paar Proberunden flitze ich 2,5 Stunden mit Sonnenbrille bewaffnet durch die Stadt. Der Fahrtwind weht mir leicht um die Ohren. Immer wieder erwische ich mich beim Grinsen. Ich hätte es mir bis dato nicht erträumen lassen, aber so eine E-Bike-Tour kann tatsächlich Spaß machen.

Was stand auf dem Programm? Die Highlights der Route mit kurzer Beschreibung können Sie sich auf der nachfolgenden Karte anschauen.

Mittags

Nachdem ich das E-Bike wieder abgegeben habe, muss ich die gesammelten Eindrücke auf mich wirken lassen. Dafür suche ich mir auf der Holzterrasse des „No.“-Restaurants ein schattiges Plätzchen. Bei Thunfisch-Tartar (unbedingt probieren!), mildem Burrata-Mozzarella, saftigen Ochsenherz-Tomaten und fruchtigem Himbeersorbet - das zufällig farblich perfekt zu meinen lackierten Fingernägeln passt - lasse ich die letzten beiden Tage noch mal Revue passieren. Begeisterung macht sich breit. Ich bekenne mich hiermit offiziell als Madrid-Fan!

Nachmittags

Time to say goodbye! Schweren Herzens mache ich mich auf den Weg zum Hotel. Mir bleiben noch 30 Minuten Zeit bis zur Abfahrt meines Flughafen-Shuttle-Service. Das Problem: Eigentlich bin ich noch auf der Suche nach einem Kleid für eine anstehende Hochzeit am darauffolgenden Wochenende. Das Gute an Madrid, es gibt überall kleine Boutiquen oder Läden, in denen man tolle Mode shoppen kann. Dieser Tatsache habe ich es zu verdanken, dass ich in Rekordzeit tatsächlich noch ein blau-weiß gepunktetes Kleid von Pedro del Hierro in einem Geschäft finde. Perfekt, Timing ist die halbe Miete. Mit wehenden Fahnen - oder besser Einkaufstüten - eile ich zurück zum Hotel.

Jetzt aber ab ins Taxi! Adios, Madrid!


Fotos: João Nogueira / Birte Mußmann


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