Berlin vom Feinsten

Berlin, du bist so wunderschön! Von Restaurants über Shoppinglocations bis hin zum angesagten Club: Fünf Berliner verraten uns ihre Insider-Tipps.

Berlin-Alexanderplatz

Ein Treffpunkt schon zu Döblins Zeiten: der Alexanderplatz in Berlin

„In Friedrichshain gab es früher keine Feinkost. Und dann kam ich“ Olivia Kaufmann verkauft Edelschokolade und Torten

Der Food-Profi:

Olivia Kaufmann macht Berlin noch ein bisschen leckerer. Es ist wie ein Traum aus Kindertagen: Getaucht in sanftes Sonnenlicht steht eine Frau in einem Laden voller Schokolade, Schokotorten und Keksen und lächelt freundlich durch die Scheibe. Wahr wird dieser Traum in Friedrichshain. Dort verkauft Olivia selbst gebackene Torten, die Namen wie "Casis Royal Blätternougat" tragen und so lecker sind, dass man ganz verrückt danach wird. Daneben stapelweise Schokolade aus Belgien, England, Frankreich, handbemalte Kekse, Trinkschokolade und Pralinen – alles von erstklassiger Qualität. Olivia Kaufmann entschied irgendwann, dass es in Friedrichshain zu wenig gute Lebensmittel gibt und eröffnete den ersten Feinkostladen im Stadtteil, Jahre später dann "Olivia – feinste Schokolade und Torten". Ihr ganzes Herz gehört Torten und Schokolade, und den Traum von mehr Genuss im eigenen Kiez lebt sie heute Tag für Tag.


"Olivia – Feine Schokolade und Torten", Wühlischstraße 30, Friedrichshain, www.olivia-berlin.de

Olivias Tipps:

Martkthalle Neun
 Mit der alten Kreuzberger Markthalle lebt ein Stück Berlin weiter. Als sie zum Verkauf stand, setzten sich die heutigen Betreiber dafür ein, die Halle für regionale Händler und Produzenten zu öffnen. Freitags und samstags kann man dort bummeln, auf Bierbänken sitzen und die gekauften Leckereien essen, während die Kinder auf einem Spielplatz toben.


Eisenbahnstraße 42, Kreuzberg, www.markthalle9.de

Currywurst
 Ein Muss für jeden Berlinbesucher ist die Currywurst. Es gibt zwei Orte, wo man sie gegessen haben sollte: „Konnopke’s Imbiss“, die Ost-Variante, und "Curry 36", die West-Variante. Am besten beide probieren und selbst entscheiden, welche man lieber mag. Beide sind lecker!


"Konnopke", Schönhauser Allee 44B, www.konnopke-imbiss.de

"Curry 36", Mehringdamm 36, www.curry36.de

Maître Philippe
 Richtig guten französischen Käse kriegt man nur bei einem waschechten Franzosen und Käsekenner. Hier findet man Köstlichkeiten wie Valençay-Weichkäse oder mit Riedgrashalm umwickelten Livarot, aber auch andere feine Sachen wie Olivenöle, Weine und Sardinen. 


Emser Straße 42, Charlottenburg, www.maitrephilippe.de

Kulinarische Stadtführung
 Auf den Geschmack Berlins kommen kann man bei einer kulinarischen Stadtführung durch Kreuzberg, Friedrichshain oder Schöneberg. In Kreuzberg besucht man zum Beispiel den ersten Dönerladen Berlins, in Friedrichshain zum Beispiel mich (lacht). Finde ich eine tolle Sache, so lernt man Berlin mal über das bloße Sightseeing und Partymachen hinaus kennen. 
Infos unter www.eat-the-world.com


Die Nightlife-Fee:

„Musik ist mein Leben und mein Beruf – der Beste, den ich jemals hatte“ Heide Rabe, DJane in „Clärchens Ballhaus“

DJane Clärchen weiß genau, wo Berlin nachts brennt. "Clärchens Ballhaus ist wie ein Relikt aus alten Zeiten. Im Spiegelsaal sieht man sogar noch Einschusslöcher aus dem Krieg. Und wenn der Saal mit Kerzen ausgeleuchtet ist, sieht das irre aus, sage ich dir!" Seit Jahren arbeitet DJane Clärchen alias Heide Rabe in "Clärchens Ballhaus" und noch immer spricht sie fasziniert von diesem magischen Ort, für den sich die Leute schick machen, um bis in die frühen Morgenstunden zu tanzen. Jung und Alt, jeder kommt seit nunmehr 100 Jahren gern an diesen Ort, wo neben Charts Zwanzigerjahre-Swing aus den Boxen schallt und jeden Abend eine Tanzveranstaltung lockt. 


"Clärchens Ballhaus", Auguststraße 24, Berlin-Mitte, www.ballhaus.de

DJane Clärchens Tipps:

Kulturbrauerei 
Im Sommer ist hier Festival-Stimmung: Alle sitzen draußen, es gibt Konzerte, Klubs, Theater und ein Kino. Seit den Neunzigern hat sich in der alten Brauerei eine tolle Kulturszene entwickelt. Hier gibt es immer was zu feiern. 


Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg, www.kulturbrauerei.de

Goldfisch 
Das ist ’ne kleene, süße Bar, in der man richtig gut Cocktails und Wein trinken kann. Die mixen auch leckere Eigenkreationen. Ist ein bisschen schicker und gediegen, aber ohne Schnickschnack. 


Grünberger Straße 67, Friedrichshain

Kinos 
Im Kino Krokodil kriegste ausschließlich russische Filme zu sehen, die sind richtig gut. Und das Kino International ist das ehemalige Prunkkino der DDR, wo noch der glitzernde Vorhang von damals hängt. 


Kino Krokodil: Greifenhagener Straße 32, www.kino-krokodil.de

Kino International: Karl-Marx-Allee 33, www.kino-international.com


Der Restaurant-Kenner:

„In Berlin gibt es alles. Irgendwann auch mein eigenes Restaurant“ Esko Niggemann kocht im Schweizer Restaurant „Nola’s“

Koch Esko Niggemann weiß, wo’s schmeckt. Dass das Schweizer Restaurant an einem Berg liegt, ist Zufall. Sitzt man auf der Terrasse mit Panoramablick auf den Park, steigen aber schon so etwas wie alpine Gefühle auf. Passend dazu serviert Küchenchef Esko Niggemann Bündnerfleisch, Chäs-Chnöpfli und Käsefondue. Der Schweizer Besitzer des "Nola’s" holte sich damit ein Stück Heimat nach Berlin, und die Berliner lieben es: Das Restaurant ist immer voll und der Brunch am Sonntag heiß begehrt. Seit 2010 ist Esko im "Nola’s" und ihm liegt viel daran, mit regionalen und saisonalen Produkten zu arbeiten – nur so kann es wirklich schmecken, sagt er. Und im Sommer kommen die Leute aus dem Volkspark am Weinberg hoch, um sich bei ihm ein Bier zu holen.


"Nola's am Weinberg", Veteranenstraße 9, Berlin-Mitte, www.nola.de

Eskos Tipps:

Schlesisch Blau
 Hier ist es so gemütlich, dass man sich ganz heimisch fühlt. In der Ecke steht ein gusseiserner Ofen, auf dem ein Suppentopf dampft, an einem Salatbüfett kann man sich bedienen. Jeden Abend gibt es ein Menü aus der deutsch-französischen Küche, alles immer richtig frisch und sehr lecker.


Köpenicker Straße 1, Kreuzberg, Tel. 030/69 81 45 38

Burgermeister 
Den besten Burger kriegt man beim "Burgermeister". Vor einem alten Toilettenhäuschen zwischen zwei Hauptverkehrsstraßen stehen die Leute Schlange dafür. Gegessen wird dann auf Fahrradbügeln, während die Hochbahn über einen hinwegbrettert. Ungemütlicher geht’s kaum, für diesen Burger nimmt man das aber in Kauf.


Oberbaumstraße 8, Berlin-Mitte, U-Bahn-Station Schlesisches Tor, 
www.burger-meister.de

Probiermahl
 Der perfekte Laden für Leute, die sich nicht entscheiden können. Dort gibt es kleine Portionen, quasi kleine deutsche Tapas, sodass man von allem ein bisschen probieren kann. Nur das Klauen beim Nebenmann ist verboten! Dortmunderstraße 9, Tiergarten, www.nola.deDie Lavanderia
Ein echter Geheimtipp versteckt sich in einem Hinterhof in Neukölln. Dort wurde eine Wäscherei in ein italienisches Restaurant verwandelt. An der Decke hängen Geschirrtücher, vom Gastraum aus kann man dem Koch beim Arbeiten zusehen, und um 19.30 Uhr beginnen alle zusammen mit dem 13-Gänge-Menü. Unbedingt vorbestellen!


Flughafenstraße 46, Neukölln, www.lavanderiavecchia.de


Mister Sightseeing:

„Ist doch schade, wenn man Berlin nur aus einem Reisebus erlebt“ Thomas Tekath, Rikschafahrer und Fremdenführer

Dank Thomas Tekath erfährt man die schönsten Orte Berlins. Geborener Berliner, tapferer Radfahrer, leidenschaftlicher Geschichtenerzähler. Thomas Tekath, Fremdenführer auf drei Rädern, kutschiert seine Gäste in einer asiatischen Rikscha durch Berlin. Sobald man auf den Sitz des quietschbunten Gefährts geklettert ist, fliegt ständig etwas Interessantes an einem vorüber, und Thomas kennt immer eine kleine Geschichte dazu. Knapp zwei Stunden dauern seine Touren, die im gemächlichen Tempo vorbei an Berliner Sehenswürdigkeiten, aber auch zu kleinen, versteckten Orten führen, die nicht in jedem Reiseführer stehen. 


Infos und Buchung unter www.thomas-tekath.de

Thomas’ Tipps:

Die Heckmannhöfe 
Die unbekannten Schwestern der Hackeschen Höfe. Kleine Läden, Cafés, das Galli-Theater und die berühmte "Bonbonmacherei", wo man bei der Produktion zuschauen kann, reihen sich um den hübschen Innenhof.


Oranienburger Straße 32, Berlin-Mitte,
 www.heckmann-hoefe.de

Tränenpalast Gedenkstätte 
Es müssen viele Tränen geflossen sein in der ehemaligen Abfertigungshalle, von der aus DDR-Besucher zurück in den Westen reisten und nicht wussten, wann und ob sie ihre Angehörigen wiedersehen konnten. In einer original Kontrollkabine kann man die Abfertigung nacherleben – authentisch und bewegend und nicht so reißerisch wie am Chackpoint Charlie.


Reichstagufer 17, Di.–Fr. 9–19 Uhr und Sa./So./Feiertag 10–18 Uhr, www.hdg.de

Haus Schwarzenberg 
Nur ein Torbogen trennt das schicke Berlin-Mitte vom Haus Schwarzenberg, und doch liegen Welten dazwischen. Hier gibt es Street-Art, Schrottskulpturen und einen Shop für urbane Kunst. Hinter der bunten Fassade verbirgt sich dann noch mehr: das Anne Frank Museum und die Blindenwerkstatt, die an die Nazi-Gräueltaten erinnern. Es gibt hier viel zu entdecken, was einen inspiriert, aber auch nachdenklich stimmt.


Rosenthaler Straße 39, www.haus-schwarzenberg.de


Die Shopping-Spezialistin:

„Für wirklich schöne Mode: ab in die Mulackstraße!“ Nicole Hogerzeil gehört die Boutique „Schwarzhogerzeil“

Bei Nicole Hogerzeil kommt nicht alles in die Tüte – nur erlesene Mode. Die Mulackstraße ist bekannt für ihre ausgewählten Boutiquen, eine davon gehört Nicole Schwarzhoger. Ihr liegt es am Herzen, die Mulackstraße als einen Ort zu erhalten, an dem es für Modeliebhaber noch was zu entdecken gibt und der nicht zu einer Meile voller ramschiger Boutiquen und Flagship-Stores verkommt. Wer ihren Laden betritt, wird immer fündig: unbekannte Labels, tragbares, aber niemals langweiliges Design und eine Beraterin, die sich auf die Fahne geschrieben hat, einen „Frauenversteherladen“ zu führen. "Hier kommen Frauen her, die Designerkleidung lieben, sich aber nicht in Größe 36 irgendwelcher schnittverliebten Jungdesigner zwängen möchten, und denen die großen Designershops zu konventionell oder auch zu teuer sind." Wie sympathisch!


"Schwarzhogerzeil", Mulackstraße 28, Berlin-Mitte, www.schwarzhogerzeil.de

Nicoles Tipps:

Sabrina Dehoff Schmuck
 Aus wunderschönen Edelsteinen macht die Designerin den tollsten Schmuck! Ich trage eigentlich jeden Tag ein Stück von Sabrina Dehoff. Mehr braucht man nicht, um besonders auszusehen.

Torstraße 175, Mitte, www.sabrinadehoff.com

Soeur – Secondhand-Boutique
 Ein Secondhandladen mit Stil, der auf Klasse statt Masse setzt mit einer sehr guten Auswahl. Modeverliebte finden hier garantiert etwas. Das "Soeur" ist liebevoll eingerichtet, und neben Designerklamotten gibt es auch Vintagemöbel und hübsche Keramik.


Marienburger Straße 24, Prenzlauer Berg, soeur.tumblr.com

Petite Boutique
 Kleidung für die Kleinsten. In dem französisch angehauchten Laden findet man zauberhafte Kleider oder die perfekten Sandalen, aber auch wunderschöne Schultüten und schönes Spielzeug. In der "Petite Boutique" kriegt man den Wunsch, ganz viele Kinder anzuziehen.


Auguststraße 26a, Berlin-Mitte, www.petiteboutique-berlin.de

Wolfen
 Ich finde, alle sollten mindestens ein Teil von Wolfen besitzen. Die Sachen sind geradlinig ohne übertriebene Details. Dieser Laden ist vollkommen klar und unaufgeregt. Hier rennt man nicht jedem Trend hinterher.


Auguststraße 41, Berlin-Mitte, www.wolfengermany.com


Hotel-Tipps


Hotel Hüttenpalast
 Für die Nacht mietet man sich einen Wohnwagen oder eine der Hütten, die in einer alten Fabrikhalle stehen. Am Morgen trifft man dann seine Nachbarn zum Frühstück. Wie Camping, nur besser.


Hobrechtstraße 66 in Neukölln, Wohnwagen/ Hütte als EZ 45 Euro, als DZ 65 Euro. www.huettenpalast.de

Hotel Michelberger
 Mitten in Friedrichshain steht das viel gelobte Designhotel "Michelberger". Jedes Zimmer ist einzigartig und so detailverliebt, dass man sich wie zu Gast im WG-Zimmer eines guten Freundes fühlt. Auch für Übernachtungen mit Kindern oder größere Gruppen geeignet.


Warschauer Straße 39/40 in Friedrichshain, DZ ab 60 Euro. www.michelbergerhotel.com

Grimm’s Hotel
 Hinter jeder Zimmertür verbirgt sich ein modernes Märchen. Stilvoll eingerichtete Themenzimmer, ein Wellnessbereich und gehobenes Ambiente mitten in Berlin.


Alte Jakobstraße 100 in Berlin-Mitte, Zimmer ab 69 Euro. www.grimms-hotel.de


© Dagmar Schwelle/LAVIVA; Fotolia | aus der "LAVIVA"-Ausgabe Mai 2012


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