Camping de luxe

Bye-bye, Isomatte: Statt in zugigen Hauszelten urlauben „Glamper“ jetzt in stylishen Outdoor-Oasen. Nie war das Draußengefühl stilvoller.

War es nicht eine der schönsten Szenen der Filmgeschichte? Wie Robert Redford inmitten der kenianischen Wildnis – die Grillen zirpen, das Präriegras knistert von der glühenden Sonne, im Hintergrund das Zelt aus eierschalenfarbenem Tuch – Meryl Streep die Haare wäscht. Ihr aus einem Krug das Wasser behutsam übers Haupt gießt. Und sie mit geschlossenen Augen: genießt. Ein Bild von großer Sinnlichkeit und spartanischer Schönheit. Hach, dachte man da neiderfüllt, zum Glücklichsein braucht es doch so wenig: die Abgeschiedenheit der Natur, ein Zelt, seinen Liebsten. Allenfalls vielleicht noch ein paar wenige Dinge, die den Alltag noch hübscher machen. Denn auch das erinnern wir: Die Filmhelden von „Jenseits von Afrika“ logierten zwar am Puls der Natur, begleitet von atmosphärischen Geräuschen aus der Wildnis. Doch beim Abendessen wurde mit Kristallglas, Porzellan und weißen Leinenservietten getafelt.

Dieser Zauber des „einfachen Lebens“ ist verführerisch. Kein Camping, wie wir es bisher kannten: muffige Schlafsäcke, grölende Zeltnachbarn, Gemeinschaftsklos. Bloß das nicht. Schlicht darf es sein, aber bitte mit Stil. Sonst bleibt die Romantik auf der Strecke.

Dass es offenbar vielen so geht, belegt ein neuer Trend. „Glamping“ heißt er, und ist eine Abkürzung für „glamourous camping“ – Zelten mit Luxus-Touch. In den USA und England ist das längst die angesagte neue Urlaubsform, erst recht, seit sich Kate Moss und Jamie Oliver als bekennende „Glamper“ geoutet haben. Aber auch in Holland, Italien oder der Schweiz wächst das Angebot. Was in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt, ist in Frankreich schon ein richtig großer Markt. Dutzendfach findet man im Languedoc, in der Dordogne oder im wildromantischen Massif Central Einrichtungen, die sofort auch jedes Nicht-Camper-Herz erfreuen: Indianer-Tipis und Beduinenzelte, mittelalterliche Turnierzelte und mongolische Jurten, komfortabelst und originell ausstaffiert. Oder der „Roulotte“, ein bunt bemalter hölzerner Zirkuswagen, durch dessen gläsernes Dach man nachts zum Firmament aufschaut. Mehr Romantik geht nicht. 

Nicht weniger originell sind auch jene silberglänzenden Ostereier, denen selbst die größten Outdoor-Muffel die Bewunderung nicht verwehren können: die Camping-Vans der Marke Airstream, die, zumal wenn es sich um Original-Oldtimer handelt, ein Vermögen wert sind. Und die man kurzzeitig sein eigen nennen kann, wenn man sich tage- oder wochenweise im „Camp Silver“ auf der niederländischen Insel Texel einmietet. Ein Designer hat sie komplett im Sixties-Stil ausgestattet – Besitzer von Designhotels werden vor Neid erblassen.

Aber zurück zum Anfang, zum Zelten mit Safari-Feeling. Liebhaber können dies im Ostseebad Dahme an der Lübecker Bucht nachfühlen. Im „Eurocamping Zedano“, einem Zeltplatz, der nur auf den ersten Blick wirkt wie die üblichen Verdächtigen, findet sich endlich unser Traumzelt. Riesengroß und eingerichtet wie Meryl Streeps Farm in „Jenseits von Afrika“: romantisches Himmelbett, einladende Badewanne und sandfarbene Sitzgarnitur. Natürlich steht es jeder Romantikerin frei, die Haare nicht in der dazugehörigen Nostalgiewanne zu waschen, sondern dies im schmeichelnden Abendsonnenlicht vor dem Zelt zu tun – mithilfe des Liebsten. Und eines können wir garantieren: Die wilden Tiere, die sind weit, weit weg.


Text: Barbara Kolb Bildnachweise: iStockphoto, PR


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