City-Trip: Paris im Sommer

Die Stadt der Liebe ist immer einen Besuch Wert. Besonders in der Sommerzeit, zeigt sich Paris von seiner schönsten Seite.

Paris im Sommer? Nie wieder, hatte ich mir geschworen, als ich vor zehn Jahren auf Durchreise in der Hauptstadt war. Zwar herrschte in der hektischen Millionenmetropole eine fast dörfliche Ruhe, dafür hatten fast alle Bäcker geschlossen ebenso wie meine Lieblingsboutique und mein Lieblingscafé. Doch jetzt ruft meine Freundin Anna aus Südfrankreich an und sagt: "Komm, lass uns in Paris treffen und Saint-Tropez spielen." Saint-Tropez spielen – in Paris? "Ja, Paris sperrt jedes Jahr eine Hauptverkehrsstraße am Seineufer und macht sie zum Strand", erklärt sie. Überredet!

An den Paris Plages, wie der Hauptstadtstrand genannt wird, riecht es nach Sonnencreme, als wir in den knallblauen Umkleidehäuschen das Sommer­kleid gegen den Bikini tauschen. Zwischen den Kabinen knutscht ein Pärchen – typisch Frankreich eben. Meine Füße stecken tief im warmen Sand, und vor mir liegt mein Lieblingspanorama: die Île de la Cité mit ihrer grünen, bewachsenen Spitze und davor die Pont Neuf mit ihren Steinnischen, in denen man in der Dämmerung so wunderbar mit jemandem sitzen kann, den man mag. Ein Ausflugsdampfer schippert vorbei, und ganz in der Nähe gibt ein Saxofonspieler den 30-Grad-Klassiker "Summertime", während Spätnachmittagsdunst über den Fluss gleitet. Schön. Doch gnadenlos reißt mich Anna aus meinen Träumen: "Komm, wir wollten doch noch ins Institut du Monde Arabe. Der Minztee ist bei der Hitze genau das Richtige!" Wir schlendern die Seine entlang, beobachten Künstler beim Sandskulpturenbauen, Teenies spielen Tischfußball unter Palmen auf dem aufgeschütteten Sand, und etwas weiter entfernt übt eine zwölfköpfige Gruppe Tai-Chi. Es sieht tatsächlich aus, als boxten sie im Zeitlupentempo gegen Unsichtbare.

Alle paar Meter steht ein Brunnen, aus dem "Eau de Paris" sprudelt, ein kostenloser Trink-Stopp für alle Strandbesucher. Dann entdecken wir die Sprühduschen, die an den Kaimauern hängen. Wir laufen durch einen Schleier dichten Nebels, unsere Kleider kleben nass am Körper. Der Minztee muss wohl erst mal warten. Und später, viel später, vielleicht noch eine Runde Einkaufsbummel im Marais, denn das ist noch so ein Grund, im Sommer nach Paris zu fahren: Es ist kaum jemand da, der einem die Sachen vor der Nase wegschnappen kann.

Restaurant- und Hotel-Tipps

Übernachten

Im August verkaufen viele Pariser Hoteliers ihre Zimmer zu Schleuderpreisen – oft zahlt man nur ein Drittel des normalen Preises.



Mama Shelter 
Das Hotel, das unweit des Friedhofs Père Lachaise liegt und von Philippe Starck designt wurde, ist sehr stylish – und das zu moderaten Preisen. Im Sommer kostet das Zimmer ab 89 Euro. 109, Rue de Bagnolet, www.mamashelter.com

Essen & Trinken

Institut du Monde Arabe 
Einer der schönsten Blicke auf Paris eröffnet sich von der 9. Etage der Kultureinrichtung  – die Terrasse ist für jeden zugänglich. Das tolle libanesische Restaurant serviert Minztee nach arabischer Art oder ein Mittagessen für rund 20 Euro.


1, Rue des Fossés St Bernard, www.imarabe.org, www.noura.com



L’Été en Pente Douce 
Bilderbuch-Paris am Fuße der Basilika Sacré-Cœur. Der Blick von der beleuchteten Terrasse auf den Garten samt Kuppelkirche ist umwerfend, ebenso die Preise: Die Quiche kostet nur knapp zehn Euro.


23 Rue Muller, www.parisresto.com



La Péniche Antipode 
Hausgebrautes Bier oder biologischen Fruchtsaft serviert man hier auf einem alten Schiff. Auf der angeschlossenen Bühne gibt es Kinderspaß und Theaterperformance für Erwachsene. 


55, Quai de la Seine, www.penicheantipode.fr


Text: Andrea Lammert, Bildnachweise: Fotolia


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