London für Sparfüchse

London gilt als teures Pflaster. Kann man hier trotzdem ein nettes Wochenende für unter 500 Euro verbringen? Unsere Autorin ging auf Schnäppchen-Tour.

Julia Grosse
Eine Stadtrundfahrt im roten Doppeldecker? Günstiger geht's mit der "Tube" - oder per Leihrad!
Nicht wundern, wenn Robbie Williams am Nebentisch sitzt: das "Pizza East"

Freitagabend

18 Uhr: Erst mal auf die eleganten Kingsize-Betten in diesem fantastischen Geheimtipp-Bed & Breakfast fallen lassen! Neben den vier sehr großen Zimmern ist vor allem die Lage das beste Accessoire: Wer hier aus der Tür geht, landet direkt auf Londons berühmtem Portobello-Markt. DZ ab 110 Pfund. "The Main House", 6 Colville Road, www.themainhouse.co.uk

20 Uhr: Die beste Büffelmozzarella-Pizza Londons für gerade einmal 8 Pfund gibt’s gleich um die Ecke: Das neu eröffnete "Pizza East", Teil der Soho-House-Gruppe, erinnert an eine Designgroßküche in Sizilien. Hier kann man bis Mitternacht sitzen, sich an das Tempo der Stadt gewöhnen und den grandiosen Wassermelonen-Martini probieren (8,50 Pfund)! "Pizza East", 310 Portobello Road, www.pizzaeastportobello.com

Samstag

9 Uhr: Gut geschlafen? Nichts wie raus auf den Portobello-Markt! Hier erwischt man für kleines Geld gut erhaltene Jil-Sander-Heels und frische Fruchtsäfte in einem der Jamaika-Imbisse (2,50 Pfund).

11 Uhr: Danach geht’s in die Stadt. Um die Bahn- und Busreisen günstig zu halten, hilft eine "Oyster Card": Die gibt es gegen ein Pfand von fünf Pfund in jeder U-Bahnstation. Mit der sportlichen Version der Stadtrundfahrt spart man Nerven und Geld: einfach an der Station Charing Cross eins der von den Londonern heiß und innig geliebten Barclays Bikes schnappen. Man kann anhalten, wann und wo man will, und ist mit einem Pfund Leihgebühr, bezahlt per Kreditkarte, für 24 Stunden Radbesitzer.

11.30 Uhr: Mit dem Rad geht es um den Trafalgar Square und auf die Prachtstraße The Mall. Einmal mit dem Rad die Strecke nachstrampeln, auf der zuletzt William und Kate als neue Eheleute Richtung Buckingham Palace rollten! Den muss man sich leider mit Touristen aus jedem Winkel der Erde teilen, denn der traditionelle Wachwechsel ist Kult. Von Mai bis Juli wird täglich ab 11.30 Uhr abgelöst, August bis April nur jeden zweiten Tag. Wer Radeln inakzeptabel findet, kann übrigens auf den beiden letzten Original-Doppeldeckern der Linien 9 und 15, den "Routemastern", günstig Sightseeing betreiben (ab 1,30 Pfund).

13 Uhr: Ohne die Kunst wäre es in London ziemlich leer, und ein Besuch der vielen Galerien der Innenstadt lässt sich dezent in den Einkaufsbummel einbauen. Sehenswert ist zum Beispiel "Hauser & Wirth" (www.hauserwirth.com) in der legendären Maßschneiderstraße Savile Row.

Bitte Platz nehmen: Für 1,50 Pfund Liegestuhlgebühr können Sie es sich im Green Park gut gehen lassen

14 Uhr: Den alten Wohlstand der Briten feiert das traditionelle britische Luxuskaufhaus Liberty (Regent Street, Ecke Great Marlborough Street, www.liberty.co.uk). In dieser exzentrischen Fachwerk-Festung kann man stundenlang durch die Designauswahl von Jimmy Choo bis Stella McCartney streifen und sich very british für faire 18,95 Pfund im hauseigenen Café eine klassische, durchaus satt machende Teatime gönnen.

16 Uhr: Falls London einen gnädigerweise mit einigen warmen Sonnenstrahlen verwöhnt, unbedingt eine kleine Pause auf den Liegen im Green Park einlegen (1,50 Pfund), direkt neben dem "Ritz".

18.30 Uhr: An frühen Samstagabenden gibt es seit einigen Monaten den besten Grund, mit der Victoria Line in den Süden zu düsen (Station Brixton): Der hintere Teil des Brixton Market ist zum Mekka junger, internationaler Küche mutiert. (http://www.brixtonvillage.wordpress.com/brixton-village-traders/). Hier reiht sich Vietnamese an Italiener an Brasilianer, und das junge Team von "Honest Burger" ist gerade dabei, den Titel für die köstlichsten, günstigsten Burger der Stadt abzustauben (6,50 Pfund, www.honestburgers.co.uk). Tipp: Ist der Laden überfüllt, ab in den portugiesischen "Brixton Village Grill". Ein Lendensteak vom Holzkohlegrill mit Beilagen gibt es bereits für knappe 10 Pfund (http://brixton-villagegrill.com)!

21 Uhr: Da London ohne Pub in etwa so ist wie Las Vegas ohne einarmige Banditen, führt der Weg jetzt in den jungen Osten der Stadt, genauer gesagt ins "The Ten Bells" in Shoreditch (84 Commercial Street). In diesem schönen Eckpub beobachtete Jack the Ripper beim Bier (Pint ca. 3,80 Pfund) angeblich seine Opfer …

23.30 Uhr: Wieder hungrig? Auf zum besten Bagel-Imbiss der Stadt: Beigel Bake (159 Brick Lane) hat Preise wie in den Fifties (Bagel 25 Pence, mit Lachs 1,50 Pfund). Ein Klassiker ist der Bagel mit "Salt Beef" und scharfem englischem Senf (3,50 Pfund): Näher kann man London nicht kommen!


Sonntag

9.30 Uhr: Good Morning! Ein Spaziergang führt durch den Hyde Park, wo man im kleinen See-Café seinen Latte trinken und den Schwänen zuschauen kann (http://www.companyofcooks.com/locations/our-locations/hyde-park). Wer verkatert ist, ordert das "Fully English" mit Speck, Wurst, Ei und Toast (7,70 Pfund).

Der Blick auf Themse und London Eye ist umsonst

11.30 Uhr: Mit der Tube geht es nach Waterloo, wo man mal eben per Oyster Card auf der Themse schippern kann: Direkt am Riesenrad London Eye starten die schnellen Thames-Clipper (ca. 5 Pfund).

13 Uhr: Ziel ist das Kraftwerk der Kultur, die Tate Modern (Bankside, www.tate.org.uk). Ex-Premier Tony Blair hat man es zu verdanken, dass die meisten Museen in der Stadt umsonst sind. Und so schlendert man durch die gigantische Turbinenhalle des Museums und fühlt sich vor den Installationen wie eine Ameise. Zur Stärkung gibt es im Café im 2. Stock leckeren Bananen-Mandel-Kuchen (3,60 Pund). 


16 Uhr: Foto gefällig? Rauf auf Norman Fosters irre Millennium Bridge direkt vor dem Museum, mit der legendären St Paul’s Cathedral (genau, hier trauten sich Di und Charles!) im Hintergrund. 


17 Uhr: Gemütlich an der Themse entlang geht’s zum Abschieds-Pint im "The Market Porter" (9 Stoney Street) auf dem Borough Market. Nur am Rande: Auf dieser urigen Straße schlugen sich Hugh Grant und Colin Firth um Bridget Jones die Nasen ein. 


Die Reisekosten fürs Wochenende:

rund 360 Pfund (ca. 400 Euro) pro Person – sehr großzügig kalkuliert und inklusive Transfer vom Flughafen. Dazu kommen 60 bis 100 Euro für den Flug. Insgesamt landen Sie bei 460 bis 500 Euro. Das Budget wird durch den Kauf eines schönen Vivienne-Westwood-Mantels natürlich gesprengt …

Tipps

Hinfliegen


Stansted: 
Norman Fosters offene, weiße Halle beherbergt Airlines wie Ryanair (Flüge u. a. ab Hamburg, Berlin) und bringt Reisende mit dem Stansted Express nach London (Hin- und Rückfahrt ab ca. 27 Pfund). Eine günstigere Alternative, die allerdings stauabhängig ist und rund eine halbe Stunde länger dauert, ist die Fahrt mit dem National Express Busservice (www.nationalexpress.com).


Luton:
 Der Flughafen liegt eine Stunde von London entfernt und wird von Easyjet (u. a. ab Berlin, Dortmund, Hamburg) angeflogen. Vorm Haupteingang fährt die Greenline-Buslinie bis direkt nach Victoria. Ein Hin- und Rückticket kostet für Easyjet-Flieger nur ca. 14,50 Pfund.


Gatwick:
 Der Flughafen (nur eine halbe Stunde bis London!) wird von diversen Airlines wie Easyjet (u. a. ab Berlin, Düsseldorf, Hamburg), Air Lingus (u. a. ab Berlin, Hamburg, München) oder Air Berlin (u. a. ab Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg) angesteuert. Wer eine günstige Alternative zum Gatwick Express (27,40 Pfund für Hin- und Rückfahrt) sucht, nimmt den regulären Zug (www.southernrailway.com).



Übernachten


Hoxton Hotel:
 Cooles Hotel im Epizentrum der Ausgeh-Szene, das Qualität, ausgefallenes Interieur und extrem faire Übernachtungspreise verbindet. DZ ab 59 Pfund. 81 Great Eastern Street, www.hoxtonhotels.com


Twenty Nevern Square:
 Inmitten des hektischen Messeareals Earls Court versteckt sich dieses extrem nette Boutique-Hotel in einem privaten Garten. DZ ab 79 Pfund. 20 Nevern Square, www.20nevernsquare.com


New Linden:
 Dieses schicke Haus liegt günstig zwischen Notting Hill und Paddington. DZ ab 105 Pfund. 59 Leinster Square, www.newlinden.co.uk


© Thinkstock; PR; Pixel & Création/Fotolia | aus der "LAVIVA"-Ausgabe März 2013


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