Mauritius, Du Schönheit!

Mauritius bietet Traumstrände, türkisblaues Meer, Sportangebote - und neuerdings auch günstige Hotels.

Birte Mußmann

Das Bild am Strand von Mauritius könnte mir reichen: Unter meinen Füßen der feine Sand, vor mir funkelt das Meer in der Sonne, und am Korallenriff bricht eine Welle wie aus dem Nichts. Davor ist das Wasser ruhig, hier und da wippen kleine Boote auf den Wellen, am Ufer wiegen sich Filao-Bäume im Wind. Aber so bin ich ja nicht gestrickt. Nach zwei Tagen Strand werde ich ungeduldig: Selbst im Paradies möchte ich mich bewegen. Also lasse ich diese Bilderbuchkulisse alleine vor sich hin strahlen, verlasse den Indischen Ozean für eine Weile und untersuche stattdessen das grüne Binnenland.

Wasserfall und "Siebenfarbige Erde"

Mein Ausgangspunkt ist der Ort Chamarel im Südwesten. Ab hier starte ich meine erste Tour, per Rad. In der bezaubernden Öko-Lodge "Lakaz Chamarel", in der ich für 88 Euro die Nacht mit Halbpension übernachte, kann ich mir ein Mountainbike leihen. Das Ziel soll der hiesige Wasserfall sein und die "Siebenfarbige Erde" – diverse übereinanderliegende Erdschichten, die wie ein Kunstwerk aussehen. Nur: Was ziehe ich an? Der Himmel ist bewölkt, trotzdem ist es sommerlich warm. Ich entscheide mich für Shorts und Shirt. Die Regenjacke landet im Rucksack, ebenso eine Flasche Wasser und Sonnenschutz.

Bevor ich starte, sagt mir der nette Personalchef dieser Wohlfühl- Oase: "Ich habe eine solche Radtour noch nie gemacht!" Das macht mich etwas stutzig, aber ich lass mich mal rollen: Erst geht es auf einer Straße bergab durch den kleinen Ort. Auf Mauritius herrscht Linksverkehr – viele Autos sind zum Glück nicht unterwegs. Ansonsten ist der erste Abschnitt unkompliziert. Kleine Häuser und Läden säumen den Weg, Menschen sehe ich kaum. Nach diesem sanften Radtour-Einstieg kommt Abschnitt zwei: Nun geht es auf einem Feldweg weiter. Ich bin froh, ein gut gefedertes Mountainbike mit breiten Reifen und gutem Profil zu haben, denn ab hier machen Steine oder vom Regen ausgewaschene Furchen das Fahren anstrengend. Rechts und links von mir liegen Palmenplantagen und Zuckerrohr. Beim ersten Anstieg bilden sich Schweißperlen auf meiner Stirn. Aber ich habe es ja nicht anders gewollt!

Leicht verschwitzt und ziemlich durchgerüttelt komme ich am Wasserfall an. Das herabstürzende Wasser erfrischt mich schon beim Zusehen. Trotzdem möchte ich weiter, ich bin so neugierig auf die "Siebenfarbige Erde", dass ich bald wieder auf dem Rad sitze. Etwas naiv dachte ich, alle anderen Touristen lägen zwei Wochen am Strand, aber schon auf dem Weg schwirren plötzlich jede Menge Menschen um mich herum. Und dann komme ich endlich an! Lässig, so per Rad statt mit dem Reisebus. Der Blick auf eine Infotafel verrät mir: Das Phänomen der "Siebenfarbigen Erde" ist vulkanischen Ursprungs, wie so vieles auf der Insel. Ich schaue also auf erodiertes Lavagestein, das nur noch aus Tonmineralen besteht – deshalb wachsen hier auch keine Pflanzen. Stattdessen leuchtet diese Mondlandschaft in allen möglichen Farben: Ocker, Grün, Violett und alle Nuancen dazwischen. Gerade wenn die Sonne scheint, sieht das faszinierend aus. Ich bleibe bis zum Beginn des Sonnenuntergangs, was sich durch die Lichtspiele wirklich lohnt. Genug beeindruckt für heute. 

Mauritius: Anreise und Übernachtung

ANREISE
Zum Beispiel mit Condor von Frankfurt nach Mauritius ab 799 Euro. Reine Flugzeit: 11 Stunden 20 Minuten. Zeitunterschied: 3 Stunden plus (Winterzeit).

ÜBERNACHTEN
Lakaz Chamarel (5 Sterne): Die bezaubernde Öko-Lodge mit 20 Zimmern liegt im grünen Hinterland im Südwesten. Hier lässt es sich wunderbar entspannen. Eine Übernachtung (50-m2-DZ/HP) kostet ab 88 Euro pro Person. Drei Yogastunden pro Woche sind inklusive. Fahrräder können gegen Gebühr ausgeliehen werden.

Cap Ouest Apartments (4 Sterne): Die neue Apartment­anlage mit 35 Zimmern befindet sich im Westen in Flic en Flac. Die Einrichtung ist modern mit liebevollen Details. Eine Übernachtung im 214-Quadratmeter-Apartment für 4 Personen mit 2 Schlafzimmern, Wohnbereich, Küche, Balkon, tägliches Housekeeping, kostet ab 212 Euro pro Apartment. Frühstück kann dazugebucht werden. 

Astroea Beach Hotel (3 Sterne): Das Adults-only-Boutique-Hotel mit 16 Zimmern liegt an einer Lagune an der Südostküste in Pointe d’Esny. Nur ein paar Schritte vom Bungalow, schon stehen Sie mit den Füßen im Sand. Eine Übernachtung/DZ/HP kostet ab 78 Euro pro Person. Schnorcheln, Tretboot- und Kajakfahren sind inklusive.

BUCHEN
Zum Beispiel über DERtour: Diese Angebote gelten für Mai bis Oktober 2015. In dem Katalog „Indischer Ozean“ finden sich weitere Resorts, Hotels und Apartments in allen Preislagen. Transfers, Mietwagen und Flüge können jeweils dazugebucht werden. Tipp: auf Spartermine achten. Service-Tel. 069/95 88 59 28, dertour.de

Mauritius: Aktivitäten

Chamarel-Wasserfall und Siebenfarbige Erde
Diese beiden Naturphänomene liegen in der Umgebung des kleinen Ortes Chamarel im Südwesten der Insel. Eintritt: ca 3,50 Euro für einen Erwachsenen. Täglich geöffnet von 7.30–17 Uhr.

Black River Gorges National Park
Bei einer Wanderung durch den Park erfährt der Tourist sehr viel über Flora und Fauna auf Mauritius. Infos und Karten gibt es in den Besucherzentren in Le Pétrin oder Black River. Wer nicht auf sich selbst gestellt sein möchte, sollte Natur- und Wanderexperte Yan kontaktieren: Tel. +230-785 61 77, trekkingilemaurice.com

Wassersport
Tauchen, Schnorcheln, Segeln, Wasserki, Surfen oder Kiten – alles ist möglich. Fragen Sie in Ihrer Unterkunft, welche Angebote inklusive sind. Empfohlener Schnuppertauchkurs bei Blue World Explorer LTD, Pointe Jérome, Blue Bay, Mauritius, Tel. +230-54 98 13 56, blueworldexplorer.com

Golfen
Mauritius bietet Golfern eine Reihe von traumhaft gelegenen Plätzen. Hier geht es recht exklusiv zu. Wer kein Zimmer in einem Golf-Resort gebucht hat, ist aber trotzdem willkommen. Allerdings kostet das Greenfee etwa 100 Euro oder mehr, z. B. im Heritage Resort, wo der Platz Meerblick hat. Tel. +230-623 56 00, heritageresorts.mu

Mauritius: Black River Gorges National Park

Am nächsten Tag steuere ich den Black River Gorges National Park an – mit 6754 Hektar nimmt er etwa 3,5 Prozent der Landesfläche Mauritius ein. Er soll einer der seltensten Wälder der Welt sein. Zum ersten Mal während meines Aufenthalts trage ich komplett lange Kleidung, da im morastigen Dickicht des flussdurchzogenen Parks die Mücken prächtig gedeihen. Am Eingang des Naturreservats erwartet mich Wander-Guide Yan. Vielleicht will er mir gleich klarmachen, dass unsere Tour kein Oma-Spaziergang wird, denn er trägt ein Teilnehmer-Shirt des berühmten "Grand Raid"-Rennens auf der Nachbarinsel Réunion: Die längste der drei möglichen Strecken wird auch als "Diagonale der Verrückten" bezeichnet, denn die Strecke läuft über 174 km mit 10 300 Höhenmeter. Wir fangen kleiner an, aber mir reicht es: Vor uns liegen 400 Höhenmeter bis zum anvisierten Aussichtsplateau. Auf ausgebauten Wanderwegen wäre das keine große Sache, aber wir legen den größten Teil der Strecke auf unbefestigten Pfaden zurück. In den steilen Passagen muss jeder Schritt überlegt sein. Von Stein zu Stein taste ich mich vor. Rutschige Wurzeln durchziehen die Wege, der Boden ist lehmig. Drei-, viermal muss ich mich an einem Ast nach oben ziehen, um weiterzukommen. Das trifft natürlich alles nur auf mich zu, Hiking-Profi Yan meistert den Weg ganz gelassen ohne Probleme.

Zum Glück sorgen das dichte Unterholz und die Bäume für ausreichend Schatten, in der prallen Sonne hätte ich längst aufgegeben. Yan zeigt mir viele heimische Pflanzen und Bäume wie Eukalyptus, Ebenholz- oder Teakbäume, plötzlich deutet er auf eine Flughund-Kolonie. Von einer Felskante aus können wir sie beobachten. Je länger ich hinschaue, desto mehr schwarze Punkte entdecke ich in den gewaltigen Baumwipfeln. Und mit einem Mal ist das ganze Tal voller Flughunde, die hier ihre Runde drehen. Yan muss mich etwas überreden, das restliche Stück zum Aussichtsplateau zu gehen, aber der Wahnsinns-Ausblick über grüne Gipfel und Täler der Hochebene bis hin zum Ozean entschädigt mich. Ich könnte hier ewig stehen. Die kräftigen Farben der Landschaft sind überwältigend. Außerdem weht ein angenehm frischer Wind. Yan gibt mir noch eine Handvoll Studentenfutter zur Stärkung, dann geht’s zurück zum Parkplatz.  

Balkon mit Meerblick

Abends falle ich müde und erschöpft in mein Bett. Diesmal in der kleinen Apartmentanlage „Cap Ouest Apartments“ in Flic en Flac. Möchte man hier absteigen, ist es ratsam, sich vorher zu viert zusammenzutun, denn es gibt nur Apartments zu 212 Euro, dafür haben vier Personen über 200 Quadratmeter zur Verfügung plus tägliches Housekeeping. Die Zimmer sind modern, vom Balkon aus höre ich das Meer rauschen. Insgesamt ist etwas mehr Betrieb als in der Öko-Lodge in Chamarel, aber es herrscht längst nicht so viel Gewusel wie in den großen Hotelkomplexen. Am nächsten Morgen blicke ich von meinem Balkon aus auf den Strand. Großartig sieht das aus! Okay, überredet: Ich verzichte erst mal auf Yoga sowie die angedachte Katamaranfahrt mit Schnupper-Tauchkurs - stattdessen schnappe ich mir mein Handtuch und lege mich einfach mit einem Buch an den Strand.


Ausflugtipp: Port Louis

Lust auf ein bisschen Trubel? Dann am besten in die Hauptstadt Port Louis, wo sich besonders der Markt lohnt. Hier ist wirklich alles im Angebot: Obst, Gemüse, Gewürze, Tee, Fisch, Fleisch, Textilien, Souvenirs. Übrigens: Es darf gefeilscht werden. Mo. bis Sa. 6–18, So. 6–12 Uhr, Marché Central, Queen Street. Im Blue Penny Museum liegen die wertvollsten Briefmarken der Welt: eine „Blaue Mauritius“ und eine „Rote Mauritius“. Tgl. 10–16.30 Uhr, bluepennymuseum.com

Getränkekunde: Ti Punch

Auf Mauritius gibt es zwar kein richtiges Nachtleben, aber in der Bar oder beim Dinner am Strand schmeckt ein kühler Drink besonders gut. Typisch für Mauritius ist der Ti Punch, der ein bisschen an Caipirinha erinnert. Darin enthalten sind Rhum Agricole, Biolimetten, brauner Rohrzucker und Eiswürfel. Das Ganze wird in einem Tumbler-Glas serviert. Prost!


Fotos: Sapsiwai - Fotolia.com, Birte Mußmann


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