In der Regel kaum Müll
04
Jan

In der Regel kaum Müll

Mit diesen Produkten kommt ihr nachhaltiger durch eure Tage.

Binden, die einzeln in Plastikhüllen stecken, und genauso konventionelle Tampons machen es schwer, uns ökologisch um unsere menstruierende Körper zu kümmern. Umweltfreundlicher wird es mit Produkten, die aus natürlichen Materialien hergestellt werden, leichter abbaubar sind oder sich wiederverwerten lassen. In diese Kategorie fällt auch die Menstruationstasse, die wir an anderer Stelle schon mal für euch getestet haben. Hier stellen wir euch weitere Möglichkeiten vor, nachhaltiger durch die Regel zu kommen als mit klassischen Binden und Tampons.

Reingeschlüpft: Menstruationshöschen

Pro: Schwarz, mit oder ohne Spitze und extrem saugfähig: Die Period Pantys von dem jungen Berliner Unternehmen ooshi (ca. 38 Euro, Stück) sehen nicht nur aus wie Lieblingsunterwäsche, sondern fassen nebenbei auch noch die Menge an Blut, die (je nach Stärke deiner Periode) zwei bis drei Tampons aufnehmen würden. Die Höschen gibt es – zwischen 32 bis 54 – in acht verschiedenen Größen. Daneben sind sie wirklich hübsch und brauchen bei 40 Grad in der Waschmaschine keine Extrawurst. Verzichten solltet ihr lediglich auf Weichspüler, Bleichmittel und den Trocknergang danach.

Contra: Wenn ihr sehr starke Blutungen habt, benötigt ihr eine Menge Höschen, um den Zeitraum der gesamten Periode abdecken zu können. Behandelt ihr die Unterwäsche wie angegeben, ist sie laut Angaben der Herstellerinnen zwei Jahre lang als Menstruationsunterwäsche nutzbar. Danach müsstet ihr durch Neukäufe aufstocken – könnt die Panties aber als normale Unterwäsche weiternutzen. Ein bisschen umständlich wird es, wenn ihr ein Höschen auf Reisen wechseln müsst. Oder bei der Arbeit.

Reingelegt: wiederverwertbaren Binden

Pro: Stoffbinden, die ihr wie konventionelle Binden in die Unterhose legt, gibt es je nach Hersteller für unterschiedliche Periodenstärken, Blutungsmuster und verschiedene Unterwäscheformen. Bei dem Hersteller Kulmini (ab ca. 14 Euro, Stück) findet ihr außerdem eine bunte Auswahl an Farben und Mustern. Sind die Binden gebraucht und ihr seid gerade unterwegs, könnt ihr die Flügelmodelle nach innen klappen und für einen sauberen Transport zusätzlich mit Druckknöpfen verschließen. Andere können leicht in einem wasserabweisenden Beutel mitgenommen werden. Trotz regelmäßigem Gebrauch ist es laut Angabe von Kulmini möglich, dass die Stoffbinden über 15 Jahre und länger halten. Deshalb sollen sich die treuen Menstruationsbegleiter im Vergleich zum Kauf von normalen Wegwerfbinden bereits nach zwei Jahren rechnen.

Contra: Auch bei Stoffbinden müsst ihr euch erst mal eine Basisausstattung zulegen, die eine größere Investition ist. Wenn ihr zu Hause nur selten wascht, werdet ihr zudem wesentlich mehr Binden brauchen, damit ihr während eurer Periode immer saubere zur Hand habt. Setzt ihr auf angebotene Sparsets, wie sie zum Beispiel Kulmini anbietet, wird es jedoch oft günstiger.

Reingeführt: Bio-Tampons

Pro: In konventionellen Tampons steckt konventionell angebaute Baumwolle. Dadurch kann es sein, dass Rückstände von Chemikalien und Pestiziden enthalten sind. Wissen tun wir es nicht: Die Hersteller haben keine Verpflichtung, die Inhaltsstoffe auf der Verpackung anzugeben. Bei den Bio-Tampons von The Female Company, läuft es anders. Die beiden Gründerinnen des Stuttgarter Unternehmens garantieren, dass ihre Tampons allein aus kontrolliert angebauter Bio-Baumwolle hergestellt und außerdem fair produziert werden. Je nach Größe sollen sie außerdem zu 98,4% kompostierbar sein. In individuell zusammengestellten Paketen kommen die Tampons als Abo (ab ca. 10 Euro exkl. Versand) zu euch nach Hause.

Contra: 100%ige Müllvermeidung ist auch mit Bio-Tampons nicht möglich – es ist und bleibt ein Einwegprodukt. Und selbst bei The Female Company sind die einzelnen Tampons in Plastik eingeschweißt, was vor allem dem komplexen Produktionsprozess geschuldet ist. Das Gute: Die Gründerinnen tüfteln bereits daran, dass die Tampons langfristig mit voll kompostierbarer Folie verpackt werden können.

Reingeschmiegt: Menstruationsschwämmchen

Pro: Bevor es Tampons gab, konnten Frauen auf Menstruationsschwämmchen – wegen seines Anbaugebiets auch bekannt als Levantiner Schwamm – zurückgreifen. Die ökologisch geernteten Naturprodukte werden ebenfalls in die Vagina eingeführt und nehmen dort dank ihrer großen Saugfähigkeit das Menstruationsblut auf. Im Gegensatz zu Tampons werden sie vor jeder Benutzung jedoch angefeuchtet und passen sich der Form deiner Vagina an. Dadurch, dass sie so weich sind, eignen sie sich auch für Frauen, die das Einführen von Tampons als unangenehm empfinden. Beim Schwämmchen entsteht außerdem kein Gefühl, auszutrocken. Dazu ist er hautfreundlich und schadstofffrei. Nutzbar ist ein Menstruationsschwamm über einen Zeitraum von mehreren Zyklen. Verschieden große Modelle für unterschiedliche Menstruationsstärken, bekommt ihr zum Beispiel über Bloodmilla (ab ca. 4,50 Euro, Stück).

Contra: Bei einer vaginalen Infektion sollen Menstruationsschwämmchen nicht benutzt werden. Komplizierter wird die Benutzung auch in Toilettenräumen ohne dazugehöriges Waschbecken, da die Schwämmchen nach jeder Benutzung zunächst mit fließendem, kalten Wasser ausgespült und erst dann wieder eingesetzt werden. Um sich wirklich sicher zu fühlen, benutzen viele Frauen zusätzlich zum Schwämmchen außerdem Stoffbinden oder zumindest -einlagen. Für einige ist es also "nur" ein Kombiprodukt.

Viel Spaß beim Ausprobieren,
Eure LAVIVA

 

 


© Fotos: unsplash/Erol Ahmed (Aufmacher); ooshi, Kulmini, The Female Company, Bloodmilla (Produkte)