Lederschmuck: Leicht gemacht
22
Feb

Lederschmuck: Leicht gemacht

Junge Designerinnen verleihen dem Material ein modernes Update.

Schmuck

Früher verging kein Mittelmeerurlaub, aus dem meine Geschwister und ich nicht behangen mit bunten Perlen oder kleinen Federn an Lederschnüren nach Hause gekommen wären. Mit Anfang 20 trug ich als Reisemitbringsel bevorzugt viele schmale geflochtene Lederarmbänder auf der gebräunten Haut. Dazu ein leichtes, weißes Kleid im Boho-Stil und Jeansjacke – so ließ sich das Urlaubsgefühl noch ein paar Wochen in den Alltag retten. Mit langsamem Verblassen der Urlaubserinnerungen legte ich irgendwann allerdings immer den Lederschmuck aus dem schönen Süden ab. Zu meiner Alltagsgarderobe wollte er nicht so richtig passen. Schade eigentlich. Denn abgesehen davon, dass sich Lederschmuck an die Haut anschmiegt, als würde er Teil vom eigenen Körper werden: Im Vergleich zu Edelmetallen ist er auch noch unschlagbar leicht! Umso mehr freue ich mich, dass Lederschmuck gerade ein modernes Update erfährt.

 

Auf Instagram, bei Etsy und Co. gestalten junge Designerinnen ganze Schmuckkollektionen aus Leder. Stylish, bunt, BÄM. Eine, die sich auf Ohrringe spezialisiert hat, ist Pauline Hagan mit ihrem Label BenuMade. "Leder kann leicht in jede beliebige Form geschnitten werden - so ist der Designprozess sehr organisch und letztendlich frei von Planungen und aufwändigen Skizzen", verriet mir Pauline über die Vorteile von Leder als Schmuck. "Es ist außerdem wirklich leicht zu tragen. Das bedeutet, dass ich meine Schmuckdesigns so groß und kühn machen kann, wie ich möchte. Dadurch habe ich viel kreative Freiheit." Und die sieht man! Von Prag aus fertigt und verkauft die Designerin lässige Statementstücke, die mal die Optik einer kleinen Hand mit roten Fingernägeln haben und mal in Tropfenform bis aufs Schlüsselbein perlen.

 

Wozu man sowas tragen soll? Die Frage ist eher, wozu nicht. Pauline weiß von Frauen, die ihre Ohrringe am Hochzeitstag ausgeführt haben. Andere kombinieren sie im Alltag zu so ziemlich allem, wie man auf Paulines Instagram-Seite sehen kann. "Der Schmuck verleiht den einfachsten Outfits Persönlichkeit und Twist", findet sie selbst. "Auch, wenn ich sagen würde, dass einige der größeren Stücke am besten mit einem sehr schlichten Farboutfit funktionieren, da sie ziemlich fett sind." Umgerechnet rund 30 bis 45 Euro kostet bei ihr ein Paar. Zu haben sind die Leichtgewichte über ihren Etsy-Shop. Noch bunter als bei Pauline Hagan und BenuMade geht es bei Anna Magyaris und dem jungen Label LinaColours zu. Auch dort wird der Schmuck – Ohrringe und Ketten – überwiegend aus Leder gefertigt. So reihen sich zum Beispiel miteinander verbundene Lederkreise, oder -wimpel in den schönsten Bonbonfarben an feingliedrigen, vergoldeten Ketten. Die Preise pro Schmuckstück: zwischen rund 20 (für kleinere Ohrringe) und 40 Euro (für auffälligere Ketten).

Total fair, oder? Meinen persönlichen Liebling habe ich auf jeden Fall schon gefunden: Auf dem Weg in den Frühling sollen mich Paulines Handohrringe begleiten.

Eure IVA


© Fotos: Eliska Kyselkova