Familienchaos? 3 Bücher als Verbündete
28
Feb

Familienchaos? 3 Bücher als Verbündete

Ach, das kenn' ich doch! In fremden Familien finden wir immer auch ein Stückchen unserer eigenen wieder.

Buecher

Wenn die Kommunikation zum Ablauf von Papas Geburtstag schon wieder komplett in die Hose gegangen ist, ich mich im Smartphonechat mit meiner Schwester anzicke und mir von meiner Mama zusätzlich einen Spruch zu meiner chaotischen Haushaltsführung anhören muss, glaube ich manchmal, nur unsere Familie sei völlig gaga. Gierig verschlinge ich deshalb solche Bücher, die verschiedene Familiengeschichten beleuchten, damit zum Nachdenken anregen und massig Identifikationspotenzial bieten. Diese drei haben mich in letzter Zeit besonders bewegt:

"Ach, Papa"

Wie gut kennen wir eigentlich unsere eigenen Eltern? Und was geben wir ihnen gegenüber von uns selbst preis? In "Ach, Papa – Wie mein Vater und ich wieder zueinanderfanden" erzählt die Journalistin Mareike Nieberding mal witzig, mal emotional die persönliche Geschichte eines späten, ganz bewussten Kennenlernens. Ein Erfahrungsbericht, der nachdenklich stimmt – und dazu ermutigt, sich konstruktiv mit den Dynamiken und Rollen innerhalb der eigenen Familie auseinander zu setzen.

Mareike Nieberding: "Ach, Papa – Wie mein Vater und ich wieder zueinanderfanden", 14,95 Euro über Suhrkamp.

"Stellt euch vor, ich bin fort"

Aus wechselnden Perspektiven, ganz nah dran an seinen einzelnen Charakteren zeichnet Adam Haslett in "Stellt euch vor, ich bin fort" das Bild einer Familie nach, die von einer psychischen Krankheit geprägt ist. Abwechselnd erzählen die Mutter und drei Geschwister vom ihrem Blick auf ein (gemeinsames) Leben zwischen Hoffnung und Scheitern. Ein Roman, der einfühlsam zeigt, durch welche feinen Bande eine Familie zusammen gehalten wird – und wie sie auseinander brechen kann.

Adam Haslett: "Stellt euch vor, ich bin fort", 22,95 Euro über Rowohlt.

"Sisters"

Manche Schwestern sind wie beste Freundinnen, andere wegen des großen Altersunterschieds eher wie Mutter und Tochter. Für "Sisters" hat Sophie Harris-Taylor Schwesternpaare nicht nur fotografiert, sondern auch interviewt – und bietet dadurch einen differenzierten Blick auf eine der besondersten familiären Bindungen. Wunderschöne Bilder, lebendige, ganz persönliche Kurzdialoge und damit nicht nur toll zum Selberlesen, sondern auch zum gemeinsamen Blättern, Lachen und Austauschen, zum Beispiel mit der eigenen Schwester.

Sophie Harris-Taylor: "Sisters", umgerechnet ca. 17 Euro über Hoxton Mini Press.

Viel Spaß beim Schmökern!

Eure IVA


© Fotos: K.M.S.P.1031/ AdobeStock; PR