Body Shaming: Schluss jetzt!
26
Mai

Body Shaming: Schluss jetzt!

Diese drei Frauen machen sich dafür stark, den eigenen Körper zu lieben.

Beauty

Seid ehrlich: Wie oft habt ihr heute auf dem Weg zur Arbeit, zum Supermarkt oder der Verabredung mit der besten Freundin in Fensterscheiben und Schaufenster geschaut, um euer Aussehen zu überprüfen?

"Diese Augenringe!"

"Die Jeans saß auch mal besser!"

"Ich sollte dringend Sport machen!"

Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich mit meinem Körper furchtbar streng ins Gericht gehe. Und manchmal auch andere abscanne - ob die Klamotte nicht doch etwas eng ist. Oder dass so dünne Beine wirklich nicht mehr schön aussehen.

Ich würde mich definitiv als emanzipiert beschreiben, aber wenn es um meinen Körper oder den von anderen Frauen geht, befinde ich mich plötzlich mitten drin in einem Phänomen, das überwiegend Frauen betrifft und sich Body Shaming nennt. Damit ist gemeint, sich selbst oder jemand anderen für das Gewicht oder die Körperform anzuprangern.

Eine Erklärung dafür: Da wir alle mit Barbiepuppen aufgewachsen sind, an denen selbst Size Zero-Jeans wie Baggypants aussehen würden, orientieren wir uns bewusst oder unbewusst an extremen, zum Teil unrealistischen Körperidealen - und werden gleichzeitig von anderen daran gemessen. Eine eigene Definition von Schönheit zu entwickeln und sie selbstbewusst zu leben, fällt vielen schwer, wenn sie von der gesellschaftlichen Norm abweicht.

An dieser Stelle möchte ich euch gerne drei tolle Frauen vorstellen, die sich als Teil der Body Positivity-Bewegung für mehr Selbstliebe und gegen Body Shaming einsetzen.

Nora Tschirner

Ich bin schön! Sich diesen Satz selbst sagen zu können und ihn auch noch zu glauben, ist für viele Frauen ein Ding der Unmöglichkeit. Warum das so ist, zeigt die Dokumentation "Embrace" (seit dem 18. Mai auf DVD), die Nora Tschirner co-produziert hat. Initiatorin Taryn Brumfitt lässt darin verschiedene Frauen über ihre Erfahrungen mit Schönheitsidealen und daraus resultierenden Selbstabrwertungen sprechen und erzählt gleichzeitig davon, wie sie lernte, ihren Körper zu lieben. Nora Tschirner war von dem Konzept des Films auf Anhieb begeistert - nicht zuletzt, weil sie Body Shaming aus ihrem privaten Umfeld kennt. "Sich kleinmachen, sich schlechtmachen, gemein zu sich sein - das hast du überall", so Nora in "Unicum" über ihre Motivation, sich mit der Unterstützung an dem Film zu engagieren. "Ich bin mittlerweile so sensibilisiert, dass es mir richtig wehtut, wenn das jemand mit sich macht"

Lena Dunham

Die "Girls"-Macherin nimmt kein Blatt vor den Mund. Mit derbem Humor distanziert sie sich auf ihrer Instagram-Seite oder in Interviews immer wieder von dem grassierenden Körperkult. Als Frau ein Kompliment dafür zu bekommen, wie schlank man geworden sei, ist das Höchste der Gefühle? Auf keinen Fall! Nicht für Lena! Als ein Magazin ein Foto von ihr benutzte, um ein Feature mit den 20 vermeintlich besten Diättricks von Prominenten zu bewerben, postete die Schauspielerin ihre eigene Liste mit 20 teils sehr ernsten, aber auch angriffslustigen Punkten, die eine Gewichtsabnahme bei ihr begründeten. Darunter an erster Stelle eine Angststörung oder auch "eine leise Wut, die das Bedürfnis nach Essen mit dem Bedürfnis nach Rache ersetzt".

Amy Schumer

Zu Beginn ihrer Karriere beugte sich Amy Schumer dem Magerdiktat in Hollywood - und nahm auf Empfehlung ab. Heute ist sie eine der Schauspielerinnen, die sich mit einer entwaffnenden Ehrlichkeit für Body Positivity stark machen. So zeigt Amy bei Instagram beispielsweise immer wieder, dass sie ihren Körper genau so mag, wie er ist, dass kritische Stimmen sie nur noch stärker machen würden und formulierte unter anderem eine Liebeserklärung an ihre "Hasenzähne".

Eure IVA


© Foto: konami11/Adobe Stock