Freak-Shakes: Einmal alles, bitte!
03
Jul

Freak-Shakes: Einmal alles, bitte!

Woher das Monster-Dessert kommt und wie ihr es selber machen könnt.

Küche

Ich weiß noch, wo ich dem Zuckermonster das erste Mal begegnet bin: Auf einer Busfahrt nach Hause hatte ich mich gedankenverloren (und ziemlich hungrig) durch den Account einer Food-Bloggerin gescrollt – da haute es mich plötzlich um. Dieses Bild. Mit wirklich allem darauf, was mir als Naschkatze erstrebenswert erschien! In einem riesigen Henkelglas thronten auf einer cremigen, pastellfarbenen Masse zwei riesige Kugeln Eis, ein halber Brownie, zwei Sorten Marshmallows, frische Erdbeeren, Krokant, Sahne und als Krönung eine Waffeltüte, aus der sich ein Strom aus Schokoladensoße bis auf das Tablett ergoss. Ein ganzes Schlaraffenland in einem Glas sozusagen. Ich wollte es! Sofort! Aber was war "es" eigentlich? Ich fing an zu recherchieren. Über einen der gesetzten Hashtags fand ich heraus, dass "es" zu den sogenannten "Freak-Shakes" zählte. Gemeint sich damit Milchshakes von monströsem Ausmaß und mit zahllosen Toppings. Frei nach dem Motto "Da geht noch mehr!" bieten sie Entscheidungsverweiger*innen wie mir einfach einmal alles.

Wer nun denkt, dieser Food-Trend könne nur aus den USA – Geburtsstätte unzähliger Dessert-Bomben – stammen ... nein! In diesem Fall kommt er aus Australien, konkreter: aus der Hauptstadt Canberra. 2015 hatten es sich Anna Petridis und ihre Mutter Gina zum Ziel gesetzt, den Milchshake in ihrem Café-Bistro "Pâtissez" zu revolutionieren. "Die Shakes sollten so monströs und übertrieben sein, dass die Leute erst mal ein Foto davon würden machen müssen, bevor sie mit dem Essen anfangen könnten", erklärte Anna Petridis der australischen Zeitung "The Canbarra Times". Und dann passierte, was sich die beiden Frauen nie hätten erträumen können: Die Menschen machten so viele Fotos von ihren Freak-Shakes, dass sie in den sozialen Medien einen regelrechten Hype lostraten. Inzwischen sind die XXL-Desserts endlich auch bei uns angekommen – und mit etwas Talent beim Anrichten gar nicht sooo schwer nachzumachen.

Als Grundlage für eure Kombinationskünste eignet sich ein Vanille- oder Schokoladenmilchshake am besten. Den stellt ihr am einfachsten dadurch her, indem ihr – je nach Geschmack – ein bis drei Kugeln Vanille- oder Schokoladeneis mit einem Glas Milch durch den Mixer jagt. Essentiell fürs spätere Verzieren des Glasrandes ist außerdem, dass ihr eine Ganache zubereite. Eine gute Konsistenz bekommt ihr, wenn ihr zerhackte Zartbitterkuvertüre und erhitzte (nicht gekochte!) Sahne im Verhältnis 1:1 mit einem Schneebesen mischt und vor der Weiterverarbeitung abkühlen lasst.

Wer sich bei der Zusammenstellung eigener Monster-Shakes inspirieren lassen möchte, der kann bei Instagram nach #freakshake suchen. Ein Rezept, bei dem die Zutaten bereits perfekt aufeinander abgestimmt sind, habe ich hier für euch parat:

Salted Caramel Freakshake

Ihr benötigt:

• Brezeln mit Schokolade  
• Ganache aus Zartbitterschokolade
• bunte Streusel
• 2 EL Karamellsauce
• 2 EL Schokoladensauce
• Vanillemilchshake
• 1 Prise Fleur de Sel
• Sahne
• Popcorn nach Belieben

Und so geht's:

1. Brezeln zur Hälfte in Ganache aus Zartbitterschokolade dippen und mit bunten Streuseln verzieren. Auskühlen lassen.

2. Ein Glas mit Zartbitterganache bestreichen.

3. Die Brezeln an die Ganache am Glasrand drücken.

4. Karamell- und Schokoladensauce am Innenrand des Glases verteilen, dabei Karamellsauce für den Milchshake und die Dekoration zurückbehalten. Anrichten

5. Den Vanillemilchshake mit 1 EL Karamellsauce und 1 Prise Fleur de Sel verrühren.

6. Den Milchshake in das Glas füllen.

7. Die Sahne steif schlagen und auf den Shake sprühen

8. Mit Karamellsauce beträufeln und mit Popcorn bestreuen.

Buchcover Freakshake

Buchtipp

Als Betreiberin des Berliner Kuchencafés "Cupcakeladen" weiß Inga Levitan genau, wonach Naschkatzen der Sinn steht. In ihrem Buch leitet sie nun zum Nachmachen an. 15 verschiedene Freak-Shakes-Kreationen stellt sie vor. Und erklärt in zusätzlichen Rezepten, wie man ganz besondere Toppings – darunter Erdnussbutterpralinen, Cake Pops oder vegane Brownies – selbst macht. Süßigkeitenparadies, ich komme!

Inga Levitan & Vanessa Stein: "Freak-Shakes (kreativ & köstlich)", 9,99 Euro über Frechverlag


© Foto: vannphoto/AdobeStock, Frechverlag