Gutes essen, Gutes tun
03
Mai

Gutes essen, Gutes tun

Den Appetit stillen und sich gleichzeitig engagieren – so geht's!

Küche

Es gibt Menschen, die sind kleine Organisationsmaschinen, wenn es um den Einkauf, ums Kochen und Essen geht. Sie besorgen nie zuviel, kochen genau so, dass es passt oder sind derart gut vernetzt, dass Reste immer ein*e Abnehmer*in finden. Ich bin leider nicht so. Oft muss ich am Ende der Woche etwas wegschmeißen, weil ich die Mengen nicht geschafft habe. Oder aber ich koche gar nicht, weil mir das – für mich allein – nach einem vollen Arbeitstag zu aufwändig ist. Dadurch gehe ich viel essen. Das geht auf Dauer ziemlich ins Geld. Um zu sparen, konsumiere ich dann jede Menge ungesundes Fast Food. Seht ihr mein Dilemma? Umso glücklicher bin ich, dass ich jüngst auf ein paar Initiativen gestoßen bin, bei denen ich für kleines Geld an richtig Gutes Essen komme und gleichzeitig auch noch Gutes tun kann – auch, indem ich mein eigenes Einkaufsverhalten stärker reflektiere. Meine Tipps für euch:

Tood Good To Go

In gastronomischen Betrieben wird oft mehr produziert, als am Ende gegessen wird. So landen am Ende ganze Portionen köstlicher Gerichte im Abfall. Über die App "Too Good To Go" können sich Restaurants mit Esser*innen verbinden, die leckere Reste und übrig gebliebene Mahlzeiten gerne in den teilnehmenden Läden abholen. Dadurch kommt kein gutes Essen weg. Und die Resteretter*innen haben für wenig Geld – im Schnitt kostet eine Mahlzeit hier 3 Euro – Gelegenheit, sich quer durch die kulinarische Nachbarschaft zu futtern. Dass das Konzept aufgeht, beweist die Internationalität der App: "Too Good To Go" gibt es bereits in acht Ländern.

Messer + Gabel

Manche kochen für ihr Leben gern, andere sind eher leidenschaftliche Esser*innen. Eine Win-Win-Situation, wenn beide aufeinander treffen! Messer + Gabel bemüht sich innerhalb Hamburgs um die Zusammenführung. Während Hobby-Köch*innen ihre hausgemachten Spezialitäten über die Website in der Nachbarschaft anpreisen können, müssen alle anderen nur noch zugreifen. Für kleines Geld zwischen 5 und 7 Euro oder gegen eine Spende (das entscheiden die Köch*innen) kommen sie nach einem anstrengenden Tag so an ein selbstgekochtes Essen, sparen sich den Abwasch und machen durch Lob und Dankbarkeit bei der Abholung der Mahlzeit die oder den Held*in am Herd happy. Gleichzeitig finden sich dank der App Abnehmer*innen, wenn man dazu neigt, immer zu viel zu kochen – so wie ich.

Etepetete Bio

Sobald ein Stück Obst oder Gemüse etwas anders aussieht, hat es keine Chance mehr, in einem üblichen Supermarkt zu landen. Dadurch bleibt ein großer Teil der Ernte entweder auf dem Feld, wird vernichtet oder zweckentfremdet, um Energie zu gewinnen. Etepetete Bio will dazu beitragen, dass sich etwas ändert, indem "extravagant aussehendes Gemüse" von Bio-Bauern gesammelt und Interessierten in "Gemüseretterboxen" bis vor die Haustür geschickt wird. Der Versand an sich ist kostenlos. Die Preise für die verschieden großen und unterschiedlich befüllten Wochenboxen, in denen sich neben etwas andersartigen Teilchen immer auch "normales" Obst und Gemüse tummelt, bewegen sich zwischen 20 und 35 Euro.

SirPlus

Der Rettung von Lebensmitteln, die andernfalls im Müll landen würden, hat sich auch SirPlus verschrieben. Essen aller Art, das anderswo aussortiert werden würde, weil es nicht gängigen Normen entspricht oder für den gewöhnlichen Verkauf schon zu alt ist (ohne verdorben zu sein!), kann für stark reduzierte Preise in einer Berliner Filiale (Wilmersdorfer Str. 59) erworben werden. Wer nicht in der Hauptstadt lebt: SirPlus verfügt außerdem über einen Onlineshop. Neben konservierten Nahrungsmitteln und Getränken werden dort auch Drogerieartikel angeboten. Fortlaufende Stichproben sollen garantieren, dass die Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum nichts an Qualität eingebüßt haben.


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