Ich will doch nur spielen!
28
Mär

Ich will doch nur spielen!

Eine Ode auf gesellige Abende mit Monopoly, Rommé und Co.

Freundschaft

Alle Jahre wieder werden bei uns zu Hause die Gesellschaftsspiele ausgepackt. In der Regel ist das zu Weihnachten und Ostern – Frequenz steigend! Erst dachte ich, nur meine Lieben und ich hätten das Handygetickere am Frühstückstisch und kommunikationsarme Netflixabende bis in die Puppen satt. Aber nein: Gut besuchte Spielecafés und Karten- oder Würfelabende in fast allen meinen Lieblingskneipen sind für mich der Beweis, dass sich im digitalen Zeitalter offenbar auch noch andere nach analoger Unterhaltung sehnen. Bei Gesellschaftsspielen hockt man eben intensiver aufeinander, debattiert emotionaler, lacht lauter und ärgert sich doller – im positiven Sinne. Mit anderen zu spielen hat Erlebnischarakter. An die damit verbundenen Menschen, Gespräche, die ganze Stimmung erinnere ich mich gerne. Das digitale Knobeln mit einem Computergegner, während ich auf die Bahn wartete, habe ich dagegen sofort wieder vergessen. Nicht zuletzt laden Gesellschaftsspiele nämlich dazu ein, Freundschaft und Familie – ach was, das Gruppengefühl allgemein! – zu zelebrieren.

Klassiker beliebt wie eh und je

Repräsentative Zahlen belegen, dass Gesellschaftsspiele alles andere als tot sind. Wie eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Splendid Research aus dem Jahr 2017 ergab, spielen 33 Prozent aller Deutschen zwischen 18 und 69 Jahren zumindest gelegentlich Gesellschaftsspiele. 29 Prozent tun es sogar häufig. Unter den Top 3 der Spiele findet sich an erster Stelle Monopoly, gefolgt von Mensch ärgere dich nicht und einem Kartenklassiker – Rommé. Fast jede*r Zehnte hat sich schon mal an Carcassonne, dem kleinen, weniger komplexen Geschwisterchen von Die Siedler von Catan versucht: beides Spiele, von denen ich nicht genug bekommen kann! Ziemlich cool finde ich persönlich auch die Kartenspielserie Black Stories, bei der es darum geht, in der Gruppe mal mehr, mal weniger morbide Krimifälle oder Rätsel zu lösen. Zum richtig schönen Ärgern und Kaputtlachen empfehle ich Halt mal kurz – Das Känguruspiel.

Geht raus, spielen!

Wer die Abwechslung liebt wie ich, der sollte unbedingt mal Cafés oder Kneipen ausprobieren, die ihren Gästen zum Teil hunderte Spielevarianten zum Vor-Ort-Zocken anbieten. Das Fuchsteufel in Hamburg ist zum Beispiel so ein Laden, die Spielwiese in Berlin ein anderer. Beide sind gute erste Anlaufpunkte – um in neue Spiele reinzuschnuppern oder auch, um Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen, wenn der eigene Freundeskreis noch kein Blut geleckt haben sollte. Wer speziell in der eigenen Stadt nach Angeboten suchen will, tut das am besten über Stichworte wie "Spieletreff" oder "Spielecafé"

In diesem Sinne: Spielt schön! :)

Eure IVA


© Foto: standret/ Adobestock