Internationalen Frauentag 2017
07
Mär

Internationalen Frauentag 2017

Muss es ich auf die Straße gehen?

Kommentare

Kommentar zum internationalen Frauentag

Es muss nicht immer der große Protest sein: Auch kleine Gesten tragen dazu bei, uns als Frauen gegenseitig zu stärken.

Angesichts des internationalen Frauentags heute am 8. März zerbreche ich mir den Kopf: Wie könnte ich mich zukünftig mehr engagieren? Für welche Organisation spenden? Wo auf die Straße gehen? Wann die Fahnen schwingen? Wenn ich mich so umschaue, dann formieren sich immer mehr Frauen und erheben gemeinsam ihre Stimme, um gegen geschlechtsbedingte Ungerechtigkeit zu kämpfen. Schauen wir nur mal in die USA: Am 21. Januar 2017, dem Tag nach der offiziellen Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump, gingen nach Angaben des Nachrichtensenders "CNN" beim "Women's March" landesweit rund eine Millionen Frauen auf die Straße, um sich aktiv für ihre Rechte einzusetzen.

Andere wiederum, wie die Feministin und Dichterin Rupi Kaur, lassen die Kunst für sich sprechen. 2016 veröffentlichte die Kanadierin bei Instagram ein Selbstporträt, das sie bekleidet und mit einem Blutfleck zwischen ihren Beinen zeigte. Was die weibliche Menstruation anging, müsse es endlich einen offeneren Umgang in der Gesellschaft geben, fand sie (und finde ich auch). Instagram sah das anders - die Firma löschte Rupis Bild.

In Deutschland ist es die Community "Edition F", die regelmäßig geschlechtsspezifische Tabus und Ungleichheiten thematisiert. Dort kommen verstärkt Ungerechtigkeiten zur Sprache, mit denen sich Frauen im Berufsleben herumschlagen müssen - wie dem Gender Pay Gap zum Beispiel. So rufen die Autorinnen in reflektierten Artikeln unter anderem zu mehr Mut in Gehaltsverwandlungen auf.

Müsste ich da nicht auch irgendwo mitmischen, frage ich mich immer wieder? Genauso laut werden und irgendwo auf den Tisch hauen? Ja und nein. Denn was ich zunehmend erkenne, ist, dass Solidarität unter uns Frauen schon im persönlichen Alltag zu kurz kommt und ich deshalb dort ansetzen möchte. Schon mit Kleinigkeiten können wir einander Wertschätzung spiegeln und dadurch den Rücken stärken.

Meine drei Vorsätze für mehr Frauenpower:

  1. Neugierig bleiben! Wie häufig kommt es vor, dass wir einer anderen Frau zuhören und uns innerlich ein Urteil über sie bilden, nur weil sie einen anderen Lebensentwurf hat als wir selbst? Wenn mir das passiert, will ich mir zukünftig noch fester auf die Finger klopfen und mich dazu ermahnen, neugierig zu sein. Statt uns gegenseitig zu bewerten oder mit ungefragten Ratschlägen zu bombardieren, sollten wir einander lieber besser verstehen lernen und unsere Verschiedenheit umarmen.

  2. Komplimente machen! Ja, jeder macht mal Fehler. Aber warum konzentrieren wir uns eigentlich so sehr auf unsere Mängel und nicht auf die Stärken? Mein Plan ist es, pro Tag mindestens ein Kompliment an eine Frau in meinem Umfeld zu verteilen, das nichts mit ihrem Aussehen zu tun hat. Angefangen habe ich heute in meinem Adressbuch bei "A" für "Anne", einer guten Freundin. Ihr schrieb ich: "Ich liebe es, wie du mich mit deiner kritischen Art immer wieder aus der Reserve lockst. Jedes Gespräch mit dir ist ein Geschenk!"

  3. Stolz sein! Frauen werden traditionell zu Bescheidenheit erzogen. Wer sich selbst lobt, gilt als eingebildet. Dabei ist es doch toll, sich und seine Ressourcen zu kennen und wertschätzen zu können! Da es auch mir schwer fällt, stolz auf mich zu sein, habe ich mir ein kleines Büchlein zugelegt. Dort schreibe ich nun jeden Abend ein paar Zeilen darüber, was mir an dem Tag gut gelungen ist.

 

Eure IVA