Das Glück im Jetzt
12
Mär

Das Glück im Jetzt

Lasst uns damit aufhören, unser Leben zu verwarten.

Think big? Bin ich Fan von, ihr kennt mich. Meiner Meinung nach brauchen wir Ziele, nach denen wir streben können – um auf Zehenspitzen stehend wirklich zu wachsen. Blöd ist immer nur, wenn wir rumdenken, tagträumen, Pläne schmieden, ohne irgendetwas anzugehen, während die Zeit für uns in einem Dauerzustand der Unzufriedenheit verstreicht. Oder aber, wenn wir über unsere großen Ziele vergessen, wie zufrieden gerade die vermeintlichen Baby Steps im Alltag stimmen.

Statt zu warten, wann der große Moment endlich gekommen ist, um dieses oder jenes zu tun, sollte das Einfachmachen ganz oben auf der Agenda stehen. Time is now. Das sind natürlich nur alte Erkenntnisse neu verpackt. Aber ein Reminder kann nicht schaden, wenn wir mal wieder felsenfest davon überzeugt sind, es müsste erst das eine oder das andere passieren, damit wir uns so richtig des Lebens freuen können.

Was macht mich glücklicher?

Bestsellerautorin Gretchen Rubin kam der Sache mit dem Glück im Jetzt mit einem Selbstversuch auf die Schliche. In "Das Happiness-Projekt" widmete sie sich ein Jahr der eigenen Unzufriedenheit und versuchte, ihren Alltag in den verschiedensten Lebensbereichen aktiv zu verändern – um glücklicher zu werden. Sie probierte es aus, unter der Dusche zu singen oder eingeschlafene Kontakte wieder aufleben zu lassen. Nach ihren gesammelten Erfahrung würde sie sich als Glücksritterin heute immer eine Frage vorab stellen: "Wenn ich dieses oder jenes tun würde – wäre ich dann glücklicher?"

Im Interview mit dem Magazin "Forbes" brachte Gretchen ein Beispiel, das ich gut nachvollziehen konnte: das eigene Bett machen. Bei vielen sorge Unordnung zu Hause auch für Unordnung im Kopf. "Dann solltet ihr den Krempel, der das System verstopft, aus dem Weg räumen", so Gretchen. Manche allerdings (ich bin ehrlich, dazu würde ich auch mich zählen) hätten darauf keine Lust. In diesem Fall ist es laut Gretchen Rubin so einfach wie simpel: "Wenn du nicht gerne dein Bett machst, dann mache es nicht." Es geht ihr also nicht um passives Aussitzen und stumpfes Bleibenlassen, sondern ums bewusste Entscheiden. Sind wir wirklich der Typ "Bett machen, zack, zack!" oder denken wir das bloß? Wenn wir herausfinden wollen, was glücklicher oder auch nur zufriedener macht, müssen wir solch alltäglichen Handlungen reflektieren und uns gezielt ausprobieren.

Niemand braucht das "one big thing"

Zeigt deshalb mal all den vermeintlich "richtigen Gelegenheiten" den Stinkefinger. Zieht den leuchtend roten Blazer für den besonderen Anlass einfach jeden Tag an. Verteilt Komplimente an die Kollegin mit der tollen Haltung im Überfluss, anstatt für den nächsten Frauentag zu planen, allen euren Freundinnen Liebesbriefe zu schreiben. Darüber stellt ihr vielleicht fest: Es ist nicht der eine große Akt, das erfolgreiche Projekt oder die lang ersehnte Reise, die euer Leben für immer verändert und alles, wirklich alles besser macht.

Es sind die kleinen, feinen, alltäglichen Dinge, an denen sich in dem Moment ein bisschen rütteln lässt. Die jeden einzelnen Moment besser machen können – zumindest, wenn es euch im Leben nicht an elementaren Dingen fehlt. An unserem persönlichen Glück feilen können wir nur, weil wir privilegiert sind.

Viel Freude beim Ausprobieren,
Eure IVA


© Foto: Inna Lesyk/Unsplash