Weben: Das neue Fadenspiel
27
Aug

Weben: Das neue Fadenspiel

Die Handarbeitskunst ist 32.000 Jahre alt – und gleichzeitig modern wie nie.

Ob es ums Sticken, Knüpfen oder Weben geht: Dank inspirierender Instagramprofile und DIY-Verkaufsplattformen wie Etsy sind jahrtausendealte Handarbeitstechniken nicht nur wieder modern, sondern sogar richtig hipp! Nachdem ich die vergangenen Sommer Feuer und Flamme für Makramees in Form von Blumenampeln war und die Feierabendstunden mit Selbstgeknüpftem auf dem Balkon verbracht habe, bin ich aktuell größter Fan von Gewebtem – zum Beispiel Wallhangings.

Ziemlich coole Stücke fertigt die gebürtige Spanierin Judit Just von North Carolina aus. Leider hat ihre Webkunst einen stolzen Preis. Deshalb versuche ich mich vorerst an einem eigenen Projekt, einer Kissenhülle im Boho-Stil, die gleichzeitig auch etwas zeitloser ist als Judits kunterbunter Wandschmuck. Für das tolle DIY aus dem neuen Titel "Macramé & Weben" braucht ihr nur zwei Webtechniken: die Leinwandbindung und die Soumak-Technik. Wer noch keine Erfahrungen im Weben hat, findet bei YouTube viele Step-by-Step-Tutorials, die es Anfänger*innen leicht machen, sich an erste eigene Projekte zu wagen. Ein Erklärstück zur Soumak-Technik gibt es zum Beispiel hier.

DIY: Kissenbezug

Material

  • Baumwollkettgarn in einer dunklen Farbe (Wir haben hier ein dunkelbraunes Baumwollgarn für Stricknadelstärke 2 mm verwendet.)
  • dickes Baumwollgarn in Cremeweiß oder Natur, gezwirnt
  • Webrahmen, mindestens 40 cm (Kettbaum nach Belieben)
  • Nähmaschine oder Nadel und Nähgarn
  • einfarbiger Kissenbezug

Webtechnik

  • Leinwandbindung
  • Soumak-Technik

So geht's

1. Den Webrahmen mit den Kettfäden bespannen.

2. Mit dem gezwirnten Baumwollgarn sechs Reihen in Leinwandbindung nur bis zur Mitte des Webrahmens arbeiten. Die nächsten sechs Reihen um acht Kettfäden nach links verlängern. Fortfahren, dabei jeweils nach sechs Reihen die Reihenlänge vergrößern oder verkleinern, sodass das Gewebe eine treppenartige Kontur bekommt.

3. Nun mit dem gleichen Garn die freien Flächen in Soumak-Technik ausfüllen. Die Enden der "Zöpfe" an der Seite als Fransen hängen lassen.

4. Das Werkstück vom Webrahmen nehmen und die Kettfäden an beiden Seiten verknoten. Es ist nicht schlimm, wenn das Werkstück etwas ungleichmäßig geformt ist. Es kann beim Festnähen noch in Form gezogen werden.

5. Die Enden der verknoteten Kettfäden auf der Rückseite des Gewebes vernähen. Danach wird das Werkstück auf den Kissenbezug genäht.

6. Einen passenden einfarbigen Kissenbezug kaufen und die Wearbeit von Hand oder mit der Nähmaschine auf der Vorderseite festnähen. Wer gern schneidert, kann auch den Kissenbezug selbst nähen.

Buchtipp

Häkeln? Check! Stricken? Können wir inzwischen aus dem Effeff! Wer Lust auf etwas Abwechslung im persönlichen Handarbeitskosmos hat, versucht sich am Weben – und knüpft zwischendurch vielleicht noch einen dekorativ-praktischen Transportgurt für die Yogamatte. "Macramé und Weben" erklärt die beiden Techniken mit übersichtlichen Grundkursen und bietet eine ganze Reihe an Projekten, die zum Teil so stylisch sind, dass sie wirken wie Designerstücke. Dank verschiedener Schwierigkeitsstufen bei den einzelnen Projekten fordern und motivieren die Anleitungen Anfänger*innen und Profis an Strick und Faden gleichermaßen.

Monika Kalinowska, Jimena Real de Azúa de Kuhn & Lexi Toth: "Macramé & Weben. Stylische Homedeko zum Selbermachen", 19,50 € über den Christopherus Verlag.

 

Viel Spaß beim Weben!

Eure IVA


© Fotos: Christophorus Verlag GmbH & Co. KG/Rheinfelden 2017