Der Garten in einem Topf

Es braucht keinen große Anbaufläche, um Zutaten für leckere Rezepte heranzuziehen. So gelingt der eigene Nutzgarten auf Balkonien.

Gartenpizza

Es geht nichts über selbst gemachte Pizza, und was könnte befriedigender sein, als die Zutaten für den Belag selbst anzubauen. Das Erfolgsgeheimnis liegt darin, den Belag einfach zu halten und nicht zu überladen – frische Kräuter und zarte Blätter wie Rucola, Sauerampfer oder Spinat passen hervorragend zu Tomaten und Käse. Wer es schärfer mag, streut etwas fein gehackten frischen Chili darüber. Am besten bepflanzen Sie gleich mehrere Kübel jeweils mit einer anderen Tomatensorte, zum Beispiel der gelben Sorte 'Sungold F1' oder der schwarzen 'Indigo Rose', begleitet von anderen Kräutern und Blattgemüsen.

So gelingt der Anbau

Aussaat: frühes Frühjahr, Einpflanzen: spätes Frühjahr

Für den Pflanztopf

  • 1 Tüte Tomatensamen ‘Sweet Baby’
  • 1 Töpfchen Majoran (Origanum majorana)
  • 1 Töpfchen Oregano (Origanum vulgare)
  • 1 Töpfchen Strauch-Basilikum (Ocimum kilimandscharicum x basilicum purpurascens ‘African Blue’)
  • 1 Behälter, 45 cm Durchmesser
  • Universalerde oder auf Erde basierendes Substrat
  • Sand
  • Organischer Langzeitdünger

1. Im frühen Frühjahr 2–3 Tomatensamen in 10-cm-Töpfe säen. Sobald sich zwei Blätter entwickelt haben, pikieren und nur den stärksten Sämling weiterwachsen lassen. Tomaten mögen Wärme, daher in ein Gewächshaus (21–24 Grad) oder auf ein sonniges Fensterbrett stellen.

2. Im späten Frühjahr, wenn kein Frost mehr droht, oder im Frühsommer das Pflanzgefäß vorbereiten und an einen sonnigen, geschützten Platz stellen. Die Tomate im rückwärtigen Teil einpflanzen, die drei
Kräuter schön verteilt davor.

3. Die Seitentriebe der Tomate ausgeizen, damit die Pflanze in die Höhe wächst. Wenn die Früchte zu wachsen beginnen, die Triebe an Stäben festbinden.

4. Die Tomate regelmäßig gießen, um Blütenendfäule zu vermeiden. Den Boden einer Plastikflasche abschneiden und mit dem Hals nach unten neben der Tomate in die Erde stecken, sodass das Gießwasser direkt zu den Tomatenwurzeln gelangt und die Kräuter nicht überschwemmt werden. Die Tomate wöchentlich mit verdünntem Tomatendünger düngen.

5. Die Kräuter für steten Wuchs regelmäßig pflücken.

6. Die Tomatenpflanze entfernen, wenn sie abgeerntet ist. Basilikum, Oregano und Majoran können durch Vlies vor Frost geschützt oder im Gewächshaus oder Gartenschuppen überwintern. Im folgenden Jahr erneut Tomaten ansäen und die Lücke im Kübel mit einer neuen Pflanze füllen.

Ernte: Die Kräuter können, schon bevor die Tomaten reif sind, geerntet und in anderen Gerichten verwendet werden. Regelmäßiges Pflücken fördert das Wachstum und einen kompakten Wuchs der Kräuter. Bei genügend Sonne sollten die Tomaten ab Mitte des Sommers reif sein. Geben Sie ihnen falls nötig noch etwas Zeit, bis sie wirklich voll aromatisch sind.

Aufgepasst! Die Blüten von Tomaten und Kräutern locken Bienen und andere bestäubende Insekten in Ihren Garten.

Rezept: Gartenpizza

Für 2 Pizzen (25 cm Durchmesser)

Für den Pizzateig

  • 500 g Weizenmehl Type 505
  • 7 g Trockenhefe
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 325 ml warmes Wasser

Für die Tomatensauce

  • 1 Schuss Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 500 g Tomaten, gewürfelt
  • 1/4 TL Vollrohrzucker
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für den Belag

  • 125 g Mozzarella, gewürfelt
  • 1 Handvoll Majoranblätter
  • 1 Handvoll Oreganoblätter
  • 1 Handvoll Basilikumblätter
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle

1. Alle Zutaten für den Teig bis auf das  Wasser in eine Schüssel geben und vermengen. Langsam das Wasser einrühren, bis sich ein Teigkloß bildet. Den Teig  auf der bemehlten Arbeitäche etwa 10 Minuten kneten, bis er elastisch ist.

2. Den Teig in die Schüssel zurückgeben und mit einem feuchten Tuch bedeckt 1 1/2 Stunden auf das doppelte Volumen  gehen lassen.

3. Nochmals 10 Minuten durchkneten, dann erneut rund 1 Stunde gehen lassen.

4. Den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Den Teig halbieren und jeweils auf etwa 25 cm Durchmesser ausrollen.

5. Für die Sauce das Olivenöl erhitzen und den Knoblauch andünsten. Tomaten, Zucker und Gewürze dazugeben. Aufkochen und bei kleiner Hitze etwa 45 Minuten köcheln lassen. Abkühlen lassen und pürieren.

6. Auf jeden Teigboden 4 EL Tomatensauce streichen (Rest einfrieren oder als Pastasauce verwenden). Die Mozzarellastückchen darauf verteilen.

7. Die Pizzen backen, bis der Teig knusprig gebräunt und der Käse geschmolzen ist.

8. Vor den Servieren mit frisch gezupften Kräuterblättchen und grob gemahlenem schwarzem Pfeffer bestreuen.

Bunter Gartensalat

Blatt- oder Pflücksalate gibt es in den verschiedensten Sorten. Stellen Sie sich nach Lust und Laune Ihre eigene bunte Mischung an Lieblingssorten zusammen, ergänzt durch ein paar würzige Kräuter – so haben Sie immer eine schöne Auswahl für einen leckeren Salat, den Sie bis in den Herbst hinein genießen können. Wenn Sie dafür ein schönes Pflanzgefäß verwenden, ist das Ganze nicht nur ein Gaumenschmaus, sondern auch noch ein Genuss fürs Auge. Stellen Sie das Gefäß in der Nähe der Balkontüre auf, sodass Sie bei Bedarf schnell und unkompliziert die benötigte Menge Blätter ernten können. Dann brauchen Sie sie nur noch in die Schüssel zu werfen, Dressing dazu – und fertig ist der Salat. Einfacher geht’s nicht.

So gelingt der Anbau

Aussaat: frühes und spätes Frühjahr

Für den Pflanztopf

  • 1 Tüte grüne Shiso-Kresse (Perilla)
  • 1 Tüte rote Shiso-Kresse (Perilla)
  • 1 Tüte Thai-Basilikum (Ocimum basilicum var. thyrsiflorum ‘Siam Queen’)
  • 1 Tüte Pflücksalat ‘Red Salad Bowl’
  • 1 Tüte Pflücksalat ‘Salad Bowl’
  • 1 Tüte Radicchio-Samen ‘Palla Rossa’
  • 1 Tüte Blutampfer (Rumex sanguineus)
  • 1 Pflanzgefäß, 40 cm Durchmesser
  • Universalerde oder auf Erde basierendes Substrat
  • Organischer Langzeitdünger

1. Im frühen Frühjahr zwei normale Anzuchtschalen und eine Schale mit Unterteilung
in Einzeltöpfchen mit Erde füllen. In einer Schale die beiden Perilla-Sorten säen, mit einer dünnen Schicht Erde bedecken. In der anderen Schale die Thai-Basilikumsamen gleichmäßig auf der Oberfläche verteilen und mit Vermiculit bedecken.

2. In die unterteilte Schale die beiden Salatsorten aussäen, je 2 Samen pro Abteil. Ins Gewächshaus oder aufs Fensterbrett stellen.  Sobald sie groß genug sind, jeweils den schwächeren Sämling entfernen.

3. Im späten Frühling einen 10-cm-Topf mit Erde füllen, darin 2–3 Radicchiosamen säen. Mit einer dünnen Schicht Erde bedecken, ins Gewächshaus oder aufs Fensterbrett stellen. Wenn die Sämlinge
groß genug sind, die zwei schwächeren entfernen.

4. Das Pflanzgefäß in die pralle Sonne stellen, mit Erde-Dünger-Mischung füllen. Den Radicchio an den Rand pflanzen.

5. Im Spätfrühling gegenüber vom Radicchio ein paar Blutampfersamen 1 cm tief säen. Wenn die Sämlinge groß genug sind, bis auf den stärksten pikieren.

6. Wenn kein Frost mehr droht und die restlichen Sämlinge groß genug sind, werden sie ausgepflanzt: die Perilla-Sämlinge hinten, jeweils einen grünen und einen purpurfarbenen, mit einem Basilikum dazwischen und vorne in den Topf nach Farbe abwechselnd jeweils drei Salatpflänzchen jeder Sorte.

7. Wichtig: Die Erde darf nicht austrocknen. Schnecken fernhalten; Schneckenkorn funktioniert ganz gut, noch besser ist aber die nächtliche Suche mit der Taschenlampe. Alle zwei Wochen mit Volldünger düngen – die Pflanzen brauchen viel Stickstoff, Kalium und Phosphor.

Ernte: Die Blätter wie Pflücksalat ab dem Frühsommer ernten, sie wachsen immer wieder nach. Man kann aber auch warten, bis sich im Spätsommer Köpfe bilden. Ab Sommerende bis in den Herbst hinein entwickelt der Radicchio einen noch kräftigeren Geschmack.

Platz im Topf: Salat kann man bis zum Frühherbst säen und fortlaufend neu einpflanzen, wo Platz entstanden ist. So sieht das Arrangement immer schön aus und kann bis weit in den Herbst hinein abgeerntet werden. Manche Blätter wachsen sogar bis in den Winter hinein, brauchen aber Schutz vor Kälte.

Rezept: Bunter Gartensalat

Für 2 Portionen als Beilage

  • 3 Handvoll grüne Shiso-Blätter, fein gehackt
  • 3 Handvoll purpurfarbene Shiso-Blätter, fein gehackt
  • 3 große Handvoll Salatblätter
  • 1 Handvoll Sauerampferblätter
  • 2 Zweige Thai-Basilikum
  • junge Radicchioblätter, nach Belieben
  • 1 Schuss Olivenöl
  • 1 Spritzer Balsamicoessig
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

1. Die Salatblätter waschen und in eine Schüssel geben.

2. Das Thai-Basilikum fein hacken, zum Salat geben.

3. Nach Belieben ein paar junge Außenblätter des Radicchio dazugeben. Wenn Sie aber den Radicchio als ganzen Kopf ernten wollen, lassen Sie ihn lieber heranreifen. Dann reicht er für einen großzügigen Salat.

4. Mit Olivenöl, Balsamicoessig, Salz und Pfeffer mischen.

Cover "Der essbare Garten in einem Topf"

Buchtipp

Zusammen gepflanzt, zusammen gekocht - dieses Konzept stellt Ginead Meterman in ihrem neuen Rezepteband "Der essbare Garten in einem Topf" vor. Das Buch ist vor allem für Menschen interessant, die gerne mit selbstgezogenen Zutaten kochen wollen, aber keinen großen Garten haben. Erschienen im AT- Verlag für ca. 20 Euro.


Fotos: © Jason Ingram/AT Verlag


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