Spinat: Zur Gesundheit verdammt

Schon Popeye wusste: Spinat ist gesund. Das wussten auch viele Eltern und sorgten für manches Kindheitstrauma. Und was sagt der Spinat dazu?

"Kindheitstrauma" Spinat: Ein Gemüse wehrt sich gegen seinen Ruf

Food-Guide: Spinat

Liebe Damen und Herren, nun muss ich doch einmal klare Worte sprechen und mich in aller Entschiedenheit dagegen wehren, ständig in die Gesundheitsecke geschubst zu werden. Als hätte ich nichts anderes zu bieten - den nussigen Geschmack meiner zarten Frühjahrs-Spinatblättchen etwa. Nein, stattdessen höre ich wieder, wie ein Kind traumatisiert wird: "Komm, iss deinen Spinat, der ist doch so gesund!" Bloß, weil sich ein Chemiker im Jahr 1890 mal mit einem Komma vertan hat, wurde mir quasi jahrhundertelang unterstellt, ich würde irrsinnige Mengen Eisen enthalten. So ein Quatsch!

Na gut, wenn ich ehrlich bin, habe ich tatsächlich mehr Eisen als die meisten anderen Gemüsesorten zu bieten, auch ohne Kommafehler. Ja, auch viel Kalzium und Magnesium. Und das mit dem hohen Betacarotingehalt stimmt ebenfalls. Aber noch viel wichtiger ist doch nun wirklich mein Aroma!

Genießen: Ich zarter Blattspinat schmecke gut als Salat, etwa mit Champignons und Nussöldressing. Parmesan, Mozzarella oder Feta sind ebenfalls gute Begleiter, genau wie Olivenöl und Knoblauch - oder Sahne und Muskat. Lecker!

Einkauf: Wussten Sie schon, dass es mich zarten Frühjahrsspinat schon im Mai vom Freiland gibt? Lange haltbar sind meine zarten Blätter aber nicht: Locker in Folie eingeschlagen, halten sie sich im Kühlschrank maximal einen Tag. Ich warte eben nicht gern.

Rezept: Malfatti (Spinat-Ricotta-Nocken aus der Emilia Romagna)

Zubereitungszeit: etwa 80 Minuten

Für 4 Portionen

  • 500 g frischer Spinat (oder 375 g TK-Spinat)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 EL Butter
  • Salz
  • 120 g Parmesan
  • 160 g Ricotta
  • 2 Eier
  • 1 Eigelb
  • 180 g Mehl
  • Pfeffer
  • Muskatnuss

1. Spinat waschen, tropfnass in einen Topf geben, erhitzen und zusammenfallen lassen (TK-Spinat nach Packungsanweisung auftauen). In ein Sieb geben und abkühlen lassen. Zwiebel schälen, fein würfeln und in 1 EL Butter andünsten. Abkühlen lassen. Spinat gut ausdrücken, fein hacken.

2. Salzwasser in einem großen Topf zum Sieden bringen. Parmesan fein reiben, die Hälfte davon mit Ricotta, Eiern und Eigelb glatt rühren. Spinat, Zwiebelwürfel und Mehl unterheben, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

3. Mit einem Esslöffel Nocken aus dem Teig stechen, mit einem zweiten Esslöffel ins siedende Wasser schieben. Wenn die Nocken an der Wasseroberfläche schwimmen, mit einem Schaumlöffel herausnehmen und in eine gefettete ofenfeste Form setzen.

4. Restlichen Parmesan darüberstreuen, restliche Butter in Flöckchen daraufgeben. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad etwa 10 Min. überbacken.

Tipp: Keinen Stress beim Formen der Nocken: "Malfatti" bedeutet "schlecht gemacht" - sie dürfen also ruhig ungleich und knubbelig werden.


© Mariusz Blach/Fotolia | aus der "LAVIVA"-Ausgabe Mai 2014


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