Veggi, was ist wirklich dran an fleischloser Ernährung?

Werden Sie zum Veggi-Experten in 7 Schritten! Tipps & Wissenswertes zu vegetarischer und veganer Ernährung.

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1. Kochtipps! Werden Sie zum Veggi-Koch

Kochtipps: Die Stars der Veggi-Küche

Verwandeln Sie Ihre Lieblingsrezepte in vegetarisch-vegane Köstlichkeiten: So ersetzten Sie Hack, Ei, Mayo, Parmesan und vieles mehr mit Veggi-Zutaten

Statt Hack: Hülsenfrüchte

Sie sind eine prima Basis für Bratlinge und Burger. Gekochte Hülsenfrüchte pürieren, 1-2 EL Sojamehl und Gewürze (Knoblauch, Petersilie, Paprika, kleingeschnittene Frühlingszwiebeln ) zugeben und gut vermengen. Ist die Masse zu trocken, kleingehackte Tomaten oder Tomatenmark untermengen. Ist sie zu weich, noch Semmelbrösel zugeben.

Panade ohne Ei

Die braucht man etwa für vegane "Schnitzel" aus Tofu oder vorgegarten Sellerie- oder Kohlrabi-Scheiben, und sie geht so: Sojamehl (ca. 4 EL für 4 Schnitzel) mit soviel Wasser (etwa 8 EL) mischen, dass eine teigige, leicht flüssige Masse entsteht. Die "Schnitzel" darin wenden, dann mit Semmelbröseln wie gewohnt panieren.

Tofunnaise

Vegane Mayonnaise, mit der man einfach die herkömmliche Mayo, etwa im Kartoffelsalat, ersetzen kann.

Pasta ohne Parmesan

Hefeflocken sind die Lösung. Abgesehen von einer Menge B-Vitaminen enthalten die trockenen feinen Flocken eine Menge natürliches Glutamat – so wie Parmesan. 1 EL geröstete Pinienkerne, 2 EL Hefeflocken, 1 TL Salz (oder Kräutersalz) im Mörser kleinmachen, über die Pasta streuen.

Bechamel-Sauce

Statt Milch und Butter wird Sojamilch und Pflanzenmargarine verwendet.

"Dunkle" Sauce

Die entsteht typischerweise aus dem Bratensatz von scharf angebratenem Fleisch. Dieser wird mit Flüssigkeit gelöst, dann eingekocht. Die Veggi-Alternative: Etwas Suppengemüse und Zwiebel würfeln, scharf anbraten, so dass es deutlich braun wird (aber nicht verbrennt!). Dann 2 EL Tomatenmark einrühren, etwas weiterbraten und mit etwas Rotwein und Gemüsebrühe ablöschen. Köcheln lassen, pürieren. Eventuell mit Speisestärke etwas andicken. Für mehr Farbe sorgt Kurkuma (gelb) und Paprika (rot) – beide sind geschmacklich nicht sehr intensiv und passen gut zur Sauce.

2. So geht vegetarisch Einkaufen! Onlineshops &...

Grundsätzlich eine gute Anlaufstelle sind natürlich Bioläden und Reformhäuser. Hier gibt es meist auch vegetarischen Brotbelag von Sojawurst bis Pasten, und auch Soja-"Joghurt" oder –"Sahne". Auch besondere Bindemittel, etwa Johannisbrotkernmehl bekommt man dort.

Ausgefallenere Dinge, etwa veganen "Käse", oder „Wurst“, oder vegane Ersatzprodukte wie "Hähnchenschenkel" oder "Tintenfischringe" bekommt man am ehesten in Veggi-Online-Shops oder –läden.

4 Onlineshops - Eine Auswahl

1. Im Onlineshop "Vegan Wonderland" gibt es neben den klassischen Ersatzprodukten Käse- und Aufschnitt aus eigener Herstellung, besondere Tofu-Spezialitäten und Gewürzmischungen, aber auch Reinigungsmittel, Pflegeprodukte, Shirts, Buttons und mehr. Umfangreiches Sortiment zu fairen Preisen.  

2. Bei alles vegetarisch, dem "Nr.1 Shop für rein pflanzliche Spezialitäten" (so die Angabe auf der Homepage) ist nicht nur 100 % vegan, sondern auch riesig, schön übersichtlich gestaltet und seit über 10 Jahren etabliert. Neben Lebensmitteln wird hier auch der Veggie-Lifestyle groß geschrieben – kein Wunder, ist der Shop doch dem Vebu - Vegetarierbund Deutschland - angegliedert.

3. Vegan-Basics, wie der Name schon sagt: Hier bekommt man alles, was der Veggie-Alltag  braucht: Süßigkeiten, Tofu-Würstchen, Literatur, Kosmetik, Shirts, aber auch Spielzeug und Tiernahrung.

4. Für Nachkatzten: Bei Veggie Sweets finden Sie alles, was süß ist – und ohne Milchprodukte oder Honig hergestellt wurde.

Bekannte Läden in Deutschland

1. "Veganz": Die vegane Supermarktkette hat inzwischen Filialen in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München, Prag, Wien und demnächst auch in Leipzig und Essen. Jung, aufgeräumt, trotzdem ein riesiges Angebot. In jedem Laden gibt´s ein veganes Bistro und im Sommer steht mit Glück ein veganer Eiswagen im Stil der 50er vor der Tür.

2. Vegane Zeiten: Etablierter veganer Laden in Köln, gerade in ein gößeres Ladenlokal neben der alten Adresse gezogen: Weyestrasse 29-31, 50676 Köln

3. Bevegend: Kleiner Laden in Hamburg St. Pauli mit vielen veganen Spezialitäten – und dazugehörigem Imbiss um die Ecke ("befried vegan fast food", Friedrichstrasse 3-5). Balduinstraße 24 20359 Hamburg

4. Dr. Pogo Veganladenkollektiv Hier sind wahre Überzeugungstäter am Werke: Nur vegane Produkte, die möglichst nachhaltig und ökologisch produziert sind. So weit wie möglich stammen sie von kleinen Manufakturen oder Landkommunen. Der Laden wird von 11 gleichberechtigten Mitstreitern betrieben, es gibt keine Chefs, dafür gleichen Lohn für alle. Respekt! Karl Marx Platz 24 12043 Berlin

3. Lesen Sie sich zum Veggi-Profi! Koch- und...

Kochbuch: Vegane Backträume

Wunderschöne Fotos, die noch von den köstlichen Rezepten dieses neuen Backbuches getoppt werden: Da reihen sich französische Tartelettes an köstlich-exotische Cupcakes, Mini-Gugls und wundervolle österreichische Spezialitäten wie Powidltaschen oder Nusskipferl. Oder Himbeer-Kokos-Torte, oder... Alle Rezepte sind vegan, dazu gibt es einen ausführlichen Teil mit Grundlagenwissen und Tipps.

Vegane Backträume (Brigitte Bach, löwenzahn Verlag Österreich, 17,95 Euro)

Kochbuch: Genussvoll vegetarisch

"Mediterran, orientalisch, raffiniert" heißt es auf dem Titel, und das ist nicht zu viel versprochen. Dass die Rezepte fast alle völlig problemlos nach zu kochen sind – manche stehen sogar nach zackigen 20 Minuten auf dem Tisch – ist bestimmt mit ein Grund, warum das Buch zum Bestseller der vegetarischen gehobenen Küche wurde.

Genussvoll vegetarisch (Yotam Ottolenghi, Dorling Kindersley Verlag, 24,95 Euro)

Kochbuch: La Veganista

Das frische, junge Kochbuch der Berliner Bloggerin war eines der erfolgreichsten Kochbücher 2013. Neben Grundlagenwissen locken 100 Rezepte, die von morgens bis abends satt, glücklich und zufrieden machen. Und so könnte ein Tag aussehen: Zum Frühstück Vanilla Pancakes mit Mango-Mandel-Creme, zu Mittag einen "Gyros"-Wrap (mit Seitan) und abends dann getrüffelte Ravioli mit Champignon-Füllung. Psst: Auch ihr neues Buch "Vegan vom Feinsten" liegt schon in den Regalen, diesmal sind die Rezepte noch ausgefuchster – gehobene vegane Küche!

La Veganista (Nicole Just, Gräfe & Unzer, 16,99 Euro)

Kochbuch: Deutschland vegetarisch

Von Kässpätzle über "Himmel und Erde" bis zum Labskaus: Traditionelle, regionale Gerichte gibt es in Deutschland genug – dass man die Regionalküchen jetzt auch fleischlos genießen kann, verdanken wir dem gelernten Koch und Foodjournalisten Stevan Paul.

Deutschland vegetarisch (Stevan Paul, Brandstätter, 34,90 Euro)

Kochbuch: Vegan Genial

"Ich möchte weder Omas alte Rezepte in veganisierter Form noch die 999. Vegane Bolognese beschreiben," sagt die Besitzerin und Küchenchefin eines veganen Restaurants in Berlin im Vorwort ihres Buches. Sie will lieber eine neue Art des Kochens mit veganen Zutaten erfinden. Und das ist ihr voll und ganz gelungen. Statt Soja-Hack-Bolognese gibt es Salbei-Schupfnudeln mit Peperonata und Erbsenschaum. Die Rezepte versprechen köstliche Geschmackserfahrungen, ohne dass man sich ständig auf völlig neues Terrain begeben muss.

Vegan Genial (Josita Hartano, Neun Zehn Verlag, 19,95 Euro)

Sachbuch: Tiere essen

Wenn sich ein großartiger Schriftsteller über die Frage "Ist Tiere essen böse?" hermacht, Studien durchforstet, nachts in Tierfarmen einbricht, dann stehen die Chancen gut, dass etwas Wunderbares, Berührendes, Schauriges und doch auch immer wieder Amüsantes dabei herauskommt: Zum Beispiel dieses Buch. Unbedingt lesen.

Tiere Essen (Jonathan Safran Foer, Kiepenheuer & Witsch, 19,99 Euro)

Sachbuch: Anständig essen

Was passiert eigentlich, wenn man nur noch "bio" isst, vegetarisch lebt, dann vegan und zum Schluss sogar das Frutarier-Dasein ausprobiert? Die Autorin hat es ausprobiert und aufgeschrieben. Leicht zu lesen, gut recherchiert, dabei sehr amüsant und von trockenem Humor geprägt.

Anständig essen (Karen Duve, Galiani Berlin, 19,99 Euro, als Taschenbuch von Geldmann, 9,99 Euro)

Sachbuch: Kleine Veganer-Bibel

Wunderbar, locker-leicht und mit einem wohltuenden Augenzwinkern geschrieben – trotzdem liefert die Ernährungswissenschaftlerin ein volles Pfund Information zum veganen Leben: Hintergründe (Tierhaltung, Gesundheit, Umwelt) Einkaufs- und Zubereitungstipps, ausführliche Informationen zu Vitaminen und Mineralstoffen und alltagstauglichen Rezepten für jede Lebenslage.

Kleine Veganer-Bibel (Sarah Schocke, Goldmann, 12,99 Euro)

Sachbuch: Ab heute vegan

Das handliche Taschenbuch mit dem Untertitel "So klappt Dein Umstieg" ist  tatsächlich zu Beginn eines veganen Lebens ein praktischer und unkompliziert geschriebener Begleiter, der zu jeder Lebenslage gute Tips auf Lager hat: Zum Einkaufen, Kochen, Backen, unterwegs vegan essen – aber auch zu veganer Kleidung, Kosmetik und sogar für den Umgang mit anderen (etwa verständnislosen Nicht-Veganern).

Ab heute vegan (Herausgeber Patrick Bolk, Edition Kochen ohne Knochen, 12,90 Euro)

Sachbuch: Vegetarische Ernährung

DAS Standardwerk für alle Vegetarier und Veganer, die es ganz genau wissen wollen: Ausführliche, wissenschaftlich geprüfte Infos zu allen Ernährungsfragen – von den gesundheitlichen Vorteilen einer vegetarischen Ernährung über sinnvollen Empfehlungen und Tipps zur Umsetzung bis hin zu möglichen Mangelzuständen. Dazu gibt es noch Ausflüge zu ökologischen Aspekten und in die Geschichtliche – wussten Sie, dass Pythagoras (ja, der mit dem "Satz des Pythagoras" aus dem Mathe-Unterricht) der Gründer der ersten europäischen Vegetarier-Bewegung war?

"Vegetarische Ernährung" (Claus Leitzmann und Markus Keller, Ulmer Verlag, 22,99 Euro)

Sachbuch: Vegan für alle

Jan Bredak ist der Chef der Vegan-Markt-Kette Veganz. Das perfekte Buch für Skeptiker: "Jan Bredack sagt selbst: "Veganer waren früher für mich Extremisten, die nicht alle Latten im Zaun haben." Inzwischen weiß er, wie gut ihm die neue Ernährungs- und Lebensweise tut. Er war auf der Karriere-Überholspur, schon mit 30 Jahren leitender Manager bei Mercedes, daneben eine Familie mit drei Kindern und Triathlon als Hobby. 2008 klappt Bredack zusammen und ändert sein Leben daraufhin komplett. Er, der bis dahin alles in sich reingeschaufelt hat, was ihm auf den Teller kam, wird Veganer."

Am 14.04. erscheint sein Buch "Vegan für alle"  für 19,99 Euro.

4. Warum vegetarisch Leben? Gründe und prominente...

Ocsar-Preisträger wie Jared Leto und Natalie Portmann tun es - so wie immer mehr Menschen: Sie leben vegetarisch und vegan. Der Trend zur pflanzenbasierten Kost nimmt seit rund 5 Jahren deutlich zu: Inzwischen bezeichnen sich laut Umfragen etwa 6,8 Millionen Deutsche als Vegetarier, vor 4 Jahren war es noch eine halbe Million weniger. Doch was ist dran an der Veggi-Kost – was sind die Gründe für den "Verzicht", was bringt es der Gesundheit und der Umwelt? Lauter Fragen, die wir hier beantworten.

Gründe für den Fleischverzicht

Vom Marathonläufer über Gesundheitsfanatiker bis zum aktiven Tierbefreier: In der Veggi-Szene ist alles vertreten. Einer der wichtigsten Gründe für den Fleischverzicht ist die Ablehnung der industriellen Massentierhaltung. Dazu gehört bei vielen die grundsätzliche Überzeugung, dass kein Tier leiden sollte, damit wir etwas Leckeres auf dem Teller haben. Hier wird es dann schwierig: Will man nicht für das Leid von Tieren verantwortlich sein, reicht der Verzicht auf Fleisch eigentlich nicht weit genug. Denn so eine Hochleistungs-Milchkuh aus dem Riesen-Stall hat garantiert kein schönes Leben. Und das gestresste Huhn in der „Eierfabrik“ kann noch nicht mal von der grünen Wiese träumen, weil es gar nicht weiß, dass es sie gibt. Die einen lösen dieses moralische Dilemma für sich, in dem sie nur noch zu Bio-Milch und Bio-Ei greifen, weil die Bio-Richtlinien eine artgerechtere Tierhaltung garantieren. Diejenigen, die finden, dass auch Bio-Kühe und Hühner leiden, verzichten häufig lieber ganz auf alle tierische Produkte und leben vegan.

Doch selten zählt nur ein Grund – häufig gibt es einen bunten Strauß an Faktoren:

Neben Fragen der Ethik (darf man verantworten, dass Tiere leiden?) sind es oft einfach die Freunde, die es einem das Veggi-Dasein vorleben. Manche mögen einfach kein Fleisch. Bei anderen stehen gesundheitliche Aspekte im Vordergrund, etwa die Senkung der Cholesterinwerte oder des Risikos für einen Herzinfarkt. Einige Leistungssportler ernähren sich bewusst vegetarisch oder vegan, weil die kohlenhydratreiche Kost die Ausdauer stärkt. Und auch der Schutz der Umwelt spielt oft eine wichtige Rolle: Die Fleischproduktion (ja, so wird das Ganze tatsächlich genannt) erzeugt eine ganze Menge klimaschädliche Gase – etwa Methan, was Rinder und Kühe in großen Mengen "auspupsen". So ist ein Kilogramm Fleisch in etwa so umweltschädlich wie eine 250 Kilometer lange Autofahrt, ergab eine japanische Studie. Zudem werden für den Anbau von Tierfutter wie Soja oft große Mengen Regenwald gerodet, was sich ebenfalls negativ auf Klima und Umwelt auswirkt.

Von: Katrin Steffens

5. Kleine Veggikunde: Welcher sind Sie denn?

Vegetarier ist nicht gleich Vegetarier - ein Überblick über die verschiedenen Formen der Pflanzenkost-Ernährung:

Vegetarier

Wer auf Fleisch verzichtet, aber noch Milchprodukte und Eier konsumiert, wird in der Fachsprache als "Ovo-Lacto-Vegetarier“ bezeichnet. Es gibt auch "Lacto-Vegetarier" – genau, die essen dann keine Eier. Pescetarier: Menschen, die kein Fleisch, aber Fisch essen.

Pudding-Vegetarier

Kein Scherz, dies ist die offizielle Bezeichnung für Menschen, die zwar kein Fleisch essen, sich aber hauptsächlich von Lebensmitteln wie Sweets, Chips, Puddings, hellem Brot oder Fertiggerichten ernähren.

Veganer

Verzichten komplett auf tierisches im Essen (also auch Eier, Milchprodukte, Honig). Steht dabei die Lebenseinstellung, grundsätzlich keine Tiere ausbeuten zu wollen, im Vordergrund, wird auch auf Leder, Wolle und Seide verzichtet. Auch Putzmittel und Kosmetika, die mit Tierversuchen getestet wurden  oder tierische Bestandteile wie Aminosäuren oder Fettsäuren enthalten, sind tabu.

Rohköstler

Essen nur Ungekochtes – erlaubt ist meist ein Erwärmen auf maximal 40 Grad. Fast alle Rohköstler sind gleichzeitig Veganer. Nur die Anhänger der "Instinktotherapie" essen Fleisch oder Fisch – nur eben "raw like sushi".

Frutarier

Gäbe es die Steigerungsform "am vegetarischsten", könnte man sie hier anwenden: Frutarier (auch Fructarier genannt) essen nur Dinge, bei deren Ernte die Pflanze nicht "sterben" muss. Also beispielsweise Äpfel, Birnen, Beeren, Nüsse oder Tomaten. Möhren, Lauch oder Kartoffeln dagegen sind tabu.

Von: Katrin Steffens

6. Dr. Möhre: Sind Vegetarier gesünder?

Wer vegetarisch lebt, isst Studien zufolge durchschnittlich weniger gesättigte Fette und Eiweiß, dafür mehr Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Nüsse. In diesen stecken neben vielen Vitaminen und Mineralien auch viele sekundäre Pflanzenstoffe. Einige von ihnen machen beispielsweise Antioxidantien unschädlich und schützen so vor Hautalterung oder Arteriosklerose. Andere wirken entzündungshemmend oder schützen vor Krebs.

Verschiedene große Studien, etwa die "EPIC" Studie oder die "Oxford Vegetarian Study" zeigten, dass Vegetarier und Veganer ein deutlich niedrigeres Risiko für Altersdiabetes, Bluthochdruck oder Herzinfarkt haben.

Ebenfalls wichtig: Vegetarier nehmen deutlich mehr Fasern auf. Das sind die bisher mit dem eher abschreckenden Begriff "Ballaststoffe" bezeichneten unverdaulichen Pflanzenbestandteile. Weil sich auch Fasern komisch anhört, verwenden viele das englische Wort Fiber oder betiteln sie als "slow carbs".

Lange Namensklärung, kurzer Sinn: Diese Fasern haben eine Menge gesundheitliche Vorteile, vor allem für das Herzkreislaufsystem; sie sättigen gut und stabilisieren den Blutzucker. Und damit sind sie auch wichtig, wenn man sein Gewicht halten oder verringern möchte.

Schlankere Veggis?

Studien zeigen, dass Vegetarier und vor allem Veganer meist weniger wiegen als der durchschnittliche Allesesser. Klar: besonders die vegane Pflanzenkost ist meist deutlich fettärmer und reicher an unverdaulichen Fasern – eine gute Voraussetzung für lange Sättigung bei relativ niedriger Kalorienaufnahme. Das funktioniert natürlich nur, wenn die vegane Kost einigermaßen ausgewogen ist, denn vegetarisch oder vegan heißt nicht automatisch gesund ernährt und schlank.

Wer sich vor allem von weißem Toast mit Schokocreme, Pommes, Schoki und Chips ernährt, wird irgendwann genau das blässliche, schlappe Bild bieten, welches Fleischfans so gerne von Vegetariern haben. Von ein paar Kilo zu viel auf den Rippen ganz zu schweigen!

Auf diese Nährstoffe sollten Vegetarier achten:

Eisen

Nicht nur in Fleisch und Fisch, auch in Pflanzen steckt Eisen – wird aber etwas schlechter aufgenommen, als das "Fleisch-Eisen". Doch es gibt einen Aufnahme-Turbo: Vitamin C. Deshalb möglichst zu jeder Mahlzeit etwas Vitamin C-haltiges kombinieren (Beeren, Paprika, Kiwi, Zitrusfrüchte) und ausreichend eisenreiche Lebensmittel auf den Tisch bringen – dann klappt die Eisenversorgung bei Vegetariern und auch Veganern gut, wie Untersuchungen zeigten. Viel Eisen steckt in: Quinoa, Hirse, Hafer, Hülsenfrüchte, Tofu, Sojafleisch, getrocknete Aprikosen und Datteln, Nüsse, Spinat, Feldsalat, Fenchel, Rucola und Zucchini.

Jod

Das Spurenelement findet sich eigentlich nur in Fisch und in ganz geringen Mengen in Käse. Damit sich aus Jodmangel nicht die Schilddrüse vergrößert (Kropfbildung), sollte einfach jodiertes Speisesalz neben dem Herd stehen. Die Jodmenge ist so dosiert, dass eine Überversorgung nicht möglich ist. Meeresalgen sind zwar auch ein guter Lieferant des Spurenelements, enthalten aber manchmal extrem viel Jod – hier sollte man nicht nach der Devise "viel hilft viel" verfahren.

Omega-3-Fettsäuren

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und so unter anderem vor Herzkreislauferkrankungen schützen. In ihrer wirksamsten Form (EPA und DHA) kommen sie in Fisch wie Lachs, Hering oder Thunfisch vor. Praktischerweise gibt es aber auch pflanzliche Öle, die eine potente "Vorstufe" (Alpha-Linolensäure) enthalten. Das sind vor allem Leinöl, aber auch Raps-, Walnuss- und Sojaöl.  

Wichtig: Sonnenblumen- und Distelöl enthält einen Gegenspieler der Omega-3-Fettsäuren, die Linolsäure. Diese Öle also lieber nicht zu häufig verwenden. Ein guter Ersatz für neutral schmeckendes Sonnenblumenöl ist raffiniertes, ebenfalls neutral schmeckendes und gut erhitzbares Rapsöl.

Auf diese Nährstoffe sollten Veganer zusätzlich achten

Vitamin D

Der Knochenstärker scheint zusätzlich für ein gut funktionierendes Immunsystem wichtig zu sein. Er wird zwar auch in unserer Haut gebildet – allerdings nur im Sommer. Von April bis Oktober ist die Sonneneinstrahlung in Nordeuropa zu schwach. Obwohl unser Körper einen kleinen Vorrat speichern kann, ist dieser meist irgendwann während des Winters deutlich geschmälert. Leider ist Vitamin D vor allem in Fisch enthalten – und in kleinen Mengen in Pilzen. Um aber auf nennenswerte Mengen zu kommen, müsste man täglich etwa 250 g Champignons essen. Deshalb: Zu angereicherten Lebensmitteln wie Margarine greifen – oder zu einem Nahrungsergänzungsmittel. Die Dosierung sollte mit einem Arzt abgesprochen werden.

Vitamin B12

Wichtig für eine gute Nervenfunktion und die Blutbildung. Ein wirklicher Mangel entsteht meist erst nach drei bis fünf Jahren veganen Lebens, da Vitamin B 12 in der Leber gespeichert wird. Auf einen echten Mangel sollte man es aber nicht ankommen lassen, denn dabei können dauerhafte Nervenschäden entstehen. Vitamin B12 ist tatsächlich nur in Fleisch, Fisch und Milchprodukten enthalten. In fermentierten pflanzlichen Lebensmitteln wie etwa Sauerkraut ist zwar ein "Vitamin-B12-Analogon" enthalten, was aber nicht vom menschlichen Körper genutzt werden kann – und sogar die Wirkung von noch vorhandenem Vitamin B12 verhindert.

Deshalb: Vitamin B12 unbedingt als Ergänzung einnehmen: Entweder in angereicherten Produkten (Saft, Cerealien) oder als "Pille".

Calcium

Um auf ausreichende Mengen des Knochenstärkers (vor allem in Milchprodukten enthalten) zu kommen, sollten mit Calcium angereicherte Pflanzenmilch, calciumreiches Mineralwasser, viel grüne Gemüse und Nüsse auf dem Tisch stehen.

7. Surfen wie ein Veggi: Web-Seiten mit...

Der Deutsche Vegetarierbund

Der Vegetarierbund kümmert sich um alle Belange des vegetarischen Lebens – von der Politik über aktuelle wissenschaftliche Studien bis zum Rezept. Trotz der riesigen Info-Menge übersichtlich und frisch gestaltet.

Peta

Die weltweite Organisation „People for the Ethical Treatment of Animals“ (PETA), also die ethische Behandlung von Tieren, kennen wir eigentlich fast alle: Durch ihre oft provokanten Aktionen und die Plakate, auf denen Models und Stars gegen die Pelztier-Industrie oder Tiere in Zirkussen Stellung beziehen. Auf der Seite gibt es viele Infos zum Tierschutz, aber auch Unterrichtsmaterialien und viele Infos zum veganen Lebensstil.

Veggi-Portal

Viele Infos und Tipps zum vegetarischen Leben – von vernünftig-lustigen Argumentationshilfen für´s nächste Familienfest bis zu Tipps für den Einstieg und vegetarischen Grillrezepten.

Deutschland is(s)t vegan

Das veganes Online-Magazin: Gut zu lesende Artikel zu allem, was das vegane Leben betrifft – inklusive Literatur, Filme, Kunst. Ausführliche vegane Restaurant-Kritiken. Prima: Die Rubrik: "Vegan in Deiner Stadt" – mit vielen Tipps für rund 50 Städte.

Veggi-Hotels

Was für eine Erholung: In den Veggi-Hotels gibt es keine Erklärungsnot beim Frühstück und vor allem jeden Tag neue kulinarische Überraschungen. Nie wieder Salat-oder-Pommes-Urlaub!

Kraut Kopf

Hmmjam, wird jetzt erst der Rucola-Artischocken-Salat mit Focaccia ausprobiert, oder doch die Spargel-Tarte? Tolle Gerichte mit mediterranem Einschlag – und wunderschön fotografiert. Kein Wunder, ist im Hintergrund doch ein Berliner Fotografen-Pärchen am Werk.

Butter in my Veins

Toller vegetarischer Blog mit einem leichten Überhang zu süßen Sachen – sehr kreativen und köstlichen süßen Sachen, etwa Cupcakes mit Petersilien-Ahornsirup-Frosting.

Herr Grün kocht

…und zwar vegetarisch köstlich, zum Beispiel: "Fenchel Ching Chang Chong mit Glasnudeln und Ingwer-Chili" – wobei es gar nicht so einfach ist zu entscheiden, was man besser findet: Das Rezept, den Rezeptnamen oder die dazugehörige trocken-humorig geschriebene Entstehungsgeschichte.

Eat This

Toll gestalteter, aufgeräumter Blog, auf dem es erklärterweise vor allem um Kochen und Genuss geht – nur eben vegan. Wunderbare Rezepte, Vorstellung neuer Kochbücher, Produkte, anderer Blogs. Schön!

Vegan sein

Vegan sein ist mit den Rezepten von Nicole Juist eine sehr einfache und vor allem leckere Angelegenheit. War da was, was man vermissen könnte? Nö...

Von Katrin Steffens


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