Waldmeister: Ab in die Bowle!

Im Supermarkt sucht man Waldmeister vergeblich. Wer das Waldkraut frisch will, muss schon zum Wochenmarkt - oder gleich in den Wald. Aber Beeilung! Der empfindliche Geselle lässt sich nur ganz kurz im Frühling ernten.

Waldmeister-Illu

Frühlingskraut: Waldmeister gibt es nicht aus Übersee, deshalb können wir ihn nur wenige Monate im Jahr genießen.

Food-Guide: Waldmeister

Der "Time-Slot" für den berauschenden Waldmeister ist wirklich kurz: Er geht von Mitte April (in Süddeutschland) bis Ende Mai, eventuell Mitte Juni (im Norden). Wer die Saison verpasst, muss bis zum nächsten Frühjahr warten: "Flug-Waldmeister" aus Südamerika gibt es (bisher) nicht, dafür aber das authentische Jetzt-ist-Frühling-Gefühl, wenn der grüne Kerl wieder irgendwo auftaucht.

Für den besonderen Geschmack und auch die Wirkung des Waldkrauts ist der Inhaltsstoff Cumarin verantwortlich: In kleinen Mengen (!) soll er leicht anregend wirken und sogar gegen Kopfschmerzen helfen. Doch zu viel des Guten darf es keinesfalls sein, dann kehrt sich die Wirkung um, und es drohen heftige Kopfschmerzen und Übelkeit. Der typische Duft des Waldmeisters ist erst mal verborgen - er entsteht erst, wenn man die Blätter zerreibt, welken lässt oder sie für 30 Minuten ins Tiefkühlfach steckt. Wichtig ist nur: Der Waldmeister sollte vor der Blüte gesammelt werden!

Genießen: Klassisch finden wir ihn in der Maibowle, als Geschmacksgeber für Wackelpudding oder "Berliner Weiße grün" (obergäriges Bier mit einem Schuss Waldmeistersirup). Sehr gut passt Waldmeistersirup zu Erdbeeren, Rhabarber und Vanille. Quietschgrüne Fertigprodukte wie Sirup oder Pudding enthalten allerdings neben grüner Farbe (natürliche Waldmeisterauszüge sind höchstens hellgrün) meist Waldmeisteraroma aus dem Labor, sind damit aber auch für Kinder geeignet.


Einkaufen: Fündig wird man in der Regel nur auf dem Wochenmarkt - oder eben im Wald: Lichte Laubwälder sind sein liebster Wohnort.

Rezept: Maibowle

Für ca. 1,5 Liter (8 Personen)

  • 2-3 Bund Waldmeister (etwa 6 g)
  • 1 Flasche Weiß- oder Grauburgunder
  • 1 Flasche Sekt
  • 3 EL Zucker
  • 250 g Erdbeeren
  • evtl. 2-3 EL Waldmeistersirup

1. Weißwein und Sekt für mehrere Stunden im Kühlschrank kühlen.

2. Den Waldmeister auf einem trockenen Tuch ausbreiten und an einem warmen, trockenen Ort 6-12 Stunden welken lassen. Dann die Stiele mit Küchengarn wieder zusammenbinden.

3. Einen halben Liter Weißwein in eine Schüssel geben, mit dem Zucker verrühren. Den Waldmeister so hineinhängen, dass die Stielenden nicht in der Flüssigkeit sind und 30 Minuten ziehen lassen. Herausnehmen und den Weißwein durch ein Sieb in die Bowlen-Schüssel gießen.

4. Erdbeeren putzen und halbieren oder vierteln - je nach Größe. Restlichen Weißwein und den Sekt in die Bowlen-Schüssel geben, evtl. mit etwas Zucker oder Waldmeistersirup nachsüßen. In jedes Glas ein paar Erdbeeren geben, die Bowle darübergeben und gleich probieren.


© Illustration: Alina Sawallisch | aus der "LAVIVA"-Ausgabe Mai 2015


IVAs Blog

Netzfundstücke, Hilfreiches, Schönes: Hier schreibt IVA, über alles was sie bewegt!

LESEN
Gewinnspiele

Aktuelle Gewinnspiele aus den Bereichen Beauty, Mode, Reise und Design!

Mitmachen