Charakter-Workout: Mit Sport die Persönlichkeit verändern

Sport ist gesund und sorgt für gute Laune. Doch das ist nicht alles. Mit der richtigen Sportart kann man sogar die Persönlichkeit verändern.

Verena Wippich

Kennen Sie den Zustand, wenn sich nach dem Training alles so anfühlt, als habe man in Sprudelwasser gebadet? Wenn der Kopf frei ist, die Seele glücklich und die Welt sich genauso schnell dreht, wie Sie es gern mögen? Beim Sport geht es nämlich nicht bloß um Muskelaufbau. Jede Stunde Bewegung ist immer auch eine Art Therapie. Psychologen erklären das so: Wer Sport macht, strebt nach Bewegung und damit nach Veränderung. Wir stärken den Körper und gleichzeitig auch unser Selbstbewusstsein, indem wir gezielt an uns arbeiten. Im Begriff "Work-out" steckt das schon drin: "sich ausarbeiten". Es lohnt sich also, beim Sport nicht bloß für sportliche Ziele zu kämpfen, sondern gezielt an der Persönlichkeit zu arbeiten.

Mal angenommen, Sie sind ein Typ, der sich einfach nicht durchsetzen kann. Job oder Partnerschaft, irgendwie haben immer die anderen das Sagen. Indem Sie beim Sport bewusst gegen andere antreten, können Sie Ihre Fähigkeiten auf diesem Gebiet trainieren. Dafür brauchen Sie aber nicht gleich zum verbissenen Kämpfer zu werden, ein freundschaftliches Tennis-Match tut es auch. Wer beim Training genau hinschaut, wird merken: Gibt es Konflikte mit anderen? Oder geht man einer bestimmten Übung aus dem Weg? Selbsterkenntnis ist bekanntlich der erste Schritt zur (Persönlichkeitsver-)Besserung.

Der richtige Sport für den Nachwuchs

Gerade bei Kindern sind die psychischen Wirkungen von Sport besonders groß. "Eltern sollten also verantwortungsvoll abwägen, welche Sportart ihr Kind optimal in der Entfaltung der eigenen Persönlichkeit unterstützt", sagt Bewegungstrainer und Buchautor Thomas Frankenbach. Auch die Rolle des Trainers ist entscheidend: "Mit etwas Hilfe kann ein schüchternes Kind im Mannschaftssport lernen, aus sich herauszugehen, seine selbstbewusste, kontaktfreudige Seite zu stärken. Ist der Nachwuchs dagegen eher unruhig oder neigt zu Aggressionen, können Kinder-Yoga oder Kampfsport eine Hilfe sein", so Frankenbach. Aber keine Sorge: Die Entscheidung für eine Sportart ist keine für ein ganzes Leben. Sportliche Vorlieben ändern sich im Laufe der Zeit.

Wenn Sie für sich selbst noch auf der Suche nach der richtigen Sportart sind, fragen Sie sich: Was suche ich im Leben? Was fehlt mir im Alltag? "Sport als Ersatz oder Ventil zu nutzen, ist nicht verwerflich", sagt Frankenbach. "Im Gegenteil: Das Training kann ein schöner Ausgleich sein, der das Leben ein klein wenig glücklicher und erfüllter macht."

Buchtipp

"Warum Läufer beharrlich sind und Surfer das Leben genießen: Was dein Sport über dich verrät" von Thomas Frankenbach, Koha-Verlag, 16,99 Euro


© Sabrina Müller | aus der "LAVIVA"-Ausgabe November 2012


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