Das Fasten ABC

Grundregeln des Fastens: Tipps von A bis Z wie Sie trotz des Verzichts mitten im Leben bleiben und den Alltag gut meistern können.

Nichts essen - nur trinken. Das ist die goldene Fastenregel.

Nichts essen - nur trinken. Das ist die goldene Fastenregel

Abführmittel

Beim Fasten geht es ums Entschlacken und Entgiften. Die Selbstreinigung des Körpers erfolgt über den Darm, Urin, die Haut, Lungen und Schleimhäute. Deshalb erfolgt am ersten Fastentag die Darmreinigung (siehe auch: Darmreinigung). Damit ist die Selbstreinigung aber keineswegs zu Ende. Sie können während der Fastenzeit Ihren Darm mit natürlichen Abführmitteln unterstützen: Zum Beispiel durch ein Glas Sauerkrautsaft, Molke oder Buttermilch.  Aber Achtung: Bei längerer Einnahme besteht immer die Gefahr von Darmträgheit - egal, ob Sie ein natürliches oder chemisches Mittel nehmen.
 

Begleiterscheinungen

Einige Nebenwirkungen kann das Fasten, vor allem in den ersten Fastentagen, haben. Der übliche Blutdruckabfall kann ein flaues Gefühl verursachen. Langsames Spazierengehen an frischer Luft oder kaltes Wasser hilft dagegen. Die Entwässerung kann zudem in der ersten Fastenwoche auch Kopf- und Gliederschmerzen verursachen: Viel trinken, entspannen und ruhen können helfen. Auch auf die Schläfen geriebenes Eukalyptus- oder Minzöl kann Erleichterung schaffen. Gegen das Frieren können warme Tees, heiße Leberpackungen und eine Wärmflasche helfen. Ein lauwarmes Fußbad ist der beste Erkältungsschutz. Nach etwa zwei Tagen sollten diese Beschwerden aber abklingen, da der Körper auf innere Ernährung umstellt. Dann sollten Sie sich deutlich besser und agiler fühlen. Halten die Beschwerden jedoch länger an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Cholesterin

Der gesundheitliche Gewinn des Fastens ist unbestritten. Neben der Gewichtsabnahme verbessern sich Blutzuckerwert, Blutfette und auch Bluthochdruck. Sogar erhöhte Leberwerte haben sich bei einigen Menschen gebessert. Achtung jedoch bei chronischen Erkrankungen: Patienten sollten eine geplante Fastenkur zunächst mit ihrem Arzt besprechen und eventuell eine stationäre Fastenbehandlung in einer Klinik überlegen.

Darmreinigung

Die Fastenzeit beginnt mit den Entlastungstagen, um den Körper auf die bevorstehende Zeit vorzubereiten. Am ersten Fastentag wird zunächst der Darm gründlich entleert, um den Körper von "Aufnahme" auf "Ausscheidung" zu programmieren. Gifte, Zersetzungs- und Stoffwechselabbauprodukte werden auf natürlichem Weg ausgeleitet. Das kann einfach z.B. mit Bittersalzen (Glaubersalz oder Karlsbader Salz) erfolgen. Das natriumhaltige Salz kann jedoch den Magen belasten und zu Wassereinlagerungen sowie Bluthochdruck führen. Eine einfache, aber eventuell ungewohnte Alternative ist ein Einlauf. Das Zubehör gibt es in jeder Apotheke. Während der Fastenzeit sollten Sie den Darm jeden zweiten Tag mit einem Einlauf oder Abführsalzen reinigen (siehe auch Abführmittel).

Entlastungstage

Zu Beginn jeder Fastenkur sollten Sie drei bis zwei Tage einplanen, um sich auf die Fastenzeit vorzubereiten. Das Motto ist: "Ich habe endlich Zeit für mich und alles was ich brauche, ist bei mir Zuhause." Während der Entlastungstage sollte weniger gegessen werden, z.B. ausschließlich Rohkost oder Obst. Zudem sollten Sie sich schon von Zigaretten, Alkohol, Kaffee und Süßigkeiten verabschieden. Erledigen Sie noch alle anstehenden Termine und Aufgaben und fangen an, sich von seelischem Ballast zu befreien.

Flüssigkeit

Während der Fastenzeit wird nichts gegessen, sondern nur Tee, Säfte sowie viel Wasser getrunken. Konkret heißt das, dass Sie mehr als vier Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen müssen – und auch immer mehr als der Durst verlangt. Denn beim Fasten benötigt der Körper viel Flüssigkeit, um die Nieren gut durchzuspülen und die Abfälle aus dem Körper zu schwemmen. Keine Angst: Fastengetränke enthalten genügend Mineralien und Vitamine.

Gifte

Eine Überernährung mit Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen belastet unseren Körper. Giftstoffe lagern sich im Bindegewebe ab. Durch eine Fastenkur wird die Entgiftung des Körpers gefördert: Durch die Darmentleerung, Durchspülung der Nieren und Pflege der Haut scheidet der Körper gespeicherte Giftstoffe vermehrt aus.

Hunger

Die Faustregel lautet: Fasten heißt nicht zu hungern. Wer hungert, fastet nicht! Fasten bedeutet nur, nichts zu essen und nur zu trinken. Hungergefühle sollten beim Fasten höchstens in den ersten Tagen auftreten. Dagegen hilft, bewusst zu trinken oder auch eine Gemüsebrühe. Lenken Sie sich zudem mit einem kleinen Spaziergang ab. Bekommen Sie das Gefühl, etwas kauen zu müssen, probieren Sie es mit einem zuckerfreiem Kaugummi. Aber werden Sie nicht schwach bei Obst und Gemüse, dass in flüssiger Form erlaubt ist: Denn jede Form von fester Nahrung lässt die Magensaftproduktion anspringen und verstärkt den Hunger. Entscheidend sind auch die Entlastungstage: Sorgen Sie vor der Fastenkur für eine gründliche Darmentleerung und nehmen sich später Zeit für Suppen und Säfte.

 

Jungbrunnen

Fasten ist eine kosmetische Kur von innen. Die Haut wirkt frischer und rosiger, Unreinheiten verschwinden und Fältchen glätten sich. Nach dem Fasten verspüren zudem manche Menschen so viel Energie, dass sie glauben, Bäume ausreißen zu können.

Krisen

Die meisten fühlen sich nach den ersten zwei Tagen entlastet und erleichtert. Aber natürlich gibt es auch kleine Flauten, häufig morgens bis der Kreislauf im Schwung ist. Versuchen Sie es mit einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft, Armgüssen oder Wechselduschen. Ist das flaue Gefühl nicht verschwunden, dann hören Sie auf Ihren Körper: Ziehen Sie sich zurück, legen sich hin und lesen oder schlafen etwas. Richtige Krisen können beim Fasten auch auftreten - aber weniger bei Kurzzeitfasten, sondern bei Fastenkuren von mehr als 20 Tagen. Der Grund sind abgelagerte Stoffe, die durch den Körper kreisen bis sie ausgeschieden werden. An solchen Tagen heißt es ebenfalls ausruhen und reichlich trinken.

Leberpackungen

Wer während des Fastens friert, sollte die Durchblutung der inneren Organe fördern. Das unterstützt den Körper zudem bei der Stoffwechselarbeit. Legen Sie ein mit heißem Wasser angefeuchtetes Leintuch auf den rechten Oberbauch und schlagen den gesamten Rumpf in eine Wolldecke ein. Und dann ab ins Bett! Durch das Liegen allein wird die Leber um 40 Prozent mehr durchblutet.

Medikamente

Während des Fastens sollten Sie nicht nur auf Genussmittel wie Zigaretten oder Alkohol verzichtet, sondern auch nicht lebensnotwendige Medikamente, wie Schmerzmittel oder Pillen gegen Schlafstörungen sowie Verstopfung. Das behindert nur die Entgiftung.

Natürlich verhalten

Hören Sie auf Ihren Körper! Das heißt machen Sie das, was Ihr Körper verlangt. Manche wollen sich ausschlafen, andere Sport treiben. Sie werden merken, was Ihnen gut tut.

Organe

Die Gifte aus dem Körper - das ist das Ziel des Fastens. Daran maßgeblich beteiligt sind die Leber, Lunge, die Nieren, die Blase, der Darm und die Haut.

Positiv einstimmen

Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Fastenwoche? Ein paar überflüssige Pfunde loswerden, sich von der Abhängigkeit von Genussmitteln lösen oder eine generelle Entgiftungskur? Schreiben Sie sich in der Vorbereitung auf Ihre Fastenzeit auf, was Sie erreichen möchten. Das motiviert in schwierigen Phasen (siehe auch Krisen).

Ruhe

Weg vom Terminkalender sowie beruflichen und privaten Verpflichtungen. Verzichten Sie auch auf eine Berieselung durchs Radio oder Fernsehen. Es steht die "Begegnung mit sich selbst" im Mittelpunkt. Nur dann können Sie hören nach was Ihr Körper verlangt. Lassen Sie sich von Ihrer inneren Stimme leiten.


Schlafstörungen

Manche Fastende können in der Fastenzeit endlich einmal wieder durchschlafen, andere liegen in der Nacht wach. Missbehagen oder Unruhe können eine Nacht stören. Ein Tipp ist sich mit einem in kaltes Wasser getränkten Waschlappen abzureiben - nicht zu duschen - und unabgetrocknet ins Bett zu legen. Wer trotzdem nicht zur Ruhe kommt, sollte die Zeit genießen und es annehmen: Lesen Sie ein Buch oder lassen die Gedanken freien Lauf. Eventuell halten Sie auch ein Blatt Papier und einen Stift bereit und schreiben auf, was Ihnen durch den Kopf schießt. Vielleicht ist es ein Schlüssel für schon länger bestehende Probleme.

 

Trockenbürsten

Für eine seidig glatte Haut nach dem Fasten bürsten Sie am besten morgens vor dem Duschen den ganzen Körper ab. Entweder mit einem Bürstenhandschuh oder Badebürste. Beginnen Sie mit kreisenden Bewegungen an den Füßen, und bewegen sich über die Beine hoch zu Armen und Schultern. Das fördert die Durchblutung und Ihr Kreislauf wird angeregt.

Übergewicht

Durchschnittlich vier bis sechs Kilo kann man während einer Fastenwoche verlieren. Wer weiterhin Sport treibt, kann sogar noch mehr abnehmen. Für einen dauerhaften Erfolg der Gewichtsreduktion sollten Sie jedoch auch nach der  Fastenzeit auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Die Fastenzeit kann auch ein Anreiz sein, den inneren Teufelskreis zu durchbrechen. Häufig fühlen sich Fastende nach der Kur voller Energie, ihr Ernährungsprogramm grundsätzlich umzustellen oder auch sich von liebgewonnen Genussmitteln vollständig zu verabschieden.

Wasser

Kaufen Sie sich guten Quell- oder Mineralwasser zum Fasten. Sie sollten mindestens zwei Liter Wasser am Tag zu sich nehmen. Im Idealfall können Sie auch nach dem Fasten weiterhin viel Wasser über den Durst trinken. In manchen Fällen ist es auch ratsam Heilwässer mit hohem Sulfat-Gehalt (über 1200 mg/l) zu trinken. Trinken Sie das jedoch nur in kleinen Mengen!

Yoga

Seelisch gammeln - das ist oberstes Gebot während des Fastens. Der Körper ist während der Fastenzeit bereit loszulassen. Den Prozess kann durch autogenes Training, Yoga oder Gymnastik beschleunigt und unterstützt werden. Probieren Sie aus, was Ihnen gut tut.

Zeit nutzen 

Während der Fastentagen müssen Sie nicht einkaufen, kochen und Essen vorbereiten und spülen - Sie haben somit viel mehr Zeit am Tag. Nutzen Sie den Bonus für sich! Erledigen Sie Dinge, für die sonst keine Zeit bleibt und die Ihnen Freude bereiten: Zum Beispiel ein bestimmtes Buch zu lesen oder ein Telefonat mit einer bestimmten Freundin zu führen.

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Fotos: GU Verlag; fotolia (8)


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