Die neuen Fitness-Trends

Sie möchten endlich etwas für sich tun? Träumen von mehr Muskeln, einer besseren Körperhaltung oder davon, etwas Neues auszuprobieren? Mit diesen Workouts erreichen Sie Ihr Ziel! Fünf Frauen erzählen, welcher Sport sie erfüllt und voranbringt. Plus: tolle Tipps von Profis.

Protokolle: Corinna Ophüls, Katrin Rave

Freeletics

Rita Wiebe, 26, Kellnerin aus Bielefeld

"Nach meinen beiden Schwangerschaftenhatte ich etwas mehr auf den Rippen und habe mich in meinem Körper nicht mehr richtig wohlgefühlt. Dabei bin ich eigentlich ein sehr fitter Mensch, vor der Geburt meiner Kinder habe ich regelmäßig Leichtathletik gemacht. Damit wieder anzufangen, kam allerdings nicht infrage: Im Verein ist man an bestimmte Trainingszeiten gebunden. Kindererziehung und Sport, das kriege ich niemals unter einen Hut - dachte ich damals.

Dann entdeckte ich vor ungefähr einem Jahr Freeletics. Die App hat viele Vorteile: Sie ist günstiger als eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio, man braucht für das Training keine Geräte und das Beste: Ich kann jederzeit und an jedem Ort trainieren - egal ob in der Wohnung, im Garten, auf dem Spielplatz oder im Park. Seitdem schnappe ich mir dreimal die Woche mein Smartphone und lege los. Mein Sohn Gabriel, 3, und meine Tochter Juliane, 5, schauen mir beim Training zu oder machen mit. Sie haben großen Spaß daran, Übungen wie Kniebeugen oder Hampelmänner nachzumachen.

Am Anfang war das Training echt hart, doch zum Glück habe ich über die App viele nette Gleichgesinnte kennengelernt, mit denen ich mich zum gemeinsamen Workout treffe. Wir motivieren uns gegenseitig. Teilweise sind sogar Freundschaften entstanden. Ich habe fünf Kilo abgenommen und fühle mich endlich wieder wohl in meinem Körper."

Profi-Tipp von Vanessa Gebhardt

Vanessa Gebhardt, Freeletics-Instructor

Was ist Freeletics?
Freeletics besteht aus funktionalen Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, es bedarf keiner Geräte oder Gewichte. Es kann jederzeit überall trainiert werden. Freeletics zeichnet sich auch durch seine Community aus: User vernetzen und motivieren sich online und offline.

Für wen ist das Training geeignet – und was ist das Ziel?
Die Sportart ist für alle geeignet, die ein aktiveres und gesünderes Leben anstreben oder eben abnehmen wollen. Trainieren sollten Sie, je nach Fitnesslevel, mindestens zweimal in der Woche.

Ihr Tipp für alle Anfänger?
Es ist wichtig, die Übungen richtig und präzise durchzuführen. Tutorials und Trainingsanweisungen in der App führen an die Trainingstechnik heran.

Mehr Infos unter: freeletics.com

Ballet

Elena Stark, 35, Schauspielerin und Theaterpädagogin

"Als Kind habe ich vier Jahre lang Ballett getanzt, danach Hip-Hop, Jazz und Flamenco. Ich liebe Tanzen und war daher sofort Feuer und Flamme, als ich vom Ballett-Workout erfuhr. Das Training bereitet optimal auf eine Tanz-Choreografie vor. Wir trainieren tiefer liegende Muskeln, die man sonst eher wenig benutzt. Das ist sehr anstrengend, anfangs dachte ich, mir fallen gleich die Arme ab. Aber es bringt enorm viel. Schon nach wenigen Stunden merkte ich, dass der ganze Körper gefestigter und definierter aussieht.

Im Gegensatz zum Kraftsport ist das Training auch sehr nachhaltig. Statt oberflächlicher Muskelpakete, die so schnell wieder verschwinden wie sie kommen, bleibt hier die Figur lange in Form. Ganz toll finde ich, dass so intensiv auf die Haltung geachtet wird, auf einen geraden Körper, gesenkte Schultern und einen gestreckten Hals. Für den Rücken ist das super, und gut aussehen tut das Ganze auch.

Wenn ich ein schönes Kleid anziehe, möchte ich nicht aussehen wie ein Trampel. Ich mag die Eleganz in der Bewegung, und die finde ich im Ballett."

Profi-Tipp von Christelle Gilles

Christelle Gilles, Trainerin in der Kaifu-Lodge

Was ist Ballett-Workout?
Ein Mix aus klassischem Tanz, Pilates und Yoga. Die Übungen zielen ab auf eine aufrechte Haltung, Körperspannung, Körperwahrnehmung und Gleichgewicht. Wir trainieren auf dem Boden und an der Stange, dazu kommen kleine Choreografien und Ballettschritte.

Für wen ist das Training geeignet - und was ist das Ziel?
Für alle Altersgruppen und jeden, der immer mal mit Ballett anfangen wollte. Auch wenn Sie sich einen schlanken, harmonischen und grazilen Körper wünschen. Außerdem eignet sich Ballett-Workout für Menschen, die sich gern zu Musik bewegen und Lust am Tanzen haben. Das Training strafft den ganzen Körper, die Muskeln werden definierter, das Training festigt vor allem auch die Innenseiten der Oberschenkel. Insgesamt wird damit jeder beweglicher, stärker und belastbarer. Durch das Erlernen neuer Schritte wird das Gehirn angeregt. Schon nach dem ersten Training verändern sich Gang und Haltung.  

Ihr Tipp für alle Anfänger?
Ballett-Workout bringt Spaß! Deshalb sollte man sich einfach trauen und loslegen. Vorkenntnisse sind nicht nötig, auch besondere Utensilien braucht man nicht. Außer ein paar Schläppchen.

Mehr Infos unter:
kaifu-lodge.de

Crossfit

Sina Luikenga, 31, selbstständige Ernährungsberaterin und Eigentümerin eines Food-Trucks

"Im Fitnessstudio an den immer gleichen Geräten schwitzen, das ist nichts für mich. Beim Sport brauche ich Abwechslung - nach einem stressigen Tag will ich mich so richtig auspowern. Als ich vor zwei Jahren zufällig auf Crossfit gestoßen bin, war ich daher gleich begeistert: Jede Trainingsstunde ist anders, ich weiß nie, was mich erwartet. Außerdem trainiert man in der Gruppe und stachelt sich so gegenseitig zu Höchstleistungen an.

Vor meiner ersten Crossfit-Stunde war ich der Meinung, das Training locker zu packen, immerhin habe ich jahrelang Fußball gespielt. Doch mein Ego bekam einen ordentlichen Dämpfer. Durch den Fußball war zwar meine Beinmuskulatur ausgeprägt, nicht jedoch die an Armen und Schultern. Einerseits ärgerte ich mich, andererseits war mein Ehrgeiz geweckt. Direkt nach dem Probetraining meldete ich mich an. Nach ungefähr sechs Wochen stellten sich dann erste Erfolgserlebnisse ein. Der schönste Moment war, als ich zum ersten Mal einen Klimmzug geschafft habe - daran bin ich vorher immer gescheitert. Meine ganze Gruppe hat sich mit mir gefreut und gejubelt.

Mein Körper hat sich durch das Training sehr verändert, ich bin insgesamt kräftiger und muskulöser geworden. Für mich war aber nie wichtig, einem Idealbild zu entsprechen. Ich möchte mich einfach fit und gut fühlen."

Profi-Tipp von Simon Müller

Simon Müller, Coach bei CrossFit Sankt Pauli

Was ist Crossfit?

Crossfit vereint Elemente aus Ausdauersport, Turnen und olympischem Gewichtheben. Zum Einsatz kommen Hilfsmittel wie Hanteln, Springseile oder auch Medizinbälle. Trainiert wird in kleinen Gruppen unter Aufsicht eines Profis.

Für wen ist das Training geeignet - und was ist das Ziel?
Das Training ist  für jeden geeignet, unabhängig von Alter und Fitnesslevel. Durch die hohe Intensität verliert man Körperfett und gewinnt an Muskulatur. Es führt zu einer Verbesserung der Fitness und zu einem sportlich-athletischen Erscheinungsbild.

Ihr Tipp für alle Anfänger?
Ich rate zu einem Einführungsprogramm, das explizit für Neulinge ausgelegt ist. Dort werden alle grundlegenden Bewegungsabläufe erklärt und intensiv geübt. Professionelle Anleitung ist wichtig, um sicher und mit Spaß einsteigen zu können.

Mehr Infos unter: crossfit-sanktpauli.de

Faszientraining

Freya Matthiessen, 32, selbstständige PR-Managerin aus Hamburg

"Wenn mir früher jemand aus Spaß in den Oberschenkel gedrückt hat, tat mir das total weh. Meine Beine haben außerdem häufig gekribbelt, wenn ich lange im Büro gesessen habe. Irgendwann machte mich ein Trainer in meinem Fitnessstudio darauf aufmerksam, dass die Ursache verklebte Faszien sein könnten. Zum Ausgleich zu meinem Bürojob bin ich mehrmals die Woche auf den Stepper gegangen. Das viele Sitzen in Kombination mit einem Training, das Druck auf Po, Oberschenkel und die seitliche Beinmuskulatur ausübt, hat meine Beine und auch meinen Rücken stark beansprucht.

Seitdem trainiere ich nach jeder Ausdauereinheit mindestens zehn Minuten mit der Faszienrolle, meistens unter Anleitung von einem Profi. Ich bin eigentlich nicht besonders zimperlich, doch das erste Mal war schon schmerzhaft - die Übungen drücken und stechen fürchterlich! Zum Glück tat es von Woche zu Woche weniger weh. Bald spürte ich Fortschritte: Mein Körper fühlt sich heute lockerer und flexibler an und reagiert auf Druck viel entspannter, das Beinkribbeln ist fast weg. Auch für den oberen Rücken und die Verspannungspunkte in den Schultern ist die Rolle perfekt.

Inzwischen freue ich mich sogar richtig darauf, meinem Bindegewebe Gutes zu tun. Wenn mich heute jemand ins Bein zwickt, kann ich gleichzeitig lachen."

Profi-Tipp von Laura Gabriel

Laura Gabriel, Faszien-Coach bei Aspria Alstertal

Was ist Faszientraining?
Faszien sind das Bindegewebe, das Knochen, Muskeln, Sehnen und Organe miteinander verbindet. Mit der Zeit werden sie steif und bilden Knoten. Gerade wenn man Stress hat, wenig trinkt, viel sitzt oder einseitig Sport treibt. Das Training mit einer Faszienrolle, einer zylinderförmigen Schaumstoffrolle, sorgt dafür, dass das Gewebe wieder flexibler wird.  

Für wen ist das Training geeignet - und was ist das Ziel?
Jeder Mensch sollte sein Bindegewebe lockern, ganz besonders aber diejenigen, die unter Schmerzen im Rücken oder den Beinen leiden. Durch das Training lösen sich Verknotungen und Verhärtungen. Der Körper wird beweglicher, Schmerzen werden weniger oder verschwinden ganz.

Ihr Tipp für alle Anfänger?
Ich empfehle, am Anfang unter professioneller Anleitung zu rollen - zum Beispiel in speziellen Kursen im Fitnessstudio.

Mehr Infos unter: aspria.com

HIIT

Melanie Gorski, 43, Hausfrau und Mutter aus Hamburg

"So richtig mit dem Sport gestartet bin ich vor vier Jahren bei einem Probetraining im Fitnessstudio. Daher kenne ich auch Markus, der dort Kurse leitet. Er fragte mich, ob ich Lust hätte, bei ihm hochintensives Intervalltraining, kurz HIIT, zu machen. Da ich immer gern Neues ausprobiere, war ich sofort dabei. Seit Frühjahr 2014 trainieren wir draußen im Park.

Beim HIIT geht es vor allem um Ausdauer und Kraft, wobei jeder an seine körperliche Leistungsgrenze geht. So wechseln sich etwa viele Sprinteinheiten mit kräftezehrenden Übungen ab. Das ist sehr hart, bringt aber enorm viel. Seitdem ich das regelmäßig mache, bin ich wesentlich fitter. Für einen 11,4-km-Staffelmarathon brauchte ich nicht mal zu trainieren. Ganz ohne Vorbereitung bin ich nur eine knappe Stunde gelaufen.

Stolz bin ich auf meinen Oberkörper, der durch das Training schön definierte Muskeln bekommen hat. Mittlerweile trainiere ich mehrmals in der Woche. Ich bin superfit und fühle mich richtig wohl mit meinem Körper. Auch unser Team ist toll - es hilft mir, bei den härtesten Intervallen durchzuhalten. Zudem ist das Training immer abwechslungsreich. So bringt der Sport einfach Spaß."

Profi-Tipp von Markus Tröger

Markus Tröger, Personal HIIT Trainer

Was ist Outdoor-HIIT?
Das ist ein Hoch-Intensives-Intervall-Training, das maximale Resultate in minimaler Zeit garantiert. Ich trainiere Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination in ständig wechselnden Workouts. Es besteht aus harten und intensiven Phasen, gefolgt von kurzen Pausen. Trainingsbasis sind Grundübungen wie Liegestütz, Klimmzug, Sprünge oder Sprints in der Ebene und am Berg.

Für wen ist das Training geeignet – und was ist das Ziel?
Outdoor-HIIT ist ideal für mittlere und fortgeschrittene Trainingslevel mit solider Grundlagenfitness. Ich trainiere derzeit sowohl Jugendliche als auch Sportler mit Mitte 50. Outdoor-HIIT bringt jeden an sein Limit, aber auch schnelle Resultate. Ausdauer, Fettverbrennung und Muskel­aufbau werden maximiert. Schon nach zwei Wochen reagiert der Körper, er wird schneller, die Bewegungen explosiver, die Regenerationszeit kürzer. Sich in der Gruppe zu motivieren und durchzuhalten, macht zudem mental stark.

Ihr Tipp für alle Anfänger?
Einsteiger sollten den Körper schrittweise an die hohe Belastung gewöhnen. Mit der Zeit erreicht aber jeder sein Ziel.

Mehr Infos unter: mt-fitness-coaching.de


© Foto: Sebastian Vollmert, Andreas Laufenberg | aus der "LAVIVA"-Ausgabe März 2016


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