Liebesromane

Diese Liebesromane haben uns mitten ins Herz getroffen. Lassen Sie sich verführen und verlieben Sie sich mit uns.

Letzte Chance: Hört die große Liebe irgendwann auf oder bleibt etwas zurück, das man auffrischen kann?

Buchtipp

OHNE DICH? NEIN!

David Nicholls: "Drei auf Reisen" 
480 S., Kein & Aber, 22,90 Euro

Eins vorweg: Dies ist kein üblicher Liebesroman, denn er beginnt mit der Ankündigung der 52-jährigen Conny, dass sie Douglas nach über 20 Jahren Ehe verlassen will. Douglas fühlt sich, als habe ihm jemand eine Axt in den Kopf geschlagen. Er wollte doch mit ihr für immer zusammenbleiben! Er liebte ihr Gesicht mit 28, 34, 43 und auch heute. Douglas denkt nach: Das Paar stand schon vor dem nächtlichen Geständnis vor einem großen Wandel, denn im Oktober wollte der gemeinsame Sohn Albie zu Hause ausziehen. Vorher hatten sie in den Ferien noch mal eine große Europa-Tour zu dritt geplant. Und nun sollte diese Tour der Abschluss ihres Familienlebens sein? Douglas, eigentlich ein besonnener Wissenschaftler, kann das nicht akzeptieren. Er will seine Frau wieder für sich gewinnen und nebenbei auch seinem Sohn näher kommen, als es ihm in den letzten Jahren je gelungen war. Die Reise beginnt und der Leser erfährt, wie das Paar sich kennengelernt hat, welche Tiefen sie erlebten, welche Innigkeit herrschte, wie der langweiligere Alltag sich in das Leben mit Kind schlich, wie sie sich verloren – und dazwischen gibt es immer wieder Kapitel über das, was die drei in Europa erleben: kleine Gespräche im Zug, Streifzüge der Familie in einer Stadt, Szenen im Hotel. Es wird schnell klar, dass sich Mutter und Sohn näher sind als das Ehepaar; auch, wie unterschiedlich Conny und Douglas sind und wie vertraut. Douglas gibt sein Bestes, aber vieles wird falsch verstanden, klingt spießiger, als es seine Gedanken sind, und er überdeckt für andere sein Herz, in dem Conny doch die größte Hauptrolle auf der Welt hat. – David Nicholls (Autor des Bestsellers "Zwei an einem Tag") versteht es, über Gefühle zu schreiben, ohne dass es trieft. Der Ich-Erzähler berichtet so nachfühlbar von lustigen, melancholischen und manchmal auch dämlichen Reaktionen, dass der Leser sich so fühlt, als sei er mit ihm auf Tour. "Drei auf Reisen" ist eine wunderbare Geschichte über eine tiefe Liebe – zur eigenen Frau und zu einem Sohn, der den Vater völlig bescheuert findet.
Andrea Hacke, 44, stellv. Chefredakteurin

Buchtipp

UNTERWEGS ZU DIR

Rachel Joyce: "Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry" 400 S., Fischer Krüger, 18,99 EuroWenn Sie irgendwann mal in Ihrem Leben heimlich und unglücklich verliebt waren, wird Sie dieses Buch tief berühren. Es geht um Queenie Hennessy, eine alleinstehende Frau in älteren Jahren. Sie ist heute todkrank und schreibt ihrem früheren Kollegen Harold Fry eine Abschiedskarte aus dem Hospiz. Als sie erfährt, dass er daraufhin über 1000 Kilometer quer durch England zu ihr ins Hospiz laufen will, reagiert sie zunächst verwirrt: Wie soll sie denn so lange am Leben bleiben? Sie stirbt gerade! Also fängt Queenie an, einen weiteren Brief an Harold zu schreiben. Mit der Wahrheit über sie, ihre Liebe zu ihm und einer Lebensgeschichte, die so niemand erwartet hätte. "Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry – Das Geheimnis der Queenie Hennessy" ist ein ganz wundervoller Roman über Freiheit, Schuld, unerwiderte Liebe und vor allem über eine nie enden wollende
Hoffnung.

Ulla Greve, 35, Beauty-Redakteurin

 

 

Buchtipp

FÜR IMMER UND EWIG

Jenny Heimann: "Mi Corazon – Meine liebe Luise" 240 S., Neue Buchschmiede, 17,90 Euro

20 Jahre nach dem Tod ihrer Großeltern findet die Radiomoderatorin Jenny Heimann Briefe, die sich Opa Heinrich und Oma Luise in den Jahren der NS-Zeit geschrieben haben. Es ist die Geschichte einer Liebe, die so stark war, dass selbst elf Jahre Trennung, Krieg und Gefangenschaft – zuletzt im KZ Dachau – den Gefühlen nichts anhaben konnten. Jene Briefe hielten Heinrich und Luise am Leben und ließen sie an eine gemeinsame Zukunft glauben. Zu Recht: Sie heirateten nach dem Krieg und blieben bis zum Tod zusammen. In "Mi Corazon – Meine liebe Luise" mischt Jenny Heimann nun diese alten Zeilen mit Berichten von Weggefährten und ihren eigenen Erinnerungen an die Großeltern. Ein Buch, das das Herz erwärmt.

Kathrin Bädermann, 40, Leben-Redakteurin

Buchtipp

GROSSSTADT-LIEBE

Michael Nast: "Ist das Liebe oder kann das weg?" 272 S., Ullstein, 8,99 Euro

Ein Altbauwohnung mit Stuck und altem Dielenboden in Prenzlauer Berg mit der Frau, die er liebt – so stellte sich Michael mit 17 Jahren das Leben vor. Das war vor zwei Jahrzehnten. Zum Prenzlauer Berg zieht es ihn nicht mehr, aber die Liebe sucht er unermüdlich, und davon berichtet er hier in vielen Kurzgeschichten. Michael trifft Frauen, die Männer dressieren, versucht sich als guter Kumpel oder lehnt ab, sich mit einer Frau zu treffen, die 125 gemeinsame Facebook-Freunde mit einem Nachtklubbesitzer hat. Manchmal sieht er auch nur seinen Freunden zu. Der Autor Michael Nast zeichnet ein absurdes Bild der Großstädter auf Liebessuche. Eine leichte, aber gute Unterhaltung.
Nora Tarasjanz, 30, Online-Redakteurin

Buchtipp

VOM WINDE VERWEHT

Dora Heldt: "Wind aus West mit starken Böen" 
496 S., dtv premium, 15,90 Euro

Katharina lebt in Bremen und arbeitet sehr erfolgreich für ein Recherchebüro. Ihr Leben ist geordnet und durchorganisiert, sie überlässt nichts dem Zufall, ist diszipliniert und ehrgeizig. Irgendwann erhält sie einen Auftrag von dem bekannten Schriftsteller Bastian de Jong – er will einen Nordseeroman schreiben und Katharina soll für ihn die Recherchearbeiten erledigen, auf Sylt, der Insel, auf der Katharina aufgewachsen ist. Dort trifft sie auf ihre chaotische Schwester Inken, zu der sie in den letzten Jahren nur wenig Kontakt hatte. Inken führt eine Segelschule, hat eine Liebesaffäre mit ihrem eigenen Ex-Mann, ist ständig pleite und damit das Gegenteil von Katharina. Zuerst haben sich die beiden Schwestern nicht viel zu sagen. Doch als in Katharinas Hotel ein Feuer ausbricht, zieht sie in Inkes Gästezimmer. Die beiden beginnen, wieder miteinander zu reden, auch über Hannes, Katharinas große Jugendliebe, den sie nun ebenfalls wieder trifft. Viele Erinnerungen kommen hoch, nicht nur gute. Hannes hat Katharina vor 20 Jahren für eine andere Frau verlassen, so richtig ist sie nie darüber hinweggekommen, jetzt kehrt er zurück in ihr Leben. Aber dabei bröckelt dieses wohlgeordnete Leben immer mehr auseinander. Als Katharina von ihrer ehemaligen Lehrerin Dr. Martha zum Essen eingeladen wird, verändert dieser Abend alles. "Wind aus West mit starken Böen" ist ein Buch für ein verregnetes Wochenende, an dem man Lust auf eine leicht kitschige Liebesgeschichte hat. Der Roman lässt sich locker an einem Stück weglesen. Und auch, wenn er keine Weltliteratur ist, will der Leser wissen, ob die Geschichte so ausgeht, wie er es sich mittendrin zusammengereimt hat. Die Romane von Dora Heldt landen regelmäßig auf den Bestsellerlisten, viele sind für das ZDF verfilmt worden. Wer leichte Romantik-Unterhaltung mag, ist bei ihr genau richtig aufgehoben.

Nina Grygoriew, 43, Chefredakteurin


Illustrationen: Tess Jacobson


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