Sie sind ein Knaller! Sophia Loren

Fantastische Frau und Köchin: Gewinnen Sie das neuaufgelegte Kochbuch von Sophia Loren.

Andrea Hacke

Sophia Loren

Zum 80. Geburtstag am 20. September möchte ich Ihnen 
sagen, warum ich Sie bisher so gern in meinem Leben hatte. Sie tauchten da zwar nur sporadisch auf, aber immer haben Sie etwas in mir hinterlassen. Das erste Mal bewusst sah ich Sie in der Filmkomödie "Hausboot“, da spielten Sie das Kindermädchen an der Seite von Cary Grant. Ein Film von 1958, aber auch in meiner Kindheit, nach 1970, lief er regelmäßig im Fernsehen. Ich war damals vielleicht zehn Jahre alt, hatte den ersten Kuss mit einem Jungen noch vor mir und bekam von Ihnen gezeigt, wie romantisch die Liebe sein kann. Schon als Mädchen beeindruckte es mich, wie Sie den Kerl mit Ihrer guten Laune, Ihrem Gesang, Ihrer Figur und Ihrer Klugheit um den Finger wickelten. Ich konnte Ihnen im Film ansehen, dass Sie genau wussten, was sie wollten – und es am Ende bekommen würden. Die zieht das Glück an, dachte ich.


Ich ahnte damals nicht, dass Ihre Vergangenheit alles andere als ein Märchen war. In Wahrheit kamen Sie als uneheliches Kind auf die Welt, lebten in Neapels Arbeitervorort Pozzuoli mit Ihrer Mutter und Schwester in ärmlichen Verhältnissen und schliefen während des Krieges an die acht Monate in einem Eisenbahntunnel, damit die Bomben Sie nicht trafen. Jede Nacht packten Sie drei die wichtigsten Dinge zusammen, hausten neben Ratten und wussten nicht, ob es am nächsten Tag noch etwas zu essen gab. Ich habe vor Jahren ein Interview mit Ihnen gesehen, da hatten Sie bereits über 50 Jahre Star-Dasein hinter sich, und gefragt nach Ihrem prägendsten Erlebnis, antworteten Sie nur kurz: "Der Krieg.“ Vielleicht packt man das Leben anders an, wenn die Hölle hinter einem liegt.


Sie haben nie aufgehört, für Ihre Träume zu kämpfen: Mit 15 wollten Sie Filmschauspielerin werden, heiraten und unbedingt Kinder bekommen. Sie haben das alles geschafft, auch wenn es zum Teil Jahrzehnte gedauert hat.
An eine Szene möchte ich Sie erinnern: Als der Filmproduzent und Ihr späterer Ehemann Carlo Ponti Sie mit 16 Jahren bei einem Modelwettbewerb in Rom entdeckte, kamen Sie zum Film. Nur reagierten die meisten dort noch verstört auf Sie als Neuzugang – Sie waren für damalige Verhältnisse mit 
1 Meter 74 sehr groß, hatten ausladende Kurven und 
ein prägnantes Gesicht. Einer der Kameramänner sagte damals:"Die Nase ist zu groß, ich kann die nicht so filmen, dass es gut aussieht.“ Also meinte auch Ponti zu Ihnen: "Vielleicht musst du deine Nase verkleinern lassen?“ Und was entgegneten Sie diesem mächtigen Mann? "Ich mag meine Nase. Vielleicht musst du den Kameramann austauschen?“ Wunderbar! Zu Ihnen passte nur die natürliche Schale. Im Alter allerdings sahen Sie das wohl ein bisschen anders: Ihre Lippen wirken heute aufgespritzt, die Haut ein wenig zu glatt gezogen. Es berührt mich, dass Sie glaubten, das nötig zu haben. Dabei strahlt doch etwas aus Ihnen heraus, das nie alt wird.


Da ich noch elf Zentimeter größer bin als Sie, sehe ich mir gern Fotos an mit Ihnen und Ihrem Ponti, 22 Jahre älter und mindestens zehn Zentimeter kleiner. Überall laufen Sie erhobenen Hauptes neben ihm her. Nie fühlten Sie sich zu groß; wenn, dann fehlten ihm die Zentimeter. Mir gelingt das nicht so souverän, wenn ich einen attraktiven Mann auf meinen Absätzen überrage. Aber manchmal denke ich in solchen Situationen an Sie, und dann lächle ich in mich hinein.


Sie haben über 100 Filme gedreht mit Stars wie Gregory Peck, Clark Gable, Anthony Quinn, Marcello Mastroianni oder Paul Newman, aber noch viel mehr als Ihr Werk und die Disziplin dazu imponierte mir immer Ihre Geduld bis zur Erfüllung Ihrer Träume. Zum Beispiel dauerte es 16 Jahre, bis der damals noch verheiratete Ponti alles geregelt hatte und Sie offiziell und rechtskräftig zur Frau nahm. Sie beide und Pontis Noch-Ehefrau mussten dazu die französische Staatsbürgerschaft annehmen, weil eine Scheidung in Italien nicht möglich war (dafür hielt Ihre Ehe 50 Jahre bis zu seinem Tod). Sie erlitten drei Fehlgeburten, dann sagten Ihnen die Ärzte, Ihr größter Wunsch, Mutter zu werden, werde sich nicht erfüllen. Andere Frauen hätten damals aufgegeben. Sie fanden einen Gynäkologen in der Schweiz, ließen ihn zwei Wunder vollbringen und brachten 1968 und 1973 Ihre Söhne zur Welt.


Beruflich waren Ihre zwei größten Trophäen die Oscars. Den ersten bekamen Sie 1961 mit 26 Jahren für die Rolle einer Mutter in dem Kriegsfilm "Und dennoch leben sie“. Bei der Verleihung waren Sie gar nicht anwesend – sie rechneten nicht damit, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Academy Awards der Oscar für die beste Schauspielerin an eine nicht englischsprachige Produktion ging. Erst 30 Jahre später, bei der Verleihung des Ehren-Oscars für Ihr Lebenswerk, konnten Sie sich auf der Bühne feiern lassen. Sie blickten auf die vielen jubelnden Menschen und weinten. Ich übrigens auch.

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Geburtstag! 
Bitte träumen Sie noch lange weiter.


Ihre Andrea Hacke

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Foto: PR


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