Tarot: So legen Sie sich die Karten

Wir klären auf, welche Tarotkarten es gibt, was sie bedeuten, was es mit der Großen und Kleinen Arkana auf sich hat und wie Kartenlegen am besten funktioniert.

Frau legt Tarotkarten auf den Tisch

Es gibt viele Fragen, bei deren Beantwortung wir gern Unterstützung hätten. Das Kartenlegen kann dabei helfen.

Was ist Tarot?

Tarot ist ein Satz von 78 Spielkarten, mit deren Hilfe sich viele Menschen Einblicke in das eigene, häufig unbewusste Seelenleben versprechen. Entgegen der allgemeinen Vorstellung geht es beim Tarot also nicht darum, die Zukunft vorherzusagen. Ein Tarot soll viel mehr dabei helfen, sich selbst und das eigene Umfeld besser zu verstehen.

Wie ist ein Tarot-Kartendeck aufgebaut?

Beim Tarot wird grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Varianten unterschieden: dem Marseille-Tarot, dem Crowley-Tarot und dem Rider-Waite-Tarot. Alle Varianten beinhalten insgesamt 78 Karten mit unterschiedlichen Mustern und Symbolen, die jeweils eine andere Bedeutung haben. Die Karten unterteilen sich in zwei verschiedene Sektionen:

Die großen Arkana

  • 22 Symbolkarten
  • nummeriert von 0 bis 21

Ihre Sinnbilder unterscheiden sich grundlegend von denen normaler Spielkarten. Daher werden die großen Arkana häufig auch als Trumpfkarten bezeichnet. Zu den bekanntesten zählt der Narr (0), der Magier (1), der Gehängte (12), der Teufel (15) und die Welt (21). Jedem Blatt werden dabei bestimmte Eigenschaften zugeschrieben. So steht der Narr für Leichtsinnigkeit und Sorglosigkeit, der Gehängte für Verzicht und Rückzug, der Teufel für Abhängigkeiten und Versuchungen und die Welt für das große Ganze und innere Harmonie. Insgesamt wird das große Arkana auch Reise des Helden genannt, da alle Karten gemeinsam die menschliche Entwicklung vom naiven unbedarften Kind zum weisen Alten darstellen.

Die kleinen Arkana

  • 56 Karten (4x 14)
  • Unterteilt in vier Farben: Münzen, Schwerter, Stäbe und Kelche
  • Klassifiziert durch Nummern von 1 (As) bis 10 und jeweils 4 Hofkarten

Die Karten der kleinen Arkana zeigen in der Tarotdeutung eher alltägliche Belange, Fragen und Probleme an. Sie erzählen von keinen dramatischen Wendungen, sondern vielmehr von Tendenzen in unserem Leben. Im Aufbau stehen die Karten einem üblichen Romméblatt sehr nahe. Nur die Blattfarben sind etwas andere:

Jedes dieser vier Zeichen steht für ein Element (Feuer, Wasser, Erde, Luft) und spricht unterschiedliche Lebensbereiche und Bedeutungsebenen an. Gleichzeitig sind in diesen vier Farben alle Zahlenwerte von Ass bis zehn vertreten. Hinzu kommen die Hofkarten (Bube, Ritter, Königin und König). Uff, ganz schön kompliziert! Da dieser Teil des Tarots eher etwas für Geübte ist, konzentrieren wir uns auf den Hauptteil: Die großen Arkana. Los geht's:

Für Anfänger: Die Tageskarte

  1. Machen Sie es sich am besten mit ein paar Kerzen und etwas entspannender Musik gemütlich.
  2. Beginnen Sie damit, die Karten so lange bewusst zu mischen, bis es sich stimmig für Sie anfühlt.
  3. Schließen Sie die Augen und ziehen Sie ihre erste Karte. Dabei ist es völlig egal, ob Sie die oberste, unterste oder auch eine aus der Mitte des Stapels ziehen. Wichtig ist Ihre innere Haltung, nicht das Protokoll.
  4. Legen Sie die Karte vor sich hin und schauen Sie sie genau an.

Die spontane Reaktion auf ein Tarot-Bild ist dabei genauso wichtig wie ein bestimmtes Deutungswissen, das z.B. in Handbüchern zu finden ist. Beide Komponenten – persönliche Gefühle und bisherige Symboldeutung – ergeben am Ende die konkrete Bedeutung eines Blatts beim heutigen Kartenlegen. Dabei sollte das Kartenbild aber nicht als bestehender Fakt, sondern als Wegweiser betrachtet werden! 

Sie können jeden Tag eine Tarotkarte ziehen und sie als Inspiration verstehen: Was kommt heute auf mich zu? Worauf sollte ich besonders achten? Oder aber Sie funktionieren dieses Orakel etwas um und stellen sich und den Karten eine ganz präzise Frage: Was passiert, wenn ich Mr. X anrufe? Was bedeutet das neue Jobangebot für mich? So können Ihnen die Karten etwas mehr über die eigenen Gefühle, Gedanken und Unruhen verraten.

Für Fortgeschrittene: 3 x 3

Wenn Sie sich nicht darauf beschränken möchten, nur eine einzelne Karte zu ziehen und diese im Hinblick auf Ihre Fragegestellung zu interpretieren, benötigen Sie ein Tarot-Legesystem. Das einfachste Legesystem sind 3 x 3 Karten: Die ersten drei Karten symbolisieren Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die zweiten drei Karten das eigene Ich, den Partner und die Umwelt und die letzten drei Karten die Erwägungen des Pro und Contra und der Konsequenzen des Tuns. Dabei ist es nicht nur wichtig, was die einzelnen Karten bedeuten, sondern viel mehr deren Beziehung zueinander. Tarotkarten stehen nie für sich allein, sondern kommunizieren miteinander. Um dieses komplexe System zu entschlüsseln, bedarf es einer genaueren Beschäftigung mit dem Thema. Helfen kann dabei ein Handbuch. Und viel Übung :).

Für Experten: Das keltische Kreuz

Manchmal hat man etwas komplexere Fragen an das Leben bzw. an das Deck. Diese lassen sich beantworten, indem Sie zum Beispiel das keltische Kreuz legen. Das Tarot-Muster des Kreuzes ist ein anspruchsvoller Zugang zur Weisheit des Orakels, der aber nicht nur Experten vorbehalten ist. Mit dem Keltenkreuz sind viele verschiedene Fragestellungen möglich, es eignet sich aber besonders gut für die Selbstfindung mit dem Tarot und für die Erforschung der eigenen Persönlichkeit. Und so geht's:

  1. Die Ausgangssituation: Das ist das Thema um das es geht.
  2. Das, was kreuzt: Das steht im Weg. Diese Karte verbildlicht die direkte Herausforderung oder das Problem, vor dem Sie stehen.
  3. Die bewusste Ebene: Das wird angestrebt oder wird erkannt. Hier zeigt das Blatt das, was Sie im Umgang mit dem Thema anstreben. Worauf Sie bewusst hinarbeiten, um das Problem zu lösen.
  4. Die unbewußte Seite: Das wird gespürt. Sie symbolisiert die zugrundeliegenden Gefühle im Zusammenhang mit der Situation.
  5. Die Vergangenheit: Das liegt dahinter bzw. das hat dazu geführt. Das Blatt verbildlicht die Geschehnisse, die zur aktuellen Situation geführt haben, und können eine Ahnung davon geben, wie die Herausforderung entstanden ist.
  1. Die nahe Zukunft: Was als nächstes kommen wird, so geht es weiter. Dies ist nicht das endgültige Ergebnis, nur der nächste Schritt auf der Reise.
  2. Sie selbst: Das Symbol spiegelt Ihre Einstellung zur Angelegenheit wider.
  3. Die äußeren Einflüsse: Dieses Blatt fokussiert sich auf die Menschen, Energien oder Geschehnisse, die das Ergebnis beeinflussen können und die deshalb außerhalb Ihres Einflusses liegen.
  4. Ihre Hoffnungen und Ängste: Das wird erwartet oder befürchtet. Dies ist vielleicht die Karte, die am schwierigsten zu interpretieren ist. Beachten Sie, dass Hoffnung und Angst eng miteinander verbunden sind. Was wir hoffen, kann gleichzeitig auch eine Angst sein.
  5. Das Ergebnis: Darauf läuft es letztendlich hinaus. Gibt einen langfristigen Ausblick in die Zukunft zeigt und eventuell auch den Höhepunkt, zu dem das Anliegen führt.

 

 


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