Auf zur Beauty-EM!

Dünne Kartoffelscheiben gegen Augenringe, Kaffeesatz zum Peeling. Andere Länder, andere Sitten im Bad. Womit und wie pflegen sich Europäerinnen?

Von Tina Gablenz
England

Britische Beauties mögen es gern unkompliziert im Undone-Style, kommen aber nicht ganz ohne ­Mascara und Rouge aus. Da sie ihren blassen Teint schnell mal fad finden, greifen Britinnen im Sommer mit Freude zum Selbstbräuner. Den Haaren wird dagegen nicht viel Beachtung oder Zuwendung geschenkt, sie trocknen an der Luft und bekommen dank Salzwasser-Spray genug Fülle.

Was in keinem englischen Haushalt fehlen darf, ist natürlich Tee. Aber den bitte nicht nur zum Nachmittag, sondern auch frühmorgens, um als Pad geschwollene Augen zu ­pflegen. Wer es nachmachen will: Einfach einen (abgekühlten) Beutel Schwarztee auf die Lider legen, schon starten Sie frisch in den Tag.

Frankreich

Auf die Französinnen sind wir Deutschen ja ganz gern mal neidisch. Wie schaffen die das, immer wie in aus einer Modezeitschrift auszusehen und trotzdem entspannt durchs Leben zu schweben? Vielleicht liegt es an ihrer unverzichtbaren Beauty-Zutat Trauben. Die süßen Früchte haben es nämlich in sich! Traubenkernöl enthält u. a. Antioxi­dantien, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und wertvolle E-Vitamine, die die Zell­erneuerung stimulieren und die Falten­bildung ausbremsen.

Auch für Anti-Cellulite-Massagen eignet sich das Öl bestens und ebenso für Detox: Die regel­mäßigen Ent­giftungskuren basieren in Frankreich ebenfalls auf dem Einsatz von Trauben. Dabei essen die Frauen drei Tage lang Trauben in allen ­Varianten, dazu trinken sie Tee, Wasser und Traubensaft. Das Ergebnis? Neue Energie und strahlende Haut. Damit ist kaum Schminke nötig: Etwas Mascara für die Augen, ein Hauch Rouge und natürlich roter Lippenstift ­sorgen für den umwerfenden French Chic. Wenn Sie das nachmachen und dazu die Haare im Undone-Look stylen (als ob Sie gerade aufgestanden wären), raunt man auch Ihnen sicher hinterher: Formidable!

Spanien

Traditionen spielen in ­Spanien eine große Rolle, das gilt auch bei den Pflege­gewohnheiten. Die Señoras achten nicht darauf, ob es gerade Trend ist, blass durch den Sommer zu gehen oder möglichst braun zu werden. Das A und O bei der Hautpflege ist hier der Sonnenschutz. Es ist bekannt, dass UV-Strahlen die Hautalterung beschleunigen. Wer mit und unter Dauersonne lebt, ist klug und beugt vor. Auch sonst wird in Sachen Anti-Aging einiges getan, wie etwa ein paar Tropfen Wildrosenöl in die Nachtcreme gemischt, das wirkt gegen Fältchen und duftet himmlisch.

Wenn es schnell gehen muss, greifen Spanierinnen gern zu bewährten Hausmittelchen: Im Kampf gegen Augenringe legen sie sich beispielsweise zwei dünne Kartoffel­scheiben für etwa zehn Minuten auf die Augen. Das reduziert nicht nur die dunklen Schatten, sondern auch ­Schwellungen bei Hitze. Auf den Köpfen soll die meist üppige Haarpracht gern glänzen. Für zarte, rötliche Highlights in dunklem Haar nutzen viele Spanierinnen einfach konzentrierten Cranberrysaft. Sie mischen eine halbe Tasse Saft mit einer halben Tasse Wasser, geben den Mix nach der Wäsche über das Haar und spülen das nicht mehr aus. Im Sonnenlicht sorgt dieser Mix für sanfte Rotreflexe im Haar und pflegt noch dazu.

Russland

Im Land der Oligarchen wird Pflege so groß geschrieben wie die Golddeko. Nach dem Frühstück nutzt die Russin den (abgekühlten) Kaffeesatz ihres ersten Kaffees am Morgen für ein ausgiebiges Körper-Peeling. Danach ist die Haut von trockenen Hautschüppchen befreit, der Teint strahlt, die Haut an Oberschenkeln und Po fühlt sich straffer an. Bevor die Dame das Haus verlässt, sind ihr Make-up und Haare wichtig.

Es ist kein Geheimnis, dass sich Russinnen gern und viel schminken. Auch auf dem Kopf sparen sie nicht an Farbe, Glitzer oder Spray. Die Haare trägt die Russin gern aufwendig gestylt, Glanzspray verleiht dann noch den letzten Schliff. Wer zum EM-Gucken den großen Auftritt plant, sollte den russischen Weg wählen.

Schweden

Wer an Schwedinnen denkt, assoziiert sofort die Frische eines Fjords dazu, denkt an leuch­tende Augen und das Haupt-Markenzeichen: die auffallend tollen Haare. Bleiben wir bei den Fakten. Auch Schwedinnen helfen nach, mit der sogenannten Triple-Reinigung. Dabei nutzen die Frauen den Dampf der heißen Dusche oder der Badewanne, um die Poren zu öffnen. Im Anschluss verwenden sie zuerst ein sanftes Peeling, dann eine auf den Hauttyp abgestimmte Feuchtig­keits- oder Reinigungs­maske. So strahlt der Teint schön natürlich.

Die Augen schminken sie rauchig, und damit ihre Haare glänzen, isst die Schwedin vor allem Hagebutten (Vitamine), Beeren (Antioxidantien) sowie Fisch (Omega-3-Fettsäuren). Eigentlich schade, dass es keine Zimtschnecken sind.

Italien

Rassig sind die Italienerinnen, mit schöner Haut und wild wuchernder Mähne, die sie den Männern auch mal um die Ohren hauen. Wie Sie den Schopf auch so hinbekommen, als hätten Sie als Baby in Haarwuchsmittel gebadet? Durch Olivenöl. Oder vielmehr durch die enthaltenen Antioxidantien und die Vitamine A und E, die die Haut vor freien Radikalen schützen und heilende sowie entzündungshemmende Eigenschaften haben. Olivenöl ist ein Allrounder: Es pflegt spröde Haarspitzen und macht raue Ellbogen oder generell trockene Haut wieder zart.

Die Italienerinnen tragen das (kaltgepresste) Öl so gut wie überall auf: Sie tupfen es auf die Lippen, massieren es in die Haarlängen oder baden ihre Hände in erwärmtem Öl, bevor sie das grüne Gold über Nacht einziehen lassen. Damit das Bett nichts abbekommt, tragen sie Baumwollhandschuhe. Morgens unter der Dusche gibt es ein Peeling aus Öl, vermischt mit grobem Meersalz oder Zucker. Nach JEDEM Essen trinkt die Italienerin übrigens einen Espresso, denn die Damen schwören auf die fettverbrennende Wirkung von konzentriertem Koffein. Also: Hoch die Tässchen!

Deutschland

Für deutsche Frauen gilt: Weniger ist mehr. Vor allem beim Make-up halten sie sich eher zurück, denn sie wollen zwar frisch aussehen, dabei aber authentisch wirken. Das oberste Ziel ist somit Natürlichkeit. Auch bei den Produkten selbst. Die Deutschen mögen an Mascara, Lipgloss und sonstigen Pflegeprodukten gern das Bio-Siegel. Auch der Vermerk „Keine Tierversuche“ wird honoriert. Und wir sind treu: Die Deutschen wählen am liebsten die Pflegeprodukte aus dem ­eigenen Land – Naturkosmetikmarken wie Dr. Hauschka, Lavera oder Annemarie Börlind boomen. Die gute Qualität und Wirkung dieser Marken haben sich mittlerweile herumgesprochen – heute sind deren Döschen und Cremes auch jenseits der Grenze Bestseller!


©Konzept & Fotos: Thordis Rüggeberg | aus der "LAVIVA"-Ausgabe Juli 2016


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