Der richtige Sonnenschutz

Kann man ohne schlechtes Gewissen ein Sonnenbad nehmen? Welchen Faktor sollte Sonnencreme haben? Es kommt darauf an, sagt unser medizinischer Experte.

Junge Frau cremt am Strand ihren Rücken ein

Richtig cremen will gelernt sein.

LAVIVA hat für Sie nachgefragt. Unser medizinischer Experte Dr. med Andreas M. Finner aus Berlin, Facharzt für Dermatologie, nimmt Stellung zum Thema "Der richtige Sonnenschutz". So genießen Sie den Sommer, ohne die Gesundheit Ihrer Haut zu gefährden!

Wie hoch sollte der Sonnenschutz mindestens sein?

Das hängt ganz vom individuellen Risiko, also dem Hauttyp, ab. Den sollte man übrigens per Hautcheck beim Hautarzt bestimmen lassen, denn Sonnenschäden aus der Kindheit spielen eine wichtige Rolle. Generell ist die Sonneneinstrahlung in Mitteleuropa natürlich eine andere als in südlichen Urlaubsregionen oder dem Hochgebirge. Durchschnittlich kann man aber sagen, dass man nach 15-25 Minuten in der mitteleuropäischen Gebieten Sonnenbrand gefährdet ist. D.h. mit einem Lichtschutzfaktor von LSF 25 kann man sich ca. 4-6 Stunden in der Sonne aufhalten.

Worauf sollte man beim Sonnenbad unbedingt achten?

Man sollte die Haut langsam an die Sonneneinstrahlung gewöhnen, also im Frühjahr und in den Wochen vor einem Urlaub vermehrt ins Freie gehen. Wichtig ist vor allem der textile Lichtschutz, also langärmelige Kleidung und eine Kopfbedeckung. Außerdem sollte die Mittagssonne zwischen 11 Uhr und 16 Uhr vermieden werden.

Lohnt es sich, Geld in teure Produkte zu investieren?

Hierzu liegen keine Vergleichsuntersuchungen vor. Ein wichtiges Kriterium für gute Qualität sind allerdings die Standardkennzeichnungen zum Lichtschutz, also ein ausgewiesener LS-Faktor. Da UVA-Strahlen tiefer in die Haut eindringen, sollte nach neuer Norm der UVA-Schutzfaktor mindestens ein Drittel mal so hoch wie der UVB-Schutzfaktor sein. Der Unterschied zwischen den einzelnen Produkten ist weniger im Lichtschutz und mehr in den sonstigen Pflegezusammensetzungen zu sehen, also ob hautverträgliche Lipide, z. B. hochwertige Pflanzenöle, enthalten sind usw. Außerdem unterscheiden sich die Produkte natürlich in der Konsistenz, also ob eine Creme schnell einzieht, ob sie klebt oder wie sie duftet.

Manche Sonnen-Cremes versprechen, gleichzeitig hautstraffende oder Anti-Aging-Wirkungen zu haben. Bringt das etwas?

Der Hauptanteil des Anti-Aging ist ohne Frage der Lichtschutzfaktor, je höher umso weniger Risiko zur vorzeitigen Hautalterung. Ob sonstige Pflegebestandteile eine sichtbare Wirkung wie versprochen zeigen, ist fraglich. Merken sollte man sich grundsätzlich: Der Lichtschutzfaktor und die Zusammensetzung (Hautverträglichkeit) haben mehr zu sagen als der Name oder Preis eines Produktes.

Ich finde eine leichte Bräune einfach schön. Kann ich eigentlich nur noch mit schlechtem Gewissen bräunen - welchen Kompromiss gibt es?

Achten Sie auf einen angemessenen Sonnenschutz. Vermeiden Sie unbedingt einen Sonnenbrand, gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die Sonne und verzichten Sie auf Solariumsbesuche. Nutzen Sie den Hautcheck beim Hautarzt. Gegen einen vernünftigen Umgang mit der Sonne ist nichts einzuwenden.


© Orelphoto/Fotolia


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