Was ist eigentlich Juicing?

Für die innere und äußere Schönheit kaltgepresste Säfte zu sich zu nehmen – genannt Juicing –, ist in Hollywood schon länger ein Trend. Nun schwappt er langsam auch zu uns rüber. LAVIVA.com hat mit Expertin Sophie von Gallwitz gesprochen. Sie ist Gründerin der Plattform "Let's juice", Saft-Coach und schwört aus eigener Erfahrung auf die flüssigen Obst- und Gemüseextrakte.

Juicing – alles über Saft

Saft-Expertin Sophie von Gallwitz erklärt das Phänomen Juicing

LAVIVA.com: Was genau ist das Besondere an Juicing?
Sophie von Gallwitz: "Juicing ist eine kraftvolle Methode, den Körper mit Nährstoffen zu fluten. Im Gegensatz zum Smoothie erhält der Darm eine Art Pause, da die faserigen Ballaststoffe von dem Entsafter herausgefiltert werden und die Nährstoffe nach nur wenigen Minuten in die Blutbahn übertreten können. Die Fülle der Enzyme, Vitamine und Mineralien sind ein Jungbrunnen für Körper und Geist."

Sie arbeiten selbst als Juice-Coach: Was kann man sich darunter vorstellen?
"Ich bin keine Ärztin, keine Therapeutin, auch keine Wissenschaftlerin. Mein Job ist es, als Juice Coach Menschen zu inspirieren und zu motivieren, Saft als Ernährungsform für sich zu entdecken und mit in den täglichen Ernährungsplan aufzunehmen. Zu mir kommen Menschen, die nach einer Methode suchen, wie sie sich selbst im Alltag mit mehr frischer Power versorgen können, um ihr Leben nachhaltig zu verändern. Juicing ist keine anerkannte Therapieform, dennoch behaupte ich, dass Saft – die pure Pflanzenessenz – regelmässig durch Juicing angewandt, wahre Berge versetzen kann. Die Wirkung ist bei jedem Menschen anders, weil wir nun mal jeder einzigartig sind. Bei mir gibt es daher Personal Training zu Hause oder via Skype. Teilweise entwickele ich individualisierte Juicing-Pläne nach Blutbildern und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, im Teamwork mit einem Arzt oder Heilpraktiker. Und dann gibt es auch viele Gruppen-Trainings, zum Beispiel in Unternehmen (Prävention) oder öffentliche Workshops wie die Juice Days."

Was bringt mir Juicing?

Juice hat eine hohe Nährstoffdichte – insbesondere Antioxidantien. Außerdem bietet es:

1.) Geistige Power und Frische bei viel Stress
2.) Anti-Aging-Effekt: Haut straff, Haare voll, Nägel hart
3.) Schnelle und langfristige Gewichtsreduktion bei gleichzeitigem Sättigungsgefühl durch die hohe Nährstoffdichte
4.) Flüssigkeit für mehr Feuchtigkeit im Körper

Mit kaltgepressten Säften fühlt man sich leicht und beweglich für Sport und Aktivitäten. Der hohe Gehalt an Elektrolyten gleicht den Blutkreislauf und Stoffwechsel aus.

Wie Juicing in den Alltag integrieren?

Am einfachsten ist es, wenn man sich einen Entsafter für kaltgepresste Säfte anschafft. Dieser Saft wird schonend gepresst, so dass man ihn locker drei Tage im Kühlschrank aufbewahren kann. Sprich: nach dem Büro ab in den Bio-Markt, eine Fülle an saisonalem Gemüse und Obst einkaufen, auf das man Lust hat und dann am Abend 1,5 Liter entsaften.

Jeden Morgen ein Glas frischen Saft auf leeren Magen bringt einen echt auf Trab. Ich merke das besonders daran, dass ich gute Laune bekomme und oft anfange zu pfeifen. Ich pfeife normalerweise sehr selten! Mit einem Slow Juicer kann mühelos in der Küche, im Büro oder auf Reisen gejuiced werden. Im Vergleich mit herkömmlichen Zentrifugenentsaftern ist die Menge des Safts größer, die Geräte sind viel leiser und die Qualität des Saftes ist 1a.

Welcher Saft gibt im Winter Power?

Ich sehe das Ganze ziemlich simpel: Was wir zu uns nehmen – via Mund oder Gedanken – formt uns. Je frischer und unverarbeiteter (unvoreingenommener), desto mehr Lebenskraft können wir daraus ziehen.

Apfel, Zitrone, Brokkoli und Ingwer sind meine absoluten Juice-Gurus! Die Mischung steckt voller Immunstärke und reinigt zugleich. Aber auch Kürbis, Orange, Rote Beete, mit Limette und etwas Chili haben es in sich. Diese Pflanzen helfen der Leber, das Blut zu reinigen und sorgen zugleich für Wärme in kälteren Jahreszeiten.

Wann und wie sind Sie auf den Saft gekommen?

"Vor rund fünf Jahren habe ich inspiriert durch eine Freundin aus den USA begonnen, Kombucha in der Küche zu züchten. Das ist ein fermentiertes Enzymgetränk - eine Art traditioneller Supersaft zur Stärkung des Darms und Immunsystems. Es schmeckte großartig. Kurz zuvor hatte ich eine einjährige Kur zur Darmsanierung mit Hilfe eines Heilpraktikers hinter mich gebracht. Grund: 75 Nahrungsmittelunverträglichkeiten in unterschiedlichen Abstufungen. Die Top-Kandidaten waren: Milch (Kuh, Schaf, Ziege), sämtliche Getreidesorten außer Reis und Kaffee. Ich hatte somit meine gesamte Ernährung Schritt für Schritt hin zu Gemüse, Obst und Probiotika umgestaltet. Das war anfangs tricky, aber es tat mir so richtig gut. Und irgendwie ließ mich das Thema Enzyme nicht mehr los, und ich legte eine Fastenzeit mit Kombucha und Wasser ein. Das lief sechs Wochen und danach war ich überzeugt, dass nicht nur fermentierte Enzymgetränke, sondern dann auch Saft mit Obst, Gemüse und Superfoods in jeglicher Form geheimnisvolle Kräfte in sich tragen müsste, die wir nicht genügend beachten. Ich fühlte mich wie Superwomen. Körperlich wie geistig."

Wie ging es dann weiter?
"Nach mehreren USA-Reisen und Begegnungen fand ich den Weg zu meinem ersten Entsafter. Allerdings lagen dazwischen zwei Jahre Mixer anschmeißen und durch ein Sieb pürieren. Ich hatte nicht geschnallt, dass es mittlerweile richtige Geräte dafür gibt, Slow Juicer. Zusätzlich bekam ich mit, dass in England, USA und Australien bereits eine starke Juicing-Bewegung im Gange war, die vollkommen an uns vorbeizulaufen schien. Tausende von Menschen, die sich im Alltag mit Saft ihre Gesundheit zurückeroberten: Übergewicht, chronische Erkrankungen, Burn-out etc. Angeleitet durch Saft-Pioniere wie Jay Kordich, Joe Cross oder Jason Vale. Und da sich niemand diesem Thema im deutschsprachigen Raum widmete, hängte ich mich an ihre Versen und ihr Wissen. Dazu gehörte auch Saftfasten (Juice Cleanse) von sechs Wochen. Über meine 28 Tage Juice Cleanse-Zeit habe ich schließlich auf Letsjuice.de angefangen zu bloggen. Seitdem bin ich im Austausch mit vielen Menschen, die das auch machen wollen. Mittlerweile ist meine Küche ein Saftlabor geworden."

Was erwartet Saft-Freunde, wenn sie eines Ihrer Seminare besuchen?
"Die Juice Days sind ein riesen Spaß gepaart mit einem großen Schatz an Wissen rund um Juicing. In rund drei Stunden lernt jeder – ähnlich wie im Kochkurs – die Tipps und Tricks zum Thema Entsaften. Es kommen spannende Leute zusammen, die sich aus unterschiedlichen Gründen für Juicing interessieren und mit besonderer Offenheit und Kreativität an die Sache herangehen. Ich sehe mich dabei als Türöffner, als Vemittler von Basiswissen. Durch die Tür geht dann jeder alleine und macht Juicing zur eigenen Chef-Sache. Wilder Rezepte-Austausch untereinander ist vorprogrammiert. Sogar aus Dubai bekomme ich mittlerweile saftige Grüsse und Rückmeldungen zu neuen Ideen. Manche schicken mir auch vorher-nachher Bilder."

Das ist Sophie von Gallwitz

Die Wahlberlinerin wurde 1977 in Köln geboren. Nachdem sie jahrelang erfolgreich im Projektmanagement internationaler Kultur- und Eventveranstaltungen gearbeitet hatte, kam der persönliche und auch berufliche Wandel. Heute arbeitet Sophie von Gallwitz unter anderem als Juice Coach und veröffentlich auf ihrem Blog Letsjuice.de jede Woche ein neues Saftrezept. 2016 erscheint ihr erstes Buch mit Rezepten und saftigen Inspirationen für mehr Energie.


© Fotos: Björn Gauss (Sophie von Gallwitz)


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