Von Aarhus bis Turin
23
Aug

Von Aarhus bis Turin

Fünf Tipps für City Trips

Wer eine Städtereise plant, landet meistens bei großen Metropolen wie London, Paris oder Rom. Doch die ächzen unter den Folgen der Besuchermassen. Warum nicht mal nach Aarhus oder Lille? Dort kannst du abseits der Touristenströme einen unvergesslichen Kurzurlaub erleben. Wir verraten dir fünf Traumziele. 

Aarhus, Dänemark

Es ist nicht leicht, im Schatten der Großen zu stehen. Unterschätzt zu werden und dafür kämpfen zu müssen, ernst genommen zu werden. All das hat die zweitgrößte Stadt Dänemarks spätestens seit 2017 nicht mehr nötig: Als Kulturhauptstadt Europas überzeugte Aarhus unter dem passenden Motto "Let's Rethink" mit einem hochkarätigen Kunst- und Kulturprogramm selbst die letzten Zweifler. Seitdem hat sich zwar herumgesprochen, dass Aarhus eine Reise Wert ist, Touristenmassen sucht man jedoch vergeblich. Hier herrscht noch dänische Gemütlichkeit. Im Latiner Quartie­­­r, dem ältesten Viertel der Stadt, reihen sich gemütliche Cafés aneinander, die zum Entspannen einladen. In kleinen Boutiquen könnt ihr auf Souvenirjagd gehen. Richtig idyllisch wird es im Den Gamble By. Die „Alte Stadt“ – so die wortwörtliche Übersetzung des Freilichtmuseums – mit kleinen Gassen und alten Fachwerkhäusern beamt dich zurück in die Zeit von Hans Christian Andersen.

Auch mit dem größten Containerhafen Dänemarks zeigt Aarhus seine historische Seite: Bereits für das 11. Jahrhundert wird dem Hafen eine wichtige Rolle für den Seeschiffsverkehr zugeschrieben. Mittlerweile befinden sich auf dem Areal Wohnhäuser und öffentliche Einrichtungen, wie das Dokk1. Die größte Bibliothek Skandinaviens soll laut Architekten sogar mehr sein als eine Bücherei – nämlich ein Ort des Austauschs und ein Symbol für die Wissensgesellschaft. 

Hotel Tipp: Das Hotel Oasia direkt im Stadtzentrum. In dem historischen Gebäude in der Nähe des Bahnhofs trifft skandinavischer Minimalismus auf stylishe Design-Elemente – hyggelig bleibt es trotzdem. Das kontinentale Frühstück wird ausschließlich mit Bioprodukten zubereitet. Das kleinste Zimmer reserviert ihr ab 140 Euro die Nacht.

Touristeninfo: www.visitaarhus.de

Krakau, Polen

Die „heimliche Hauptstadt Polens“ an der Weichsel hat vor allem architektonisch viel zu bieten. Das Ensemble aus mittelalterlicher Kernstadt, dem Wawelhügel-Komplex und das Viertel Kazimierz brachte Krakau schon 1978 auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes und bezeichnet gleichzeitig auch die drei bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Geschichtsträchtig wird es im malerischen Akadenhof der Jagiellonen Universität. Durch die Professorengärten der zweitältesten Universität Europas wandelte unter anderem schon Nikolas Kopernikus. Wer keine Lust auf lange Sightseeing-Touren hat, kann sich in der Altstadt treiben lassen und sich an diversen Street Food Trucks durch lokale Köstlichkeiten probieren. Neben den bekannten Pierogi – leckere Teigtaschen mit einer Vielzahl an Füllungen – gibt es zum Beispiel auch Obwarzanek. Das sind Hefeteigkringel, die mit verschiedenen Gewürzen bestreut werden. Street Food ist nicht so dein Ding? Im Gościnna Chata wird in den Räumen einer ehemaligen Bäckerei  traditionell polnische Küche serviert. 

Hotel Tipp: Die Too Good Apartments direkt in der Stare Miasto – der Altstadt – bieten stilvoll eingerichtete Wohnungen und eine Vielzahl an Cafés und Restaurants direkt um die Ecke – wahlweise auch mit Balkon. Apartments gibt es ab 70 Euro die Nacht.

Touristeninfo: krakow.travel/de/

Porto, Portugal

¡Bem-Vindo ao Porto! In der Stadt im Norden Portugals kommt man vor allem an einer Sache nicht vorbei: Portwein. Das ist aber nur einer von vielen Gründen für einen Besuch ;). Am besten macht ihr euch zwischen März und Mai oder Ende August und Oktober auf den Weg. Dann sind die Temperaturen angenehm warm und es weht eine frische Brise von der Küste. Sehenswert sind vor allem der Estacio de São Bento, ein historischer Bahnhof mit wunderschön bemalten Keramikfliesen (Azulejos).

Die Livraria Lello – auch die „Kathedrale der Bücher“ genannt – ist wohl einer der schönsten Buchhandlungen der Welt. Man munkelt, dass sich „Harry Potter“-Autorin Joanne K. Rowling hier hat inspirieren lassen. Beim Anblick der deckenhohen Bücherregale und geschwungenen Holztreppen wäre das mehr als verständlich. Aber auch von außen bietet die Stadt unheimlich viele Highlights. Allein der Blick auf die bunten Häuserfassaden und den Douro am Fuße der Stadt verschlägt einem den Atem. Gute Aussichtspunkte sind der Jardim du Morro oder die Brücke Dom Luís I.  

Hotel Tipp: Der Panorama Blick von den Dachterassen der Myo Design Houses Apartments lohnt sich. Verfügbar ab 150 Euro die Nacht.

Touristeninfo: www.visitportugal.com/de/destinos/porto-e-norte

Lille, Frankreich

Erst Kulturhauptstadt (2004), nun Welthauptstadt des Designs (2020). Für nächstes Jahr sind in Lille bereits mehrere Veranstaltungen und wechselnde Ausstellungen geplant. Du hast keine Lust zu warten? Kein Problem. Lille ist auch ohne Titel traumhaft schön. Am besten du lässt deinen Laptop im Hotel und zückst das Handy maximal für ein Erinnerungsfoto. Zum Beispiel am pittoresken Place du Général-de-Gaulle oder am Marche de la Vieille Bourse, der ehemaligen Börse. Statt mit Aktien wird hier mittlerweile mit Büchern und Schallplatten gehandelt – von Dienstag bis Sonntag verwandelt sich der Innenhof in einen Second-Hand-Markt. Nimm dir Zeit, um in deinen neuen Schätzen zu schmökern. Denn in Lille gilt: Stress raus und rein in die Entspannung. Das geht besonders gut im Hammam und Spa Kechmara.

Hotel Tipp: Direkt am Business-Viertel Euralille gelegen, könnt ihr im Mama Shelter eure Nächte im extra-großen Doppelbett verbringen oder auf der Dachterasse bei einem Drink die Aussicht über das nächtliche Lille genießen. Doppelzimmer gibt es ab 69 Euro. 

Touristeninfo: en.lilletourism.com

Turin, Italien

Die ehemalige Hauptstadt ganz im Norden Italiens ist längst nicht so überlaufen wie Rom, Mailand oder Florenz – zum Glück! Turin wirkt mit seinen roten Dächern vor einer massiven Bergkulisse wie gemalt. Eher untypisch für Italien findet man hier aber keine verwinkelten Gassen und kleinen Häuser vor, sondern elegante Fassaden und symmetrisch angelegte Straßenzüge. Besonders schön anzusehen sind die Art Nouveau-Einflüsse in der Galleria Subalpina direkt am Piazza Castello und rund um die Principi d’Acaja Metrostation. Auch sehenswert: das Mole Antonelliana. Nach einer Fahrt mit dem gläsernen Aufzug hat man aus 85 Metern Höhe einen atemberaubenden Panoramablick über Turin und die Alpen.

Wie in allen anderen italienischen Städten ist die Kaffeekultur fester Bestandteil und stärkende Abwechslung im Alltag. Einen besonders geschichtsträchtigen Espresso könnt ihr im Caffè San Carlo genießen. Hier wurde 1763 der Bicerin erfunden, ein traditionelles Heißgetränk aus Espresso, Kakao und Vollmilch. 

Hotel Tipp: Die B&B Terres D’Aventures Suites befinden sich in einem Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, direkt am Piazza Castello. Die geräumigen Apartments gibt es ab 90 Euro die Nacht – Frühstück auf der zum Innenhof gelegenen Veranda inklusive.

Touristeninfo: www.italia.it/de/italien-entdecken/piemont.html


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