Blumen-Deko für jede Jahreszeit

Kein Interiorblog, kein Foodstylist und keine Fashionshow kommt mehr ohne sie aus: Blumen sind die Dekostars auch für zu Hause. Wie Sie Ihre eigenen vier Wände im Handumdrehen in ein Blütenparadies verwandeln, zeigt Floristin Willow Crossley in ihrem neuen Buch. Uns hat sie in paar ihrer Tipps und Tricks für saisonale Blumenarrangements verraten.

"Wenn ich vom Blumenmarktoder vom Spaziergang über die Felder zurückkehrte, die Arme voller Blumen, fühlteich eine besondere, innere Ruhe."

Für Winter und Frühling: Anemonen

Anemonen mit mohnähnlichen Blüten (‘De Caen’-Sorten) sind eine Attraktion zu Frühlingsbeginn. Mit ihren kräftigen Farben bringen sie gute Laune ins Haus. Sie gehören zur Familie der Hahnenfußgewächse und die wilden Anemonen sind auch als Buschwindröschen bekannt.

Anemonen gibt es in satten, glänzenden Edelsteinfarben Amethyst-Lila, Granat- und Rubinrot und -rosa, aber meine Lieblinge sind die weißen mit der samtig schwarzen Blütenmitte. Manchmal findet man eine oder zwei davon in einem "weißen" Bund, die aussehen, als seien die Spitzen ihrer Blütenblätter mit hellroten Spritzern bemalt, und die begeistern mich einfach.

Lang und elegant

Anders als einige kultivierte Arten mit enttäuschend kurzen Stängeln haben 'De Caen'-Anemonen lange Blütenstiele, wodurch sie sich gut für floralen Schmuck eignen. Ins Wasser gestellt drehen sie ihre Blütenköpfe und ihre Stiele neigen sich in alle Richtungen, sodass ein Arrangement über Nacht seine Form völlig verändern kann! Entweder Sie erfreuen sich an dieser natürlichen Wildheit oder Sie berücksichtigen diese Unberechenbarkeit und integrieren Sie ins Arrangement. Im Zweifel halten Sie einfach Ihre Floristenschere griffbereit und legen Hand an, wenn die Blumen sich zu störrisch gebärden.

Farbige Gläser oder marokkanische Teelichte sind hervorragende Gefäße für Anemonen. Verteilen Sie mehrere über einen Küchentisch oder den Buffetschrank – Farben und Höhen bunt gemischt. Anemonen sind sehr durstig. Wenn Sie stets Wasser nachfüllen, halten sie etwa zehn Tage.

Am besten aus dem eigenen Garten

Es gibt noch sehr viel mehr Anemonensorten und -arten als die hellen einfarbigen, aber sie sind nicht immer erhältlich. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie sie selbst im Garten kultivieren. So kommen Sie auch an die faszinierenden weißen Exemplare mit rotem Ring wie Anemone coronaria bicolor 'De Caen' und die feuerrote A. coronaria ‘Hollandia’.

Auch bekannt als: Anemone coronaria 'De Caen'; Anemone nemorosa (Buschwindröschen)

Deko-Tipp: Nostalgische Zahnputzbecher in Edelsteinfarben, von der fabelhaften Designerin Bridie Hall handgefertigt, machen sich mit Blumen gefüllt perfekt als persönliches Geschenk.

Für den Frühling: Tulpen

Vielleicht ist das eine zu starke Pauschalisierung, aber nach meiner Erfahrung sind Männer keine großen Tulpenfans. Wenn ich von einem Mann den Auftrag für einen Blumenstrauß erhalte, ist oft "keine Tulpen!" die einzige Bedingung. Ich muss mich dann sehr zurückhalten, um nicht zu protestieren und ein Loblied auf die Tulpe zu singen – der Kunde ist schließlich König. Ich führe diese Abneigung auf die spillerigen Tulpenbunde zurück, die an Tankstellen feilgeboten werden, und auf die weit verbreiteten Randstreifen neben der Garage mit roten und gelben Tulpen. Wenn das tatsächlich alles ist, was einem zu Tulpen einfällt, dann kann man für die Abneigung sogar Verständnis aufbringen.

Als Tulpen einmal richtig teuer waren

Im 17. Jahrhundert waren niederländische Tulpenzwiebeln so begehrt und wertvoll, dass sie zu Spekulationsobjekten wurden. Dieser Wahnsinn ist als Tulpenmanie in die Geschichte eingegangen. Glücklicherweise haben sich die Zeiten geändert und auch die verwegensten Sorten sind heute für jedermann erschwinglich. Tulipa, eine umfangreiche Gattung, gehört zur Familie der Liliengewächse. Es gibt eine schier unfassbare Menge an Arten – und ich gehe jede Wette ein, dass ich darunter eine Art finde, die auch die hartnäckigsten Vorbehalte zerstreut.

Kennen Sie die ausgefallenen fransigen und gestreiften Papageientulpen? Je kurioser, desto besser. Die weiß und himbeerfarben geflammte 'Rem's Favourite' bringt Lebendigkeit auf einen Küchentisch. Für einen dezenteren Anlass gibt es einen hellgrün-rosa-gestreiften Knüller namens 'Green Wave'. Oder entscheiden Sie sich für die lilienblütige 'China Pink' oder die hohe, schlanke 'White Triumphator' mit ihren elegant zurückgebogenen Blütenblättern.

Einer der Vorzüge von Tulpen ist ihre gute Haltbarkeit in der Vase – bis zu 2 Wochen. Daneben besticht, dass sie ihre Blüte kelchförmig beginnen, um sich dann langsam zu entfalten. Auf dem Höhepunkt lassen Tulpen sich lasziv über den Vasenrand hängen, bevor sie schließlich nach und nach die Blütenblätter verlieren – eine sehr anmutige Art zu sterben.

Mission: Mischen

Es gibt zu viele schöne Tulpensorten, um sie alle aufzuzählen. Wichtig ist beim Gestalten, dass man Farben und Sorten mischt. Knallige Farbkombinationen sind unwiderstehlich, vor allem hellgrüne Wolfsmilch oder Frauenmantel als dezente "Füller" bringen die satten Tulpenfarben zum Leuchten.

Kombinieren Sie eine bräunlich violette 'Havran' mit einer leuchtend orangefarbenen ‘Princess Irene’ und einer rosa leuchtenden 'Chato' oder der zweifarbigen 'Candy Cane'. Für eine rote Farbexplosion versuchen Sie es mit der wundervoll duftenden (bei Tulpen eher selten) orangefarbenen Tulpe ‘Ballerina’ mit lilienähnlicher Blüte, der am dichtesten gefüllten 'Uncle Tom' oder ‘Abigail’ oder der ebenfalls sehr dunklen 'Antraciet'. Weniger aufsehenerregend, aber nicht minder faszinierend ist die große Pfingstrosentulpe ‘La Belle Epoque’, in einem blassen Pfirsich-Koralle-Ton – eine Farbe wie unmittelbar von einem niederländischen Gemälde alter Meister kopiert.

Auch bekannt als: Tulipa

Deko-Tipp: Ich ziehe einen üppigen Tulpenstrauß vereinzelten Stielen vor. Antike Krüge oder Keramikübertöpfe sind ideal für Tulpen. Eine großzügige Menge Tulpen sieht in einem Satz Gewürzdosen aus Emaille ganz großartig aus.

Vorbereitung: Handstrauß binden

1. Entfernen Sie unnötige Blätter, vor allem jene, die später unterhalb der Wasserlinie liegen würden. Blätter im Wasser bilden viele Bakterien, faulen und machen das Wasser schlammig. Das Entfernen von Blättern stellt außerdem sicher, dass das Wasser den Blumen zugutekommt und nicht den Blättern.

2. Blumen aus dem Blumenladen sind eventuell entsprechend vorbereitet. Zu Hause schneiden Sie dann noch einmal 1 cm an den Stielenden ab und stellen die Blumen noch etwa 1 Stunde ins Wasser, bevor Sie sie zu einem Strauß oder Gesteck arrangieren. Die Stängel stets schräg mit einer Gartenschere, Floristenschere oder einem scharfen Messer abschneiden. Der Stiel darf nicht gequetscht werden.

3. Importierte Blumen werden gepflückt und direkt verpackt – sie sind also in der Regel nicht vorbereitet. Übernehmen Sie das.

4. Bei Blumen aus dem eigenen Garten entfernen Sie alle unerwünschten Blätter, schneiden die Enden ab und stellen sie bis zum Binden in Wasser. Bringen Sie Ihre Blumen stets so schnell wie möglich ins Wasser. Im Idealfall pflücken Sie sie früh am Morgen, nie in sengender Sonne. Am besten stellen Sie sie über Nacht bis zum "Hals" in einen Eimer mit lauwarmem Wasser an einen dunklen Ort.

5. Hohlstielige Blumen wie Rittersporn, Amaryllis und Lupinen drehen Sie zur Vorbereitung kopfüber, füllen die Stiele mit Wasser und stopfen sie dann mit Watte zu. Haben Sie keine Watte zur Hand, halten Sie die Öffnung mit einem Finger so lange zu, bis das Stielende unter Wasser ist.

6. Früher wurde zuweilen empfohlen, holzige Stiele – zum Beispiel von Flieder, Schneeball und Rosen – mit einem Hammer flach zu klopfen. Heute ist jedoch die Meinung verbreitet, dass man damit eher Schaden anrichtet, da es die Zahl der bakteriellen Infektionen erhöhen und das Gefäßsystem des Zweiges beschädigen und so die Wasseraufnahme einschränken könnte.

7. Bei holzigen Stielen mache ich einen vertikalen, etwa 5 cm langen Schnitt vom Stielende aufwärts – vor allem bei Rosen.

8. Blumen, die dazu neigen, die Köpfe hängen zu lassen, wie Christrosen, Wolfsmilch und Mohn, taucht man kurz mit dem Stielende (ca. 2 cm oder 10 Prozent der Länge) in sehr heißes Wasser (gerade nicht mehr kochend). Sorgen sie dafür, dass der heiße Wasserdampf nicht an die Blütenblätter kommt. Dazu schützend die Hand um die Blüte legen oder die Blüte in Zeitungspapier wickeln.

9. Lassen Rosen die Köpfe hängen, können Sie sie wiederbeleben, indem Sie die Stielenden noch einmal abschneiden und sie wie oben mit heißem Wasser behandeln.

10. Vorsicht beim Umgang mit Wolfsmilch, sie enthält einen giftigen Milchsaft, deshalb sollten Sie Handschuhe tragen und unbedingt vermeiden, dass Saft in Ihre Augen gerät. Sie können den Saftfluss stoppen, indem Sie das Stielende kurz über (nicht in) eine Flamme halten.

11. Mein Lieblingstipp zur Wiederbelebung von Hortensien: Den Blütenkopf (also kopfüber) eine Weile in einen Eimer mit Wasser tauchen – idealerweise über Nacht.

12. Pfingstrosen sind sehr durstig; die Vase muss täglich aufgefüllt werden. Zur Vorbereitung sollten Sie sie über Nacht komplett in Wasser legen. Sie können Wasser über ihre Blütenblätter aufnehmen. Je mehr Kontakt sie also zum Wasser haben, desto besser. Das hilft meist auch, um ermüdete Exemplare aufzufrischen.

13. Stellen Sie Schnittblumen niemals direkt in die Sonne, in die Nähe einer Wärmequelle oder an einen zugigen Standort. Ein kühler Raum, zumin- dest über Nacht, ist immer gut. Tropische Blumen wie Orchideen, Proteen oder Strelitzien bevorzugen etwas mehr Wärme und eine höhere Luftfeuchtigkeit.

14. Mehr Wärme wird gebraucht, wenn Sie Blumen erst zum Aufblühen bringen möchten. In diesem Fall wirkt ein Standort neben einem Heizkörper, einem Herd oder in direktem Sonnenlicht Wunder.

So geht's: einen Handstrauß binden

Entscheidend für einen schönen Strauß ist eine harmonische Auswahl an Blumen – viele unterschiedliche Formen, Texturen und Größen. Blumen mit dünnen Stielen lassen sich leichter arrangieren. Sie sollten etwa vier verschiedene Sorten zur Hand haben. Halten Sie die Blumen locker in der Hand, dann ist es leichter, sie herauszuziehen oder hineinzuschieben. Zudem möchten Sie ja die Stängel nicht abbrechen. Versuchen Sie außerdem, die härteren Stiele außen zu platzieren, weiche Stängel werden sonst leicht vom Bindfaden gequetscht.

1. Bereiten Sie die Blumen vor (siehe oben) und legen Sie sie nach Sorten geordnet vor sich.

2. Wählen Sie eine Blume für die Mitte, möglichst etwas Großes, vielleicht eine Rose. Halten Sie sie in Ihrer linken Hand (Linkshänder bitte in der rechten Hand), legen Sie dann ein paar Stängel Grün um sie herum.

3. Jedes Mal, wenn Sie eine Blume hinzunehmen, legen Sie sie mit der freien Hand schräg und leicht versetzt über die letzte, dann drehen Sie den Strauß ein wenig. Wenn Ihr Strauß eine Halbkugelform haben soll, legen Sie die nächste Blume jeweils ein wenig niedriger als die voran- gehende an. Drehen Sie den Strauß immer nur in eine Richtung! Von sehr zarten Blumen fügen Sie mehr als einen Stängel vor dem Drehen hinzu.

4. Weiter Blumen anlegen und danach jedes Mal den Strauß drehen. Achten Sie darauf, dass möglichst nicht die glei- chen Blumen nebeneinanderliegen. Halten Sie den Strauß immer wieder so vor sich, dass Sie ihn ganz und von oben betrachten können.

5. Wenn Sie mit Form und Größe Ihres Straußes zufrieden sind, wickeln Sie ein Stück Raffiabast oder Bindfaden genau oberhalb Ihrer Hände mehrmals um die Stiele und verknoten dann die Enden.

6. Schneiden Sie die Enden der Stiele auf eine Länge, sodass der Strauß aufrecht in einer Vase stehen kann und alle Stiele im Wasser sind. Die Spiralform sorgt dafür, dass der Strauß stabil steht.

7. Kurz: Die zentrale Blume nehmen – drehen – Bindegrün zufügen – drehen – eine Blume zufügen – drehen – Binde- grün zufügen – drehen usw.

Buchcover: Blütenreich

Buchtipp

Jetzt wird's bunt: Entdecken Sie in Willow Crossleys neuem Buch "Blütenreich. Anspruchsvolle Bluemenarrangements" farbenfrohe Deko-Ideen rund um frische Schnittblumen. Erschienen im Busse-Verlag für 28 Euro.


© Fotos: Emma Mitchell/Busse-Verlag


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