Herbstlaub haltbar machen

Sammeln Sie während eines Herbstspaziergangs auch mit Vorliebe die bunt verfärbten Blätter auf? Das Problem war bisher nur: Sie welken so rasch! Emma Mitchell hat uns verraten, wie sich das Laub konservieren lässt.

Von Emma Mitchell
Herbstlaub auf Tisch

Herbstlaub konservieren? Die Lösung heißt Glyzerin!

So bleibt Herbstlaub frisch und bunt

Im Herbst und im frühen Winter zieht sich das Chlorophyll, das Blattgrün, aus den Blättern zurück in die Pflanze, sodass die roten und gelben Farbpigmente, die das ganze Jahr über vorhanden sind, sichtbar werden. Die Blätter einiger Baumarten wie dem Ahorn, der Kirsche und der Jungfernrebe leuchten strahlend schön wie Diamanten. Ich kann dann nicht widerstehen und muss sie aufsammeln und nach Hause tragen. Das Problem ist nur, dass sie rasch welk werden und vertrocknen.

Deshalb habe ich mir überlegt, wie man die Farben erhalten könnte, um sich im Winter, wenn Farben in der Natur rar sind, daran zu erfreuen. Im vergangenen Jahr habe ich das erste Mal versucht, Blätter und Beeren in Glyzerin zu konservieren. Alles blieb schön biegsam und glänzend, die Farben verblassten nicht, nichts vertrocknete.

Wenn man große Blüten, Herbstlaub oder Beeren in eine Glyzerinlösung taucht, wird das Wasser in den Zellen zum Teil durch die Glyzerinmoleküle ersetzt. Diese verhindern das Austrocknen, Farbpigmente bleiben erhalten. Die Prozedur dauert zwar mehrere Tage, doch der relativ geringe Aufwand wird mit einer hübschen Sammlung an gut erhaltenen Pflanzenbestandteilen entlohnt, die sich für kreative Projekte verwenden lassen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Stellen Sie eine Lösung aus einem Teil Glyzerin und zwei Teilen Wasser her.

2. Um einzelne Blätter, biegsame Stiele oder Zweige haltbar zu machen, gießen Sie die Lösung auf ein großes, tiefes Backblech, tauchen Sie die Pflanzenteile ein, und sorgen Sie dafür, dass sie von der Lösung bedeckt bleiben, indem Sie beispielsweise ein zweites Backblech daraufstellen.

3. Um große Blüten (Hortensien) oder ganze Beerendolden zu konservieren, gießen Sie die Lösung in einen hohen Krug, binden Sie einen oder zwei Kieselsteine an den Stiel der Pflanze und bedecken sie mit der Flüssigkeit. Die Kieselsteine verhindern, dass die Blüten und Beeren auftauchen.

4. Lassen Sie die Pflanzenteile mindestens zwei Tage in der Lösung, aber nicht länger als vier Tage.

5. Entfernen Sie die Fundstücke aus der Glyzerinlösung, spülen Sie sie kurz unter fließend kaltem Wasser ab, und trocknen Sie sie anschließend, indem Sie sie mit einem Geschirrtuch abtupfen oder über Nacht bei Zimmertemperatur liegen lassen.

6. Das war’s! Stecken Sie die Blätter nun in eine Vase (ohne Wasser) oder benutzen Sie sie für andere kreative Projekte. Sie sind nun eine ganze Weile haltbar. Meine Exemplare vom vergangenen Jahr wirken heute noch frisch wie am ersten Tag.

Tipp: Sie können die konservierten Blätter nun für schöne Kränze verwenden, oder Sie zeichnen sie ab oder malen sie.

Wunderbarer-Winter-Buchcover

Buchtipp

Wie sich Herbstblätter am besten konservieren lassen, ist nicht der einzige Trick, den Emma Mitchell in ihrem Buch "Wunderbarer Winter" verrät. Was alle Bastelanleitungen und Kniffe verbindet: Es geht darum, sich von der Abwesenheit der warmen Sommersonne nicht in eine graue Schlecht-Wetter-Depression fallen zu lassen. Eine gute Idee, finden wir. Erschienen im Kösel-Verlag für 18 Euro 


© Fotos: Emma Mitchell


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